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Campagna di Roma
das Genie des Dichters, der, wie er, die Gefahren liebte, wenn sie zum Ruhmeführen; aber man könnte sagen, daß das Mißgeschick, welche« C. verfolgte, selbstsein Vaterland umstürzte, um ihn unter dessen Trümmern zu vernichten.. Seba-stian blieb 1518 in der Schlacht vomAlccwar. Mit ihm erlosch der königl.Stamm,und Portugal verlor seine Unabhängigkeit. Alle Hülfsquellen wie alle Hoffnun-gen waren damit für C. verloren. So groß war seine 'Armuth, daß Nacht« einSklave, den er aus Indien mit sich genommen, in den Straßen bettelte, das Lebenseines Herrn zu fristen. In diesem Elend verfertigte er noch lyrische Gedichte,welche zum Theil die rührendsten Klagen enthalten. So schöpfte sein Geist selbstBegeisterung aus Leiden, vor denen sonst der Farbenglanz der Poesie zu schwindenpflegt! Endlich starb dieser Heros der portugiesischen Literatur, die Zierde seinesVaterlandes und Europas, 62 Jahre alt, 1519 zu Lissabon im Hospital; 15Jahre nachher prangte zu seinem Andenken ein prächtiges Denkmal. Die vor-züglichste Ausg. der „Lusiade": „< tu I.n.-u.-nl.'u; <-ie." gab Ioss Maria de Souza-Boielho (Paris 1807 bei Didot, kl. Fol.) heraus. Die beste franz. ssbers. mitAnm. ist: „I.t'8 I.n«nnlk5, cni le« I'vilnpuü; eto.", von I. B. F. °Millis> (Paris 1825, 2 Bde.), die beste deutsche von Kühn und WinAcr (Leipzig 1801). C.'SWerke bestehen außer der „Lusiade" in Sonetten, Cauzonen, Sestinen, Oden,Elegien, Eklogen, Stanzen, Redondillen, Epigrammen, Satyrcn, Briefen und2 Komödien („Amphitruo" nach Plaukus und die „Liebe des Philodem"). (Vgl.Portug. Sprache u. Literatur.) Eine Biographie des C. findet man in den„Halleschcn Biogr." (8. Bd., 3. St.); sehr schätzbar aber sind Iobn Adamson's„lUennstrs ol tlm Ilscuinl eil 1.. ele tl.nnoe'N'." (Lond. 1820, 2 Tble.),
wovon der 2. Bd. eine Kritik seiner Werke enthält. S. auch d. Art. d. Fr. v. Sraölüber ihn in der „liiogi. >iii>ccu<." (6. Bd.).
Campagne, diRoma, ein Landstrich Italiens , der den größten Theildes alten Laliums umfaßt; jetzt ein Theil des Kirchenstaats, ungefähr 15 deulfcheMeilen breit und 50 lang. Gewöhnlich versteht man darunter die wüste Ebene,welche bei Ronciglione oder schon bei Viterbo anfängt und sich mit Inbegriff derPonti nischen Sümpfe (s. d.) bis Terracina erstreckt, in deren Mitte selbsthalb verödet die alte Hauptstadt der Welt liegt. Der Boden dieser Gegend istfast durchaus vulkanisch, hat aber wenig Erhöhungen. Die Leen der Campagnasind offenbar ehemals Krater feuerspeiender Berge gewesen. So liegt der SeeRegilluS (oberhalb FraSeati) in der Tiefe eines umgekehrten Kegels harter schwar-zer Lava, welcher 40 — 60 Fuß hoch ist und nackte wilde Felsen bildet. DieKrater von Albano und Neust, welche 4 — 500 F. höher als der RegilluS liegen,haben eine sehr regelmäßige Kegelform und sind so hoch, daß man eine halbeStunde braucht, um von den Seen bis an den Rand des Kegels zu gelangen.Höchst merkwürdig ist der Albanersee überdies durch seinen AbleitungScanal oderEmissär, eins der ältesten und trefflichsten Römerwerke, welches dem Wasser desSees einen Abfluß jenseits der Berge verschafft. Während der Belagerung vonVeji war der See so hoch angeschwollen, daß er sein hohes Ufer zu übersteigen undsogar Rom zu überschwemmen drohte. Auf den Ausspruch des delphischen Ora-kels, daß die Eroberung Vejis nicht eher möglich sei, als bis man dem See eine Ab-leitung gegeben, wurde 393 v. Chr. binnen Jahresfrist der Canal, dessen Länge übereine halbe Stunde beträgt, durch die vulkanischen Felsen gehauen, und auf dieseWeise das Wasser in die Ebene dem Meere zugeleitet. Noch heute erfüllt dasWerk seine Bestimmung. Auch Schwefelquellen kommen häufig vor, besonderszwischen Rom und Tivoli, wo das Wasser fast siedendheiß aus der Ei de quillt undden Lee der Solfatara bildet. Alles, was hineingeräth, wird bald von einer talk-artigen Masse überzogen und zu Körpern verdichtet, die aus dem Wasser sich hinund her bewegen, ja öfters Menschen tragen und schwimmende Inseln genannt