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Caligulu
und unabhängige Gewalt. Obgleich des Tiberius Testament von dem Senat fürnichtig erklärt worden war, vollzog er jedoch alle Artikel desselben, den einzigen ob-erwähnten ausgenommen. Als er zum Consul erwählt worden, nahm er seinenOheim Claudius zum Mitconsul. So harre er die erste» 8 Monare seiner Re-gierung durch mehre Handlungen der Großmuth bezeichnet, als ihn eine Krankheitbefiel, nach welcher er sich durch die unerwartetste Umwandlung plötzlich als dengrausamsten, unnatürlichsten Tyrannen zeigte. Die künstlichste» Martern dien-ten ihm zur Lust. Wahrend seiner Mahlzeiten ließ er Verbrecher oder auch Un-schuldige foltern und enthaupten; die angesehensten Personen wurden täglich hin-gerichtet. Im Wahnsinne des ÜbermulhS hielt er sich selbst für einen Gott undließ sich die Ehren erweisen, welche man dem Apoll, dem Mars und selbst dem Ju-piter erwies. Auch mit den Attributen der Venus und andrer Göttinnen zeigte ersich öffentlich. Seiner eignen Gottheit erbaute er einen Tempel. Einst wünschteer, das römische Volk möchte nur Einen Kopf haben, um ihn aufeinen Streich ab-hauen zu können. Die Worte eines alten Dichters: „ON-riut >l ,n>'iu->ul",führte er häufig im Munde. Eine seiner größten Thorheiten war die Erbauungeiner Brücke zwischen Bajä und Pmzuoli. Er weihte diesen Wunderbau selbstprachtvoll ein, und nachdem er die folgende Nacht in einer Orgie mit seinen Freun-den hingebracht, ließ er plötzlich, um noch vor seiner Abreise etwas Außerordentlicheszu thun, eine Menge Personen, ohne Unterschied des ?llters, Ranges und der Gesin-nung, ergreifen und in das Meer stürzen. Bei seiner Rückkehr zog er triumphi-rend in Rom ein, weil er, wie er sagte, die Natur selbst besiegt habe. Daraufrüstete er sich zu einem Auge gegen die Germanen, ging mit mehr als 200Ml>Plann über den Rhein , kehrte aber wieder um, nachdem er einige Meilen ;urück-gelegt hatte und ohne einen Feind gesehen zu haben. Ihn hatte eine solche Furchtbefallen, daß er sich , als er an die Brücke kam und diese von den zudrängendenMassen verstopft fand, von Hand zu Hand über die Köpfe der Soldaten hinwegheben ließ. Er begab sich hierauf nach Gallien , das er mit beispielloser Habsuchtausplünderte. Nicht zufrieden mit der dadurch gewonnenen ansehnlichen Beute,verkaufte er alles Eigenthum seiner beiden Schwestern, Agrippina und Livilia, dieer verbannte. Auch das Geräkh des alten Hofs, die KleiderdeS MarcusAnto-nius, des AugustuS, der Agrippjna :c. verkaufte er. Bevor er Gallien verließ,kündigte er die Absicht an, noch Britannien gehen zn wollen. Er versammeltesein Heer an der Küste, bestieg eine prächtige Gondel, kehrte aber, nachdem er sichkaum vom Lande entfernt hatte, zurück, ordnete das Heer, ließ das Zeiche» zurSchlacht geben und befahl den Soldaten, ihre Taschen und Helme mit Muschelnanzufüllen, indem er ausrief: ,,Diese dem Ocean entrissene Beute gebührt mei-nem Palast und dem Capitol!" Als er nach Rom zurückgekehrt war, verlangte ereinen Triumph wegen seiner KriegSthaten, begnügte sich jedoch mit einer Ovation.Unzufrieden mit dem Senat, beschloß er den größten Theil der Senatoren und dieausgezeichnetsten Männer Roms zu verderben. Dies bewiesen 2 Bücher, die mannach seinem Tode fand, worin die Namen der Verurtheilten verzeichnet waren, undvon denen das eine I:>rliu-i (Schwert , das andre pulst! (Dolch) betitelt war. Ersöhnte sieh indeß mit dem Senat wieder aus, da er ihn seiner würdig fand. Er un-terhielt öffentliche Bordelle und Spielhäuser, und nahm selbst das Eintrittsgeld derBesuchendenein. EeinPferd, mitNamenInailatiui. war seinLiebling. Es hatteein Haus. eigne Diener und ward aus Marmor und Golde gespeiset. Caligula hatte es in das Eollegium seiner Priester aufnehmen lassen und war Willens, essogar zum Consul zu machen. Noch hatte er die Absicht, die Gedichte Homer's zuvertilgen, und fast hätte er die Werke und Bildnisse des Virgil und LiviuS ausallen Bibliotheken wegnehmen lassen, jenes, weil er ohne Genie und Kenntnisse,dieses, weil er ein unzuverlässiger Geschichtschreiber sei. Die Sitten Casigula's