Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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406
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CamilluS

406 ' CamerariuS (Joachim H.)

Heinrich und Moritz von Sachsen auf. die Universiät Leipzig neu zu organisi-reu. Er verfaßte, gemeinschaftlich niik Kaspar Dörner, die Statuten derselben.Lange stand er ihr als Rector und Decan vor. 1555, gmg er auss neue als Ab-geordneter zum Reichstage nach Augsburg und von da mit Melanchkhon nachNürnberg , um hier über verschiedene ReligionSgegcnstände zu verhandeln. Imfolgenden Jahre begleitete er diesen Gelehrten auf den Reichstag zu Regensburg .In der Folge gab er die für die Zeitgeschichte so wichtigen Briefe Mclanchthon'Sheraus, mit dem er 38 Jahre in Verbindung gestanden hatte. Auch schrieb er einLeben Melanchthon'S, welches eine Geschichte der Reformation in sich schließt.§. war 68 Jahre alt, als Maximilian II. ihn nach Wien einlud, um sich überverschiedene kirchliche Angelegenheiten mit ihm zu berathen. Er kehrte mit rei-chen Geschenken zurück. In einem Alter von 71 I. befiel ihn eine Krankheit,die vom Stein herzurühren schien. Er wollte sich jedoch der Operation nicht unter-werfen, verbot auch die Section seines Körpers und starb zu Leipzig den 17. Apr.1571. linker seinen SKindern waren 5 Söhne, deren emerIoachimII. (S. d.folg. Art.) C. war von Natur ernst und einsplbig, selbst gegen seineKinder. DerLüge war er über Alles fcind und duldete sie selbst im scherze nicht. SeineSchriften belaufe» sich auf 150 , meistens Übersetzungen aus dem Griechischenund Lateinischen . Auch hat man von ihm lateinische und griechische Gedichteund 1 t Bücher vertrauter Briefe.

CamerariuS (Joachim N.),,des DorigenSohn, geb. am 6.Nov. 1534zu Nürnberg , einer der gelehrtesten Ärzte und größten Botaniker seiner Zeit.Nachdem er zu Wilkenberg, Leipzig und BieSlau Medicin studirt hatte, bereisetcer Italien, hörte hier die berühmtesten Professoren und promovirke zu Bologna .Seit 1564 übte er seine Kunst mit großem Erfolg in Nürnberg aus. Er ver-mochte den Magistrat, eine meticinikche Lehranstalt zu stiften, deren Decan er bisan seinen Tod war. Vor Allem liebte er die Botanik, über die er mehre großeWerke herauszugeben sich vornahm. Er legte einen botanischen Garten an undsparte weder Mühe noch Kosten, um Materialien zu sammeln. So kaufte er vonKaspar Wolf in Zürich die kostbare botanische Bibliothek und die HandschriftenKonrad Gesner 'ö um 150 Gulden. Es befand sich dabei eine Sammlung von1500 in Holz geschnittenen Pflanzen, welche C. zum Thc,l für „II>ilon>e »liN.-;--ü»,!> I'ctri äl->illn>>!i" u. s. w. benutzte. Eine kleine Zahl von Abbil-

dungen hat er jedoch hinzugefügt, und zwar von seltenen Hflanzen, deren ersteKenntniß man ihm verdankt. Sämmtliche Abbildungen sind als die vollkommen-sten zu betrachten, die in Holz ausgeführt worden. C. fügte seinem Werke dielatein. Übersetzung von „CalceolariuS'S Reise nach dem Berge Baldo" bei, derendeutsche Übersetzung (von G. Handsch u. d. 3). „Kräuterbuch" bekannt ist. Donseinen übrigen Werken nennen wir: „IIoi iu>i nx-üiuu!, ct i>>iilos<>i>!>leu;" (einKa-talog der Pflanzen seines Gartens); t>v>»I,oIo, um cinbleinatu,» ex >c >>ei l,a-IÜI (lesumtoi»n> eenluii:, IINI," (Nürnb. 1590); „Icleeta Aeorxfio.i r!vc 0>>»z-r»I-> <>e re rn-Ne,," u. s. w. Er starb zu Nürnberg 1598. — Noch nennen wirJohann Rudolf CamerariuS und dessen Sohn, Elias Rudolf , fernerdessen beide Söhne, Elias und Rudolf Jakob , und endlich des Letzter»Sohn Alexander, welche sich sämmtlich um die Medicin, besonders aber umdie Botanik, bedeutende Verdienste erworben haben.

CamilluS (MarcuS-FuriuS). Dieser römische Held ward 401 vor Chr.zum VolkStribun erwählt und nahm Theil an der Belagerung von Veji. DreiJahre später ward er mit derselben Würde bekleidet und zog wider die Faliü-kcr. Nachdem er Censor geworden, trug er auf ein Gesetz an, das den »nvcr-heirathelen Männern auferlegte, die Witwen der im Kriege Gebliebenen zu hei-»athen . Nach der Niederlage der Kriegötribunen L. AtiliuS und En. GcnuciuS