Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Camilluö

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vor Veji durch die Tuster ward C. Dictator. Er schlug die Falisker, Capena-ter und Tusker, rückte vor Veji, in das er sich einen unterirdischen Weg bahnte,und bemeisterte sich 398 vor Chr. eines Platzes, der 10 Jahre lang der römi-scheu Macht getrotzt hatte. Das Volk murrte, als man C., auf einem präch-tigen Wagen m.t 4 weißen Rossen und das Gesicht geschminkt, im Triumph ein-ziehen sah; denn das Eme wie das Andre gebührte nur den Göttern. Aber aufshöchste stieg die Unzufriedenheit der Bürger, als der Dictator den zehnten Theilder Beute von ihnen zurückfederte, um eine dem Apollo für den zu verlcchendenSieg gethanes Gelübde zu bezahlen. Nach langem Streite kam man übercin,dem Gott eme goldene Schale zu weihen, wozu die römischen Frauen all ihr Ge-schmeide in den öffentlichen Schatz liefern mußten. Nicht lange darnach ward C.zum Kriegstribun ernannt. Er belagerte Falerii, dessen Einwohner sich aufsdüsterste vertheidigten. Ein Schulmeister überlieferte die Kinder der vornehmstenFalisker dem E., der aber den Verräthcr mit gebundenen Händen unter Ruthen -streichen von den Knaben zurückfuhren ließ. Diese Großmuth bewog die Belager-ten, sich ihm zu ergeben. Der Wenat erlaubte dem C., das Schicksal der Be-siegten zu bestimmen, und dieser begnügte sich damit, daß sie seine» Soldatenden rückständigen Sold bezahlten, vermebrle aber nur dadurch die Zahl seinerFeinde. Schon früher hatte sich C. dem Vorschlage, mit der Hälfte der BürgerRoms Veji zu bevölkern, widersetzt; er that es auch jetzt, als dieser Vorschlag er-neuert wurde. Einige Zeit mit der Würde eines Interrex bekleidet, hatte er mitallen Verfolgungen des Hasses zu kämpfen. Der Volkstribun Lucius Apulejusklagte ihn an, einen Theil der Beute unterschlagen zu haben. C., der seine Der-urtheilung voraussah, verbannte sich freiwillia, obgleich seine Freunde sich erboten,die ihn, abgefederte Summe zu bezahlen. Minder hochgesinnt als Aristides imgleichen Fall, soll C. die Götter gebeten haben, bald sein undankbares Vater-land zur Reue zu nöthigen. Dieser Wunsch ward erhört. Brennuö (s. d.)hatte sich Roms mit Ausnahme des Capitals bemächtigt. C., der in Ardeawohnte, bewog die Einwohner der Stadt zum Widerstände und schlug die sorg-los gelagert--» Gallier. Die nach Veji geflüchteten Römer federten ihn auf, sichan ihre Spitze z» stellen; aber C. erklärte sich nur auf den Fall bereit dazu,wenn das auf dem Capitol »och vorhandene römische Volk ihm den Oberbefehlübertrüge. PonliuS Comüüus, ein junger Plebejer, hatt? den Muth und dasGlück, die Botschaft auszuführen. C., einmüthig zum Dictator crnannt, sahsich bald an der Spitze eines Heers von 40,000 M., mit dem er zum Entsatzdes Capitals herbeieilte, das eben den Frieden erkaufen wollte. Da rief er: „MitEisen, nicht mit Gold kauft sich Rain los!" Es kam zum Treffen; die ge-schlagenen Gallier verließen in der Nacht ihr Lager. C. holte sie am folgendenTage ein und trug den vollständigsten Sieg davon. Triumphirend zog er un-ter dem Zujauchzen des Volks und des Heers, die ihn mit den Namen Roniu-luS, Vater des Vaterlandes und zweiter Gründer der Stadt begrüßten, in Rom ein. Aber die Stadt war in einen Schutthaufen verwandelt, und die Tribu-nen erneuerten den Vorschlag, nach Veji auszuwandern, indem sie zugleich demVolke Besorgnisse über des C. Macht zu erregen suchten. Der Senat ver-rückte jedoch ihre Absichten, und C. behielt die Dictatur. Rom ward wieder auf-gebaut. Zetzt verbanden sich die Ägucr, Noloker, EtruSker und selbst die La-teiner gegen Rom . C., zum dritten Mal Dictator, bewaffnete Alles, kam denvon den Feinden eingeschlossenen Kriegstribunen zu Hülfe, steckte das feindlicheLager in Brand und gab die Beine seinen Soldaten preis. Darauf nahm erBola, die Hauptstadt der Äguer, ein, unterwarf die VolSker und zwang die Tu-sker zum Ruckzuge. Er triumphirte sodann zürn dritten Mal, erstattete aus derBeute den Römerinnen, was sie früher zur Erfüllung seines Gelübdes dargebracht