Calonne
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einander Turgok und Necker, Fleurv und Ormesson ins Finanzministerium berufen.Zm Nov. 1783 folgte diesen, nach MaurepaS's Tode, Calonne, der freilich schondie Finanzen in Unordnung fand. Ausser den Anleihen und verfallenen Zahlun-gen, die sich von den vorhergegangenen Regierungen Herschrieben, waren 176 Mist.vorauSerhobcn worden. Calonne verhehlte seine Verlegenheit und nahm einenSchein von Wohlbefinden an. Er veisschmähte das Hülfsmittel der Ersparnisse,bezahlte die fälligen Termine, hielt die öffentlichen Papiere durch geheime Vorschüsseaufrecht, beschleunigte die Zahlung der StaatSrenten, setzte bedeutende Vergütun-gen für die Regie- und Landgüterpachtungen aus, sicherte den Credit der (Hssomachte Pläne zn Tilgungsfonds und unternahm sogar eine UmprS-gung der Goldmünzen, wie in einer Zeit der tiefsten Sicherheit. Anfangs befolgteer das vor ihm angenommene Anleihesvstem. Nach seiner Schätzung hatte die Regie-rung von 1776 — 86 ungefähr 1250 Mill. geborgt; das jährliche Deficit aberbeliefsich auf115Mill.; dies sollte jedoch 1797 bis auf 55 Mill. getilgt sein.Zu dem Ende mußten die Staatseinkünfte, welche sich damals auf 475 Mist. be-laufen konnten, bis auf 590 Mill. gebracht werden. C.'S erste Maßregeln wa-ren nur für den Augenblick berechnet; die Staatsschuld ward auf kein sicheresUnterpfand begründet. Dies zu bewirken, gab es nur ein neues ContributionS-system, und C. schlug es vor. Seine beiden Haupthebel waren eine in Naturazahlbare allgemeine Grundsteuer und eine Erhöhung der Stempeltape. Da indeßvorauszusehen war, daß der Ausführung eines Plans, der von den beiden erstenStänden des Staates bis dahin unerhörte Opfer federte, von ihnen Hindernisse ent-gegengestellt werden würden, eine allgemeine SLtändeversammlung aber zu gefähr-lich schien, so wählte C. einen Mittelweg, der die für die Erreichung seiner Ab-sicht nöthigen Bedingungen zu haben schien. Er schlug eine Versammlung vonNotablen, gewählt aus den angesehensten Mitgliedern der beiden ersten Vtände,den Obrigkeiten, und aus den Häuptern der wichtigsten Municipalitäten vor.Am 22. Febr. 1787 hatten die Notablen ihre erste Sitzung zu Versailles . Manerwartete mit Ungeduld den Bericht des Finanzministers. Er erstattete ihn mitaller Geschicklichkeit, deren er fähig war; aber dies konnte den übel» Eindruck sei-ner Ausschlüsse nicht mindern. Der Ausfall von 115 Mist. war größer, als niangefürchtet hatte. C. leitete den Ursprung desselben von der Verwaltung Ter-ray's her, behauptete,'daß er-damals 40 Mill. betragen, daß er von 1776 — 83 umebenso viel gestiegen, und gab endlich zu, daß er selbst ihn bis 1786 um 35 Mill.vermehrt habe. Lafavetke erschien an der Spitze der zahlreichen Ankläger, die nungegen C. auftraten, aber der König schien im ersten Augenblicke seinen Mini-ster zu halten. Der Großsiegelbewahrer, C.'S steter Gegner, wurde entlassen.Dieser Triumph war jedoch von kurzer Dauer. Unabhängig von Lafayette'gund Necker'S Freunden trat noch eine andre Partei gegen ihn auf, diejenige,welche den Erzbischof von Toulouse , Lomänie-Drienne, ins Ministerium brachte.Der Hof erschrack über die Weitläufigkeiten der Versammlung der Notablen ruidüber die Gährung, welche sie erregte. Calonne wurde seines Amtes entsetzt undnach Lothringen verwiesen. Von dort begab er sich nach England, wo er vonder Kaiserin Katharina eine schmeichelhafte Einladung bekam; er aber beschäf-tigte sich, die Anklagen, welche sicb gegen ihn erhoben, zurückzuweisen, ffn seineran den König gegen das Ende 1787 gerichteten Bittschrift durchgeht er aste seinemimsteriellen Unternehmungen, und beniüht sich zu beweisen, daß sie sämmtlich dieV'rbesserung der Finanzen zum Zweck gehabt. Der Erzbischof von Toulouse ,sein Nachfolger, hatte ihm das persönliche Mißfallen deS Königs zu erkennen ge-geben; die Parlamenter von Grenoble, Toulouse , Besanron hatten ihn der öffent-lichen Ahndung preisgegeben; das Parlament von Paris war förmlich gegenihn ausgetreten. C. vertheidigte sich gegen aste diese Angriffe; er ersuchte den