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aber ohne sich darum für verschieben von den Anhängern Luther'S zu hakten. Dieseförmliche Absonderung geschah erst nach dem Colloguium (Unterredung) von Poissy 1561, wo sie außer einigen andern hauptsächlich den 10. Art. der augsburgischenConfession ausdrücklich verwarfen und den Namen Calvinisten annahmen. C.starb den 21. Mai 1564 in s. 55. Lebensjahre. Er war von sehr schwachem Kör-per und litt an häufigen Krankheiten. In Strasburg hatte er sich mit einer Witwe,Idelekte de Burie, 1589 verheirathet; ein mit ihr gezeugter Sohn starb früh;1549 verlor er seine Gattin, worauf er sich nicht wieder verheirathete. Er warnüchtern und streng in seinen Sitten, aber von einer traurigen und unbeugsamenGemüthsstimmung. Er kannte nie die Süßigkeit der Freundschaft und hattekeine andre Leidenschaft, als seinen Meinungen den Sieg zu verschaffen. InRücksicht der Uneigennützigkeit wird er Wenige seines Gleichen haben. Er hatteeinen Iahrgehalt von 150 Franken, 15 Maß Getreide und 2 Fässer Wein ; nienahm er ein MehreS. Der Werth seines gesammten Nachlasses in Büchern,Möbel», Geld rc. überstieg nicht 125 Thaler. Sein Charakter war unduldsam;er ertrug keinen Widerspruch. „Ich habe", schrieb er an Bucer , „keine här-tern Kämpfe gegen meine Fehler, die groß und zahlreich sind, als diejenigen, indenen ich meine Ungeduld zu besiegen suche. Dieses reißenden Thieres bin ich nochnicht Herr worden". Auch ist der Ton seiner Streitschriften fast immer hart undmit Bitterkeit und Verachtung gemischt. Es gelingt ihm nicht immer, das Ge-fühl, das er von seiner Überlegenheit hat, zu verbergen. Als Theolog stand T.keinem seiner Zeitgenossen nach an tiefen Kenntnissen, Scharfsinn und, wie er sichDessen auch rühmt, in der Kunst, einen Gegenstand darzuthun; als Schriftstellerverdienter großes Lob. Seine lateinischen Schriften sind mit viel Methode, Würdeund Correctheit geschrieben. Außerdem war er auch ein großer Rechtsgelehrterund ein geschickter Politiker. Aber alle diese ausgezeichneten Eigenschaften würdennicht hingereicht haben, ihn zum Oberhaupt einer besondern Religionspartei zumachen, wenn er nicht mit Kühnheit die Ausübung aller äußern Gebt änche verwor-fen hätte. Dadurch gewann er auf der einen Leite viele Gebildete, welche denSinnenreiz für etwas ÜnwürdigeS anzusehen geneigt waren, und gab auch den Un-gebildeten ein leichtes Mittel an die Hand, ihre Trennung von der Gegenpartei zubezeichnen, ohne auf die Lache selbst eingehen zu dürfen, wozu sie allerdings wedergeneigt noch geschickt waren. Außer Beza'S„Vita Lalvini", Bayle'ö „Victronn.",vgl. m. d. „Reformat. -Alman. auf d. I. 1821" (Erfurt ).
CalvisiuS (Seth ), Musiker und Chronolog des 16. Jahrh derSohneines Landmanns, Jakob Kalwitz, zu Gorschleben in Thüringen , geb. den 21.Febr.1556, besuchte die Schulen zu Frankenhausen und Magdeburg , die UniversitätenHelmstädt und Leipzig , wo er Musikdirector an der Paulinerkirche ward. 1582erhielt er das Cantorat in der Schulpforta und 1592 an der Thomasschule zu Leip-zig, schlug mehre ihm in Frankfurt und Wittenberg angetragene Professuren ausund starb am 23. Nov. 1617. Seine gründlichen und in gutem Latein geschrie-benen theoretisch-musikalischen Werke findet man in Gerber's „Biogr. Lexik, derTonkünstler" angeführt. Man hat auch noch viele große Motetten und Hvmnenvon ihm. Er ist auch Verfasser niehrer wichtigen chronol. und andrer wissensch.Werke, als: „Opus cliroiioiogstcnii," (1605, 4.); „bor , »!,!.'> tälil-,1(1(1, ii „oviOileiill.irio 6,<-r;. c.vpecli lior. „iMior et er, lio," Heidelb. 1613 rc.); „b.Ieii-cliNi! 1 ( 1 . Ore^." (1613). Zach (s. d.) sagt von ihm als Chronologen:„Dieser genaue und feurige Forscher war kein bloßer Compilator, wie die meistenseiner Zeitgenossen sind. Er beurtheilte, was er gesammelt hatte. Zum Behufeseiner Zeitrechnung hat er nahe an 300 Finsternisse benutzt, und seine Zusammen-stellung der Bewegungen der Himmelskörper mit den geschichtlichen Zeugnissenzeugt von ebenso viel Gelehrsamkeit als Scharfsinn". 11.