Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Calpe Calquirrn

Cakpe, eint der sogenannten Sänken des Hercules, und zwar die euro-päische, das heutige Gibraltar . Die auf der afrikanischen Küste gegenüberlie-gende hieß Abyla.

Talprenede (Gautier de Cosies de la), geb. zu Tolgou in Gascogne,gest. zu Paris 1663 als königl. Kannnerherr, ist einer von den Schriftstellern,durch welche eine neue Art meist sehr dickleibiger und langausgesponnener Ritter-romane im 17. Zahrh. Mode wurde. Begebenheiten aus der Geschichte der Grie-chen und Römer wurden in dem Geiste und der Manier des ältern Ritterromansso bearbeitet, daß nur die Ramm griechisch und römisch blieben, die 'Abenteuerselbst aber, die Situationen und Charaktere ganz die romantische Ritterzeit ath-meten. Don Calprmede sind „Caisandra", 10 Bde.; „Cleopatra", 12 Bde.;„Faramond", 7 Bde., wozu Herr von Baumori.'-re noch eine Fortsetzung in Z Btn.lieferte. Durch diese Werke erwarb sich der Derf., dessen Trauerspiele nebe» deneneines Corneille keine Aufmerksamkeit erregen konnten, zu seiner Zeit großen Ruf.Zu leugnen ist nicht, daß die seüügen unter allen dieser Art sich Vortheilhaft aus-zeichnen. Es mangelt dem Vers. nicht an dichterischer Einbildungskraft; seineHelden sind nicht ohne Erhabenheit, und man findet gut gezeichnete Charaktere,unter denen der des Artaban eine Art von Glück gemacht hat, indem er zumSprüchwort geworden ist, welches freilich zugleich das Lächerliche der Übertrei-bung anzeigt, ohne die es allerdings hier nicht abgeht. Wäre C. minder eilfer-tig gewesen, so hätte er bessere Werke liefern können; fast schrieb er aber so ge-schwind als er sprach. Dennoch sind die Begebenheiten mit vieler Kunst in ein-ander verflochten, die Sprache nicht gemein, und das Ganze, so gedehnt es ist, nichtohne poetische Haltung. An Abenteuerlichkeit hat wohl seine Gattin in ihremRoman: IUN,M 05. o» ><!.>! >Hvort>r5l.unenii cle 1.1 zirliioerio .1><:i<Ii.ino",

ihn noch übertroffen. Auch in Deutschland wurde in der letzten Hälfte des 17.Zahrh. diese Gattung von Romanen Mode; die „Aramena", „Octavia" desHerzogs Anton Ulrich von Braunschweig u. a. waren dieser Art.

Calpurnius (Tims Julius), gebürtig aus sicilien, lebte im 3. Zahrh.Wir besitzen von ihm 7 Zdyllen, die nicht ohne Verdienst sind und de» Virgil 'schensich nähern, obwohl sie ihnen an Zierlichkeit und Reinheit, sowie den Theokrit'schenan Einfalt und Natürlichkeit nachstehen. Die beste Ausgabe ist von Beck (Leipz.1803); deutsch von Wiß (Leipz. 1805).

Calguiren , durchzeichnen, entweder aufgefirnißtes Papier, welches manauf eine Zeichnung legt und die durchscheinenden Striche nachzieht, oder auch in-dem man die Rückseite einer Zeichnung oder eines Kupferstiches mit einer Kreideeinreibt, ein weißes Blakt darunter legt und mit einer stumpfen Nadel über dieje-nigen Linien der Zeichnung hinfährt, welche man durchzeichnen will, und welche aufdem unterlegten Papier erscheinen. Zn der Malerkunst und in den mit ihr ver-wandten Kunstzweigcn ist das Calguiren oft von großem Nutzen. Besonders ma-chen auch die geschicktesten Kupferstecher häufig Gebrauch davon, wenn es daraufankommt, das nachzubildende Original mit geometrischer Genauigkeit aufdie Plattezu übertragen. Da jedoch die Abdrücke eines Kupferstiches, der auf die vorbeschrie-bene zweite Art vorgezeichnet wäre, verkehrt erscheinen würden, wie man dies inder That zuweilen findet, so muß der Kupferstecher sich entweder des Firnißpapl'erSbedienen und, bei Übertragung der darauf abgerissenen Zeichnung auf die Platte,das Papier umwenden, oder sich durch einen sogenannten Gegena'.'druck, der dieZeichnung umgekehrt und so darstellt, wie sie auf die Platte gebracht werden muß,zu Hülfe kommen. Der Gegenabdruck wird hervorgebracht, indem man die zucopirende Zeichnung behutsam anfeuchtet, sie sodann mit einem ebenfalls ange-feuchteten Blatte weiße» Papiers bedeckt und beide zugleich unter die Kupferdru-ckeipreffe bringt. Durch dieses Verfahren erhält man einen, in der Ausführung