884
Calendkk
Calcnder in allen kathol. Ländern ab nnd führte den neuen ein, welchen wir unterdem Namen desGreg orian isch e n oder verbesserten CalenderS, oder des neuenSryls besitzen, dahingegen jener neue der alte Styl genannt wurde. DieVerbesserung bestand darin: man warf vom 4. Del. 1582 an 10 Tage herausund zablke nach dem 4. sogleich den 15. Jedes hundertste Jahr, welches nach demalten Stvl ein Scbaltjahr fein sollte, sollte nun ein gemeines sein, das 4. ausge-nommen, d. h. es sollte das Jahr 1800 ein Schaltjahr bleiben, aber 1100,1800,1800 ein gemeines, und 2000 wieder ein Schaltjahr sein. Dei dieser Bestim-mung war das Soimenjahr u, 365 Tagen, 5 Stunden, 49Minut., 12 Secundenangenommen. Neuere Beobachtungen von v. Zach, de Lalande und Delambre geben zwar die mittlere Länge des tropischen LonnenjahrS noch um etwa 21 Sec.kürzerm:; allein es ist unnütz, die Leser auf die daraus entspringende Unrichtigkeit,die sich erst nach 5 Jahrtausenden aus Einen Tag belaufen wil d, aufmerksam zumachen. Dieser Verbesserung ungeachtet behielten die Protestanten den Juliani-schen Calcnder fort bis 1100, wo sie den neuen Siyl auch annahmen; doch so,das; sie zur Ostei grenze denjenigen Tag, auf welchen der erste Vollmond nach derFrühlingSnacbtgleicbe astronomisch fällt, bestimmten. Diese Einrichtung aber er-zeugte wieder Abweichungen; 1124 und 1144 siel das Osterfest der Katholiken8 Tage später als das der Protestanten. Daher wurde 1111 der (GregorianischeCalcnder für die Fesircchnung unter dem Namen des allgemeinen ReichocalcnderS(Das, was in den jetzigen Calendern, unter den Epochen, mit dem Ausdrucke „ver-besserter Calcnder" bezeichnet wird) eingeführt, damit Protestanten und Katho-liken das Osterfest, mithin alle bewegliche Feste des Jahres, weil sie von Ostern ab-hängen, an Einem Tage feierten. England nahm den neuen Stvl 1152 undSchweden 1153 auch an; der alte ist nur noch in Rußland üblich und von demneuen jetzt 12 Tage verschieden. In Frankreich wurde während der Revolutionvon dem Nationalconvente durch ein Decrek vom 24. Nov. 1193 ein neuer Calen-der eingeführt. Zur (Kreuze dieser Jahrrechnung nahm man die Herbstnachtgleichedes I. 1192, welche den 22. Sept. 9 Uhr, 18 Mim, 30 ^ec. Vormittags nachdem pariser Meridian einfiel, an, als den Tag, an welchem das erste Decret derneuen Republik bekanntgcmacht worden war. Nach diesem bestand das Jahr aus12 Monaten, jeder zu 30 Tagen; zur Ergänzung desselben hängte man am Ende5 und in den Schaltjahren 6 (jo»r^ eon>>0> »><ntuiie.^) Tage an. Die Schalt-jahre, deren alle 4 Jahre eins war, bestimmte man nach einer besondern Pe-riode, welche Franciade hieß. Statt der Wochen wurde jeder Monat in 3 Theile(Decaden), jeder zu 10 Tagen eingetheilt, sowie sich alle übrige Eintheilungenauf das Decimalsvstcm gründeten. Die Namen der Monate wurden so gewählt,daß sie durch ihre Ableitung die Jahreszeit rc. bezeichneten. Sie waren: Herbstvom 22. Sept. bis22. Dec.: Veixlünii.uin, Weinlesemonat (Oct.); lirmnuir»,Nebelmonat (Nov.); Irini-nro. Reifmonat (Dec.). Winter vom 22. Dec. bis22. März: Aivöse, Schnecmonar (Jan.); V<u>i>Kr. Windmonat (Febr.);lOuviöüc. Regenmonat (März). Frühling vom 22. März bis 22. Juni: Oer-n>i»3l, Keimmonat (April); lloreul. Blüthenmonat (Mai); N.->i,ü,l, Wie-senmonat (Juni). Sommer vom 22. Juni bis 22. Sept.: iVIc^ülor. Ernte-monat (Juli); I'be, n.ülor . Hitzemonat (August); lrueixlor, Fruchtinonat(Sept.). Die 10 Tage jeder Decade hießen: 1) Niniüli, 2) I4n»,li. 3) llüli,4) (Znnrtüü. 5) Ouinlüü. 6) le.ciüü. 1) N'uiüli. 8.' Oetuli. 9) diuiii,ii,10) Dee.Ni (der Ruhetag), überdies hatte noch jeder Tag im Jahre seinen be-sondern Namen, der aber nicht von Heiligen, sondern von derOkonomie hergenom-men, und der Zeit, in wclcbe der Tag fällt, angemessen war; z. B. der I.Vende-miaire hieü Mohren. Dieser Calcnder wurde auf Befehl Napoleons
durch cin Senatsdecret vom 9. Lepr. 1805 aufgehoben, und der allgemeine christ-