Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
Seite
385
JPEG-Download
 

385

Caliber Caligula

Nche (Gregorianische) Calender in ganz Frankreich wiedereingeführt. Über dieCalcndereinrichtung der Juden und Mohammedaner vgl. man den 2. Dd. vonBode's „Erläuterung der Sternkunde" (3. Aufl., Berl. 1808, S. 485 fg.). AlsBeispiel der Calenderberechnung nach dem Gregorianischen Styl s. man die Dar»stellung in Gehler'S „Physikal. Wörrerbuche" (in der ältern Bearbeit.), Bd. ll,S. 124 fg.; und das Geschichtliche findet sich ziemlich vollständig beisammen im1. Bde. von Busch'S „Handbuch der Erfindungen" (Eisenach 1814, S. 152 fg.),und in Gebelin's „IIGoirk- <:uw>>,stier". Man hat auch astronomische Ma-

lender, wohin das berl. „Astronom. Jahrbuch" vorn Profi Bode geh. rt, von wel-chem er 1826 den 54.Band für 1829 vollendete, und welches noch fortwährenderscheint. Dahin gehören ferner die pariser „<lo»i>ustiaiic-e Ocn stms", der lond-ner „dstulio-il(die „st>>l>e>ueri>I. Vin>I»I>." sind mit d. Z. 1806 ge-schlossen worden) u. fi w. Unter den gemeinnützigen Calender» verdienen vorallenAndre'« „Nationalcalender für die deutschen Bundesstaaten" (6. Iahrg.1828, 4., ni. Kpf.) und das gothaische „Tägl. Taschenb. s. alle Stände"rühmlicheErwähnung; unter den sogen, hundertjährigen Ealendern (d. h. denjenigen,die eine hundertjährige Ealendei Übersicht gewähren) ist der von Frilsch (O.uedlinb.1801) ausgezeichnet. — Normal-, immerwährende oder allgemeine Ealenderendlich nennt man Ealenderkabellen, welche die Data zur Ealenderconstruction fürbeliebige Zeiten, und Anweisung zur Lesung der bei dieser Calenderabfasfimg vor-kommenden Probleme enthalten. Gehler'S sebon erwähnte Anlest, zur Calenderbe-rechnung macht sie ziemlich entbehrlich. Vgl. Chronologie, und Ideler'S treffli-ches „Handb. d. mathem. und techn. Chronol." (2Bde.,Berl. 1825 fg.); auch dieSchriften von Steinbeck und Pilgram, und als Volksschicht: Theod. Friedleben'g„Lehrb. d. Chronologie, oder Zeitrechnung u. Calenderwesen" (Franks. o.M. 1821).

Caliber, Caliberstab, Visirstab, Artillerie-Maßstab, ei»vierseitiger messingener Maßstab, welcher die Durchmesser der Kugeln von 1bis 100 Pfund zeigt. Auf einer Seite sind die steinernen, auf der andern diebleiernen und auf der dritten die eisernen Kugeln verzeichnet. Aufder vierten sinddie Kubi von verschiedenem Gewichte "des Pulvers und die Durchmesser der Boh-rungen des Geschützes angegeben. Georg Hartmann aus Eckolsheim, Mathema-tiker in Nürnberg , hat ihn 1540 erfunden. Caliber wird auch für den Durch-messer der Mündung eines Geschützes und den einer Kugel von allen Arten ge-braucht. So sagt man: „Geschütz von schwerem, von leichtem Caliber". — Inder Schiffkunst ist Caliber das Modell eines zu erbauenden Schiffs. Ferner einWerkzeug bei verschiedenen Handwerkern, ja bei einigen überhaupt jedes Modell.

Caligula (Cajus Cäsar AugustuS Germaniens), Sohn des Germaniensund der Agrippina, geb. 12 n. Chr. im Lager, wahrscheinlich in Deutschland , undunter den Legionen auferzogen. Hier bekam er von den Soldaten, gleich welchener sich der Laichte, einer Art kleiner Stiefeln, bediente, den Beinamen Caligula .Er wußte sich beim Kaiser TiberiuS so einzuschmeicheln, daß er nicht nur dem grau-samen Schicksale seiner Ältern und Geschwister allein entging, sondern auch mitEhrenstellen überhäuft wurde. Ob erden Tiberius durch ein langsames Gift, wieEinige berichten, aus dem Wege geräumt habe, ist ungewiß. Als derselbe sich sei-nem Tode näherte, setzte er, nach Suewn, den Caligula und des Drusus Sohn,Tiberius Nero, zu Erben des Reichs ein. Allein Caligula , um seines Vaters Ger-maniens willen allgemein geliebt, konnte ohne Schwierigkeit sich des Thrones alleinbemächtigen. Rom nahm ihn freudig auf, und die entfernter» Provinzen desReichs jauchzten ihm entgegen. Auck waren seine ersten Handlungen gerecht undedel. Er bestattete auf das ehrenvollste die Überreste seiner Mutter und seinesBruders Nero, setzte alle Staatsgefangene in Freiheit, rief die Verbannten zurückund verbot jede Anklage wegen Hochverraths. Den Obrigkeiten ertheilte er freieC«uvcrs»riv»j«Lexicv». Bb. II. 25