Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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CamoeiiS

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des Christenthums gebildeten Literatur an. Nach Beendigung seiner Studienkam er nach Lissabon zurück; eine Palastdame, Katharina v. Attayde, flößte ihmdie feurigüe Liebe ein. Ost sind heftige Leidenschaften mit großen Naturgabengepaart; C. war mit beiden ausgestattet. Er ward nach Santarem verwiesen,als seine Liebe für Katharina ihn in Streitigkeiten verwickelte. Aus Verzweiflungward er Soldat und diente auf der Flotte, welche die Portugiesen gegen Marocco aussandten. Er dichtete in der Mitte der Schlacht, und wie dieGesahrseinen Ge-nius entflammte, entflammte sein Genius wieder seinen Muth. Ein Pfeil raubteihni das rechte Auge vor Ecuka. Er hoffte, man werde wenigstens seine Wundenvergelten, wenn man auch sein Talent verkenne; aber den doppelten Ansprüchen,die er hatte, stellte sich der Neid entgegen. Voll Unwillen, sich vergessen zu sehen,schiffte er sich 1550 nach Indien ein. Er erreichte Goa , seine Einbildungskraftward erregt durch die Heldenthaten seiner Landsleute in diesem Lande, und, ob-gleich er sich über sie zu beklagen hatte, widerstand er doch nicht dem Antriebe,ihren Ruhm in einem Epos zu verherrlichen. Aber dies' Lebhaftigkeit des Geistes,die den Dichter macht, ist schwer vereinbar mit der Mäßigung, die eine abhängigeLage ersodert. C. war entrüstet durch die Mißbrauche der Regierung in Indien und schrieb eine Satyre, welche ihn, die Verweisung nach Macao zuzog. Hierlebte er mehre Jahre in keiner andern Gesellschaft als der mit allen Reizen desOrientS im Überschwangs ausgestattete» Natur, und dichtete seine „Lusiade".Dasco da Gama's Unternehmung nach Indien , die Kühnheit dieser noch nie zuvorversuchten Seefahrt ist ihr Gegenstand; am bekanntesten sind aus derselben dieEpisode der IneS de Castro und die Erscheinung Adamastor's, der, kraft seinerHerrschaft über die Stürme, Gama's Reise aushalten will, als er in, Begriff ist,das Cap zu umschiffen. Im damaligen Zeitgeschmack verband in seinem Gedichtder „Lusiade" C. die Erzählungen der portug. Geschichte nnt dem Glänze derDichtkunst und das Christenthum mit den Fabeln der Mnthologie. Er gefiel sich,den Ursprung der Portugiesen von den Römern abzuleiten, für deren Stamm-äliern und ^chutzgölter Mars und Venus galteir. Da die Fabel dem Bacchusdie erste Eroberung Indiens zuschreibt, war es natürlich, diesen als eifersüchtig aufdie Unternehmung der Portugiesen darzustellen. Hat indeß diese Nachahmungder Werke des classischen Alterthums einen Nachtheil hervo,-gebracht, so besteht ervielleicht darin, daß der Originalität der Gemälde Abbruch geschah, die man ineinem Werke zu suchen berechtigt ist, in welchem Indien und Afrika von einemAugenzeugen beschrieben werden. Die Versification der „Lusiade" hat etwas soReizendes und Prachtvolles, daß nicht nur der Gebildete, sondern auch das Volkvon dem Zauber derselben entzückt ist und die herrlichen stanzen auswendig lerntund singt. Das allgemeine Interesse des Gedichts besteht vorzüglich in dem pa-triotischen Gefühle, von welchem es durchdrungen ist. Der Nakionalruhm derPortugiesen erscheint hier in allen Formen, welche die Enmdung ihm leihen kann;und so mußten es natürlich C.'S Landsleute noch mehr bewundern als Ausländer.Einige Kritiker sprechen der „Lusiade" ein kräftigeres und reineres historisches Colo-rit als Tasso'S „Befreitem Jerusalem" zu. C. ward endlich aus seiner Verban-nung Zurückgerufen; an der Mündung des Flusses Macon in Cochinchina litt erSchlffbruch und rettete sich schwimmend, in der einen Hand die Rolle seines Ge-dichts über den Flute» emporhaltend, den einzigen Schatz, de» er de» Wellen entriß,und der ihm theurer war als sein Leben. In Goa hatte er neue Verfolgungen zuerdulden, er ward wegen Schulden ins Gefängniß gesetzt, und nur auf die Bürg-schaft einiger Freunde durfte er sich 1569 einschiffen, um nach Lissabon zurückzu-kehren. König Sebastian, kaum der Kindheit entwachsen, gewann C. lieb. Ernahm die Zueignung seines epischen Gedichts (1572 erschienen) wohl auf, und ge-rüstet zu seinem Zuge gegen die Mauren in Afrika , fühlte er tiefer als ein Andrer