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Zweiter Band. Bo bis C.
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Campagna di Roma

werden. Der aus diesem See entspringende kleine Fluß (die Albula der Alten) be-sitzt dieselbe Eigenschaft und stößt Rauch und Schwcfcldämpft aus, bis er in denTeverone (Amo) fall!. Von den Alten wurde sein Wasser als vorzüglich heilkräf-tig geschätzt; neben dem See standen die Thermen des M. Agrippa , deren Spu-ren noch vorhanden sind. Der Boden der Campagna ist im 'Allgemeinen tro-cken, aber in seinen Niederungen höcbst fruchtbar; doch wird aller Anbau sehr ver-nachlässigt. Nur bei Monkerosi stehen noch immergrüne Eichen in Menge; vonhier bis an die albaner Berge sieht man sehr selten einen Baum. Alle Bemü-hungen der Franzosen , durch Anpflanzungen von Bäumen die ungesunde Luftin diesen liegenden zu verbessern, sind gescheitert. (I. F. Körest, „IW i>-gir»>ll>usNull-,,! -liüe I>,',uil.-ü,,eo aouwniiuuti»" , Berlin 1811.) Dörfer und Fleckengibt es in der Campagna nicht; hier und da trifft man einzelne Hütten, an dieTrümmer irgend eines alten Thurmes oder Tempels gelehnt und aus den Bruch-stücken dieser alten Gebäude zusammengestöppelt, die man dort Casali nennt. Inder Mitte des Sommers, w>nn bösartige Fieber die Campagna so gefährlich ma-chen, sind die unglücklichen Landleute genöthigt, in die benachbarten Städtchen odernach Rom zu flüchten, wo sie unter den Säulenhallen der Kirchen und Palästeein Nachtlager suchen. Derweilen sie zu lange im Felde, so unterliegen sie denFiebern, und die große Menge von Kranken, welche während der Monate Juli,Aug. und Sept. die römischen Spitäler anfüllt, besteht meistens aus Landbewoh-nern. Außer den Casali zeigen sich in der Campagna noch unzählige Ruinen vonTempeln, Rennbahnen, Grabmälern (vorzüglich auf der Via Appia ) und dielangen Reihen zerstörter oder noch enthaltener Wasserleitungen, von Epheu und an-dern, Gesträuch malerisch umrankt. Im Winter weiden Schafhecrden in diesenEinöden; während des <LommerS, wenn Trockenheit des Bodens und die Gefahrdes Fiebers droht, werden sie auf die Apenninen getrieben; hold wilde Rinder-heerden bleiben das ganze Jahr hindurch in der Campagna. Die Hirten derselbenwerden aber auch bald ein Raub des Todes oder verfallen in ein Siechthum, wel-ches allmälig ihrem elenden Leben ein Ende macht. Sie stammen meistens ausdem Gebirge, und verdingen sich für geringen Lohn an die Eigenthümer dcr Heerde,mit welcher sie ein Nomadenleben führen. Die eigentliche Viehzucht ist völlig ver-nachlässigt; Bonstetten sah zu Torre Paterno, kaum 4 Meilen von Rom , eineHeerte von einigen Hundert Kühen, deren Besitzer es nicht der Mühe werth hielt,sie zu melken, obschon die Milch in Rom so theuer als in andern großen Städtenist. („Vovugo Kur I.> kurve cles six <Ieri>i«'i5 Ilvik» <Io I'Iincitle", Genf 1805.)Das Ansehen der Hirten läßt den staunenden Wanderer eher an die Steppender Tatarei als an die Nähe Roms denken. Es begegnet oft genug, daß manSchäfer, ganz in Felle gekleidet, mit blutigen Händen aus einer der unzähli-gen Höhlen treten steht, worin sie eben ein Lamm geschlachtet haben. DieRinderhirken sind beritten und mit großen Lanzen bewaffnet, womit sie ihre Heerdesehr geschickt im Zaume zu halten wissen. Nicht unähnlich den Kosacken, sieht mansie öfters in Rom erscheinen, wo Alles ängstlich von den Straßen weicht, sobaldeine Heerte von Rindern oder gar Büffeln durchgetrieben wird. Kaun, der neunteTheil der Campagna ist angebaut; alles Übrige dient zur Weide. Und eben diesetraurige Wüstenei gewährte zu den Zeiten der alte» Römer ein lachendes Bild derFülle, Macht und Fruchtbarkeit. Saatfelder, Haine, Landhäuser, Denkmälerwechselten reizend mit einander ab, und nach den Versicherungen eines Strabo,Varro und PliniuS herrschte hier die gesundeste Luft, einige sumpfige Landstriche anden Küsten ausgenommen. Woher nun diese unselige, immer w.iter greifendeVerderblich des Klima? Sie entstand bereits im 6. Jahrh., angeblich nach gro-ßen Überschwemmungen der Tiber . Allein noch jetzt finden diese zuweilen statt,ohne das Übel zu vermehren; dagegen ist in der heißen und trockenen Jahreszeit