Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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391
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Callisen Calmar 891

braunem Gründe und Muster n, worin rothe Blumen vorherrschend waren, gedrucktwurden, so kamen davon zweierlei Arten zunächst in den deutschen Handel: lullcl>l»t>> (Doppcltruck), wo die rothe Farbe doppelt aufgetragen war, und >>.-,! kick,lots,einfacher rother Druck. Späterhin brachten die Engländer auch mit andern Far-den gedruckte CallicoS in den Handel, und so lange das sogenannte Continental-sysien; die englischen Manufacluren vom Festlande verdrängte, nannten alle deut-sche und schweizerische Fabricanten ihre gedruckten Cattune CallicoS.

Callisen (Heinrich), ?krzt und Wundarzt, geb. 1740 zu Pentz im Her-zogth. Holstein, Sohn eines armen Geistlichen, bildete sich durch sich selbst, dientein der Armee und auf der Flotte, dann in den Hospitälern zu Kopenhagen , wurde1771 Obcrwundarzl der dänischen Flotte und 1773 Professor der Chirurgie beider Universität zu Kopenhagen . Er schrieb 1777 s. „ImNlntl. <-l>'nur-ss,t- I>o-ckwin.-w", die gan; Europa mit Beifall aufnahm, und über welche in Wien undauf den russischen Universitäten gelesen wird. Noch findet man von ihm trefflicheAufsätze in medicinischen Zeitschriften. Den Ruf an die erste Lehrstelle bei dermedicinisch-chirurgischen Schule in Berlin lehnte er ab. Der König von Däne-mark ernannte ihn zum Staatsrath 1802, Danebrogsmann 1800 und Com-mandeur 1813. Er starb zu Kopenhagen den 5. Febr. 1824, 84 Jahre alt.

Callot (Jacques), der malende Gozzi, wie ihn Jean Paul nennt undHoffmann in seinen „Phantasiestücken in Callot'S Manier" schildert, geb. 1564 zuNancy , besiegte standhaft jedes Hinderniß, das sich der Vervollkommnung seinesKunsttalent? entgegenstellte. Zwei Mal entlief er seinen Ältern, die ihn einer an-dern Bestimmung widmen wollten, und floh nach Italien, lernte zu Rom zeichnenunter Jul. Parigi, kupferstechen unter Philipp Thomassin, und wurde nachher zuFlorenz ein Schüler von Canta-Gallina, und zu Nancy von Claude Henriet.Bald überließ er sich gänzlich der Liebe zur Kupferstechern und zog hier wieder dieÄtzkunst vor, wahrscheinlich weil durch sie sein lebhafter und fruchtbarer Geistsich schneller ausdrücken konnte. In einem Zeitraume von 20 I. erfand und fer-tigte er an 1600 Stücke. (S. d. Derz. in dem „<1:>>>>net <Io sinpmlurii«^elnwMnre. peliitiiri:, saulptnrc et psiavurv" VVN Le CvMte, Thl. 2, S. 376— 392, rmd besser noch in Gersaint'g „(Amlo^ne cle I.,närmere".) In derAnordnung, Composition und Austhcilung des Lichts glänzt C. nicht, aber mden einzelnen Partien ist er vortrefflich; die Zeichnungen sind richtig, die Stellun-gen meist gefällig, die Gruppen mannigfaltig, die gezwungenen Contraste vermie-den, der Ausdruck ist stark, und die Ausführung von der Leichtigkeit einer Meister-hand. Besondern Ruhm hat er sich durch die Zeichnung kleiner Figuren erwor-ben, die er auch in Menge in allen seine» Stücken angebracht hat. Die meistendavon, wenn man die heiligen Gegenstände abrechnet, sind Darstellungen vonSchlachten, Belagerungen, Bällen, festlichen Aufzügen. Don diesen werden die„äll-., reu cl n,->!l>>;»rs <le ü> pncrre" auf 18 Bl. auf das vorzüglichste gepriesen.Dergleichen Blätter verfertigte er für Cosinus ll. von Florenz , Ludwig Xlll. vonFrankreich und den Herzog von Lothringen . Eigne Neigung trieb ihn so sehr zumKomischen, das; er dieser Laune selbst bei Darstellung heiliger Gegenstände nichtwiderstand, z. B. in der Versuchung des heil. AntoniuS. Er stellte aber nichtblos; alle, Hand burleske und groteske Figuren in seinen Blättern mit auf, die manCallot 'sche Fratze» genannt hat, sondern schuf auch ganze Gemälde dieser Art, diein der That den Inbegriff seiner Kunst zeigen. Seinen Jahrmarkt, seine Bettlernennt man als seine vollkommensten Arbeiten. Zu bemerken ist noch, das; er der Erstewar, der beim Ätzen sich des Lcheidewassers und eines Firnisses bediente. C. starbzu Nancv d. 28. März 1655. Auch als Mensch ist er sehr interessant. Man leseCallot'S Biographie bei Gersaint a. a. O. oder von Husson (Par. 1766).

Calmar, die Hauptst. von Smäland in Schweden, an der Ostsee, Oland