Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Byzantiner (osirömischco Reich)

Meeres und Kleinasien, von Afrika Ägvpten und von Europa die Ander von denMeerengen bis an das adriatische Meer und die Donau umfaßte und nicht nur umtaufend Jahre das abendländische Kaiserthum überlebte, sondern sie noch durchdie Küste am mittelländischen Meere und Italien vergrößerte, entstand, als 365Theodosiüs das römische Reich unter seine beiden Sehne, Arkadius und Honorius ,theilte. Das morgenländisehe Kaiserthum erhielt der älteste, ArcadiuS; seineSchwäche schlug demselben sogleich tiefe Wunden. Bei seiner Minderjährigkeitwar RusinuS Vormund und Minister; dieser und Ldtilicbo, der Minister tesWest-reiehs, sichten einander gegenseitig zustürzen. Die stachen verwüsteten Griechen-land ; EutropiuS, des RusinuS Nachfolger, und Gainas, des Rüstn Mörder,stürzten sich durch eigne Verbreche» (399). Der Letztere verlor sein Leben in einemVon ihm erregten innern Kriege (400). ArcadiuS und sein Reich wurden nun vonseiner stolzen und Zeisigen Gemahlin, Eudopia, bis an ihren Tod (404) regiert.Die Isaurier und die Hunnen verwüsteten die Provinzen Asiens und an der Do-nau . Der minderjährige TheodosiuS folgte seinem Vater (408) unter Leitung derPulcheria, seiner Schwester. Bei geringen Geistesgaben hatte ihn die ErhebungVöllig zur Selbstregierung ungeschickt und unfähig gemacht. Pulcberia, die auchden Titel Augusta führte, regierte das Reich nicht unglücklich. Don dem anValentüsian abgetretenen abendländischen Reiche behielt TheodosiuS Westillvrien(423). Die Griechen fochten glücklich gegen den Perferkonig Varanes. Dasdurch einen Zwist zerrüttete und von den Römern lind Persern in Ans-ruch genom-mene armenische Reich ward von nun an ein Zankapfel zwischen beiden Nationen(440). Attila verwüstete Theodosius'S Reich und nöthigte ihn zum Tribut (448).Nach ihres Bruders Tode wurde Pulcheria als regierende Kaiserin anerkannt: daserste Beispiel dieser Art (150). Sie gab ihre Hand dem Senator Marcian , densie dadurch auf den Thron hob. Seine Weisheit und Tapferkeit hielt die Hunnenvon den Grenzen ab; doch unterstützte er das oecidcnkalische Reich nickt thätig ge-nug in den hunnischen und vandalifchen Kriegen. Den durch den hunnischen Krieggegen die römischen Grenzen gedrängte» Deutschen und Sarmaten wies er zumTheil Wohnungen an. Pulcheria starb vor ihm (453). Auf Marcian folgtedurch Wahl Leo I. (457), ein von den gleichzeitigen-Schriftstellern gelobter Fürst.Seine Unternehmungen gegen die Vandalen scheiterten (467). Ihm sollte seiltEnkel Leo folgen; dieser aber starb gleich nach ihm, nachdem er seinen Vater Zenozum Unkerregenten ernannt (474). Die Regierung dieses schwachen, von seinenUnterthanen gehaßten Kaisers ward durch häusige Empörungen und innere Zerrüt-tungen des Reichs bezeichnet. Die Goihen verheerten die Provinzen, bis ihr An-führer Theodorich (489) nach Italien zog. Ariadne , des Zeno Witwe, hob denMinister AnastasiuS , mit dem sie sich vermählte, auf den Thron (491). Daszur Unzufriedenheit und zu Tumulten einmal aufgereizte Volk war durch Milde-rung der Laste» und weise Verordnungen nicht Völlig m beruhigen. Die auf dieseWeise geschwächten Kräfte des Reichs konnten den Persern und den Völkern ander Donau nicht hinreichenden Widerstand leisten. Gegen ihre Einbrüche in dieHalbinsel von Koustantinopel erbaute 'AnastasiuS die sogenannte lange Mauer.Nach AnastasiiiS'S Tode riefen die Soldaten Justin zum Kaiser aus (518). Trotzseiner niedrigen Geburt behauptete er sich auf dem Throne. Religionsverfolgun-gen, wozu ihn die Geistlichen, und mancherlei Verbrechen, wozu sein Neffe Iu-stinian ihn verleitete, zeichnen seine Regierung aus. Nach seinem.baldigen Tode(521) folgte ihm eben dieser Iustinian (f. d.), der zwar den Namen des Gro-ßen nicht verdient, dem aber doch viele Regentenfähigkeiten nicht abzusprechen sind.Er war berühmt als Gesetzgeber und durch die Siege Belisar'S, aber wie weniginnere Kraft er dem Reiche hatte geben können, bewies der schnelle Verfall desselben»ach seinem Tode. Justin II. , sein Nachfolger (565), war ein geiziger, grau-