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König, zu erklären, tafi er stets aus seinen ausdrücklichen Befehl oder mit seiner Zu-stimmung gehandelt habe, und erbot sich, im Fall der König schweige, auf die feier--liebste Weise vor dem Gerichtshöfe der Pairs, vor dem er angeklagt worden, sich zurechtfertigen. Allen Beschuldigungen setzten Calonne'S Freunde die allerdingswahre Thatsache entgegen, daß er arm aus dem Ministerium getreten sei. Gleichunwirksam war ein Bries C.'S an den König vom 9. Febr . 1789, politischeBetrachtungen enthaltend und hauptsächlich gegen Necker gerichtet. Er zeigtedarin an, daß er die Absicht habe, sich als Candidat zu den Generalsiänden einzusin-ken. Wirklich erschien er in der Wahlversammlung des Adels von Bailleul, kehrteaber unverrichteter Sache nach London zurück, wo er sich mit polemischen Schriftenüber die Lage der Angelegenheiten Frankreichs beschäftigte. Die Revolution hatteindeß begonnen. C. nahm mit einem Eifer, der seine Kräfte zu übersteigenschien, an den Ereignissen Theil. Seine Unterhandlungen, seine Reisen nachDeutschland, Italien und Rußland , seine Beharrlichkeit, seine Anhänglichkeit mach-ten ihn der Partei unschätzbar, welcher er diente. Um seiner unglücklichen Sachenoch mit der Feder zu dienen, schrieb er s. „Tableau ,Ie ITämg»' en Xovo,>!>,<;1795", merkwürdig wegen der Warme, womit er die Ereignisse darstellt. iLeikdemlebte er zu London , vornehmlich mit den schönen Künsten beschäftigt, die er immermit Geschmack getrieben hatte; 1802 kehrte er nach Paris zurück, wo er den 30.Oct. d. I. starb. Dies war die Laufbahn eines Ministers, der den ersten Anstoßzur Revolution seines Landes gab. Die für eine große Verwaltung erfoderlichenEigenschaften besaß er in einen, hohen Grade; er kannte genau da? Einzelne, um-faßte das Ganze mit bewunderungswürdiger Genauigkeit, und war selbst fähig,das Höchste ing Auge zu fassen. Wenn aber Weisheit, welche die Gedanken zurReife bringt, wenn ein verschallender Blick, der die Hindernisse erräth, wenn einfolgerechter und ordnungsliebender Geist, der den Erfolg der Unternehmungen vor-bereitet, wesentlich zu einem Staatsmanne gehören, so darf §. keinen Aisspruchauf diesen Name» machen. Seinem Charakter fehlte Menschenkenntniß. SeineSitten waren fern davon, strenge zu sein. Bestie Werke, unter denen seine Redenund Denkschriften an die Versammlung der Notablen den ersten Platz verdienen,haben als histor. Denkmäler in der Finanzverwaltung bleibenden Werih. — SeinBruder, der Abbe C., stiftete in London mit Montlosier den „lä>>,,ricr ste l'bu-ging nach Canada , und starb 1822 als Pfarrer zu Trois-Rivü res.
Calottisten (oder das liegnnenk Oo la käOotte), eine Gesellschaft,welche zu Paris in den letzten Regierungsjahre» Ludwigs XI V. entstand und denabenteuerlichen Einfall hatte, ein Regiment unter dem Namen lAIviie, einePlatkmütze, welche man Einem, der sich über Kopfschmerzen beklagte, auszusetzenim Scherz gerathen hatte, und woraus sich eben jener Einfall entspann, zu errichten,und darin Alle aufzunehmen, welche durch sinnloses lächerliches Betragen, durchseltsamen Charakter, tolle Meinungen u. s. w. den öffentlichen Tadel sich zuziehenwürden. Sie hatten besondere Wappen, worin der Scepter des MomuS, fernerSchellen, Affen, Klappern rc. sich befanden; in der Hauptfahne standen die Worte:„lbivet >Ic»i>n-i. lnn.1 iniluit". Allen, die sich durch Thorheiten auszeichneten,wurden Patente zugeschickt, und obgleich Manche sich höchlich darüber entrüsteten,so wurde» sie dennoch ausgelacht. Als der Oberste dieser Calottisten, Torsac, ge-storben war, und die Leichenrede (eine sinnreiche Kritik des akademischen SiylS),welche die Calottisten auf ihn hielten, consiscirt wurde, eilte der Gardeoberst Aunonzum Marschall von VillarS, beklagte sich und setzte am Ende hinzu: „Monsei-gneur! Seit Alerander's und Cäsar's Tode haben die Calottisten keinen andernBeschützer als Sie", und die Confiscation wurde aufgehoben. Indessen wur-den die Herren doch zu übermüthig, indem sie Minister und selbst fremde Königeangriffen, und so nahm das Regiment bald ein Ende.