Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
Seite
401
JPEG-Download
 

Cambrai Cambridge (Adolphug Fredcrik, Herzog v.) 401

bliche vorlegte. Dieses „siechet cke Ooile cieil" (1786) wurde späterhin dieGrundlage des „(lock,- di.>>»,Ie<>n". Den 20. Mai 1797 trat er aus dem Rathe;das Jahr darauf erschien er unter den Wählern von Paris , und nach der Revolu-tion vom 30. Prairial VII. (19. Juni 1799) ward er zum Iustizminister erhoben.Den 18. Brumaire erhielt er die Stelle eines zweiten ConsulS, welche er iin Dec.antrat. Er ließ die Einrichtung der Gerichtsverwaltung den Haupkgege»standseiner Beschäftigung sein. Nach Napoleons Thronbesteigung ward er zum Reichs-erzkanzler und daraus zum Großofsicier der Ehrenlegion ernannt, erhielt nach undnach fast alle fremde große Orden und ward 1808 Herzog von Parma. Erbatsich stets durch vorzügliche Anhänglichkeit an Napoleon ausgezeichnet. - Die vielenSenaknseonsulte, die während dessen Regierung erschienen, sind von ihm abgefaßt.Als Napoleon gegen die verbündeten Mächte 1813 zu Felde zog, war E. Präsidentdes RegentschaftSraihes. Bei Annäherung der Verbündeten 1814 folgte er demGouvernement nach BloiS lind sandte von dort seine Zustimmung zu des KaisersAbsetzung. Als dieser aber 1815 zurückkehrte, ward er von neuem Crzka zler undIustizminister, sodann Präsident der Pairskammer. Nach Napoleons zweitemSturze traf ihn die Verbannnngsverordnung Ludwigs X.VIII.; er ging »achBrüssel. Im Dec. 1818 erlaubte ihm der König die Rückkehr nach Paris , woer seit dieser Zeit privatisirtc und den 8. März 1824 starb.

Eambrai oder Eamerik, große, stark befestigte Stadt (3000 H..16,000 E.) mit einem BiStbnme, an der scheide, in den franz. Niederlanden ,Departement du Nord, hat Fabriken. Von daher kommt die u. d. N. Cambrai oder Eammertiich bekannte Leinwand. 0» der Kathedralkirche ist des 1715 gest.Fän-lon Denkmal. Den 10. Dee. 1508 wurde zu E. die Ligue (s. d.) gegenVenedig geschlossen; den 5. Aug. 1529 der sogen. Damenfti.O mit Karl V. (s.Franz I.), und 1721 ward hier vom Kaiser Karl VI. und Philipp V. ein Frie-denscongreß eröffnet, der sich aber durch den wiener Vergleich vom 30. April1725zerschlug.

C a m b r i d g e, die schlcchtgebante Hauptst. der engl. Grafschaft gl. N. in-Ostangeln, mit 12,000 Einw., am Flusse Eam, berühmt wegen ihrer Universität,welche schon 630 gestiftet sein soll, aber erst 1280 ihre jetzige Einrichtung erhielt.Sie hat 13 Collegia (s. Colleges), unter welchen das Triniru-College das wich-tigste ist, und 4 Hallen. Die Universitätsbibliothek hat 100,000 Bücher u. mehreHandschriften; die des Triniky-College 13,000 Bücher. Es gibt hier eine Gesell-schaft der Wissenschaften, einen botanischen Garten, ei» chemisches Laboratorium,eine Sternwarte, eine Naturalien-und eine Kunstsammlung. Im I. 1824 zähltedie Universität 4489 Studenten, von denen aber ein großer Theil nicht anwesendist. Sie sendet 2 Depntirle ins Parlament; eben so viele die Stadt. Cromwell undMilton studirten daselbst, und in dem Garten des Christ-College steht noch ein gro-ßer Manlbeerbanm, den der unsterbliche Sänger des „Verlorenen Paradieses" ge-pflanzt haben soll. Er wird mit großer Sorgfalt gepflegt, und nian hat denStamm mit einem Überzüge von Blei bekleidet, um ihn vor dem Einflüsse derWitterung zu schützen.

Cambridge (Adolphus Frederik von England, Herzog von), Graf vonTipperarv, Baron von Culloden, Generalstatthalter von Hanover, Kanzler derUniversität von St.-A»dre und Feldmarschall, ist geb. den 24. Febr. 1774. Fürden Waffendienst bestimmt, tratermit dem 16. I. als Fähnrich ei» und bezog baldhernach die Universität Göttingen . Nachdem er sich einen Winter am HofeFriedrich Wilhelms II. aufgehalten hakte, reiste er nach London zurück, wohnte1793 dem Feld,znge in den Niederlanden bei und wurde in der Schlacht bei Hond-scooke (8. Wept.) gefangen, aber sogleich wieder befreit. 1794, nach erlangterVolljährigkeit, zum Obersten und Herzog von Cambridge ernannt, ward er in dieEoiivetsativnS >2exicoii. Bd. U. 26