Calixtiner CeilixtuS (Papste) 387
waren von Jugend auf verdorben; mik allen seinen Schwestern hatte er Blutschandegetrieben. Nachdem er mehre Weiber genommen und verstoßen hatte, fesselte ihnCäsonia. Eine Verschwörung, an deren Spitze Charta uns Cornelius Sabinus,beide Tribunen der präkorianischen Cohorten, standen, machte endlich seinem Lebenim -9. und seiner tyrannischen Regierung im 4. I. (von 37—41 n. Chr.) ei» Ende.
Caliytiner oder Utrag ui st e n, eine hussitische Partei in Böhmen ,die sich vornehmlich durch die Beibebaltung des Kelchs im Abendmahle für die Laienvon den Katholischen untersebied. (Vgl. Hussiten.) Unter Georg von Podie-brad , 145»—71, der sieb selbst zu ihrer Partei bekannte, wurden die ealsrtinischenStände den übrigen überlegen, unter WladiSlaw erhielten sie sich im Besitze ibrerReligionsfreiheit, und theilten seit der Reformation des 16. Zahrh. wie den Glau-ben, so aucb das Lchicksal der Protestanten in Böhmen . Ihre Weigerung, imschmalkaldifchen Kriege gegen ihre Glaubensgenossen zu fechten, zog ihnen anfangsharte Verfolgungen zu, doch ließ der ihnen sonst ungünstige Ferdinand l. sie dieVortheile des Religionsfriedens seit 1556 mit seinen übrigen evangelischen Unter-thanen genießen, und der vortreffliche Maximilian II. gab ihnen völlige Freiheitder Religionsübung. Bedenklicher wurde ihr Schicksal unter Rudolf !l., und siehatten Muhe, ihn endlich dahin zu bringen, daß durch den am 9. Juli 1699 aus-gefertigten Majestäisbricf die von ihnen in Verbindung mit den böbmischen Bru-dern und den Evangelischen eingereichte böhmische Confession öffentlich anerkannt,und ihre Kirchenordmmg, vermöge deren sie bisher eigne Lehrer, Kirchen und Schu-len und ein besonderes Consistorium zu Prag gehabt halten, bestätigt wurde. Daindeß Matthias mancherlei Verletzungen der Freiheiten dieses Majestätsbriefes zu-ließ, griffen die vereinigten Protestanten unter Anführung des Grafen von Thurn1617 zu einer Selbsthülfe, die den dreißigjährigen Krieg anfachte und nach einemkurzen Triumphe unter dem von ihnen erwählten Könige, Friedrich von der Pfalz,durch die Niederlage dieses übelberaihenen Fürsten bei Prag 1620, mit völligerUnterdrückung des Protestantismus bestraft wurde. Ferdinand ll. ließ viele Ca-liptiner, Lutheraner und Reformirle als Rebellen hinrichten und nöthigte andrezur Auswanderung; auch Ferdinand III. dehnte die Woblthaten de« westfälischenFriedens nicht auf die Evangelischen in Böhmen aus. Leine Nachfolger warendem Protestantismus nicht günstiger, und erst das Toleranzedict Ioseph's II. gabden Evangelischen in Böhmen 1782 die seit 162 Jahren entbehrte Freiheit derReligionsübung wieder, welche die reformirten und lutherischen Gemeinden, unterdie sich die Reste der alten Ealixtiner verloren haben, noch gegenwärtig genießen, II.
C a l i x t u s. Päpste dieses Namens. I. War röni. Bischof von 217 bis224, wo er nach langer Gefangenschaft den Märtyrertod erlitt. — II. Guido,Sohn des GrafenWilh. v. Burgund, Erzbischof von Vienne und päpstlicher Legatin Frankreich, wurde 1119 zum Nachfolger des von Kaiser Heinrich V. aus Italien vertriebenen PapstesGelasiuS il. im Kloster Clugny , wo dieser gestorben war, ge-wählt und zu Vienne gekrönt. Noch in dems. I. hielt er Kirchenversammlungenzu Toulouse gegen ketzerische Separatisten und zu RheiniS, wo der langwierige In-vestitursireit beigelegt werden sollte; aber da der Kaiser einen deßhalb schon geschlos-senen Vergleich nicht bestätigte, wurde die Excommmncation desselben, dieCalixtuS II. noch als Erzbischof und Legat auf dem Concilium zu Vienne 1112ausgesprochen hatte, feierlich wiederholt. Auch den vom Kaiser ernannten Gegen-papst, Gregor VIII. , excommunicirte C. zuRheimS und erneuerte ältere Beschlusseüber die Simonie, Investitur durch Laien, Vererbung geistlicher Pfründen, Ltvl-gebühren und Priesterehe. Wegen eines Rangstreites der englischen Erzbischöfesprach er den König Heinrich I. zu GisorS , doch ohne Erfolg. Desto glücklichersetzte er den Jnvestiturstreit durch Verbindung mit den Rebellen in Deutschland ,besonders den Sachsen, gegen den Kaiser Heinrich V. fort, zog 1120 nach Italien
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