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Zweiter Band. Bo bis C.
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412 Cainpan Cainpanella

die ungesunde Lust, jene in Italien so berüchtigte 4ri-> oatiiva, am furchtbarsten.Wahrscheinlicher ist es, daß sie durch die Verheerungen, welche Rom und sein Ge-biet in den Zeiten der Völkerwanderung heimsuchten und entvölkerte», indem siedie kleinen Eigenrhumsstellen in große verwandelten, begründet wurde. Der Feld-bau gerierh in Verfall, weil es an Menschen fehlte; ausgetretenes Wasser wurdestockend und erzeugte Sümpfe, weil man ihm keinen Abfluß verschaffte. SeitJahrhunderten in ihrem feindseligen Wirken nicht unterbrochen, scheint die Naturdurch eine langsame, aber unaufhaltsame Zerstörung des Menschen und seinerWerke in dem begünstigtsten Lande der Welt für alle Vernachlässigung sich rächenzu wollen. Daher sind selbst die kräftigsten Maßregeln, den Zustand der Eam-pagua und die Schädlichkeit des Klimas zu verbessern, bis auf dieseStunde vergeb-lich geblieben, und selbst die Strenge der Regierung ist nicht im Lkande, den gröb-sten Mißbrauchen, die wir geschildert, abzuhelfen, weil ihr zwei mächtige Feinde,Vorurtheil und Trägheit des Volkes, im Wege sind. «o schreitet das Verderbenimmer weiter; schon sinket man selbst einzelne Theile Roms, welche die 4,i >l>e:> verpestet, im Sommer öde und verlassen, und diese Luft, in deren süßemSchmeichelwehen Niemand Ven'ath und Tücke ahnen sollte, droht nach und nachsich in den vollen Besitz der sieben Hügel zu setzen und Rom aus Rom zu verdrän-gen, bis ein Vulkan sich in dieser Gegend wieder öffnen und dadurch dem anSchwefel und Salpeter zu reichen Boden Lust machen wird. b' — r.

Campan (IeanneLouiseHenriette), geb. Genest zu Paris 6. Oct. 1752,Vorleserin der Töchter Ludwigs X V., gewann die Zuneigung der Gemaklin desDauphins, der nachmaligen Königin Maria Antoinette , welche sie mit dem Sohneihres geh. Secretairs, Hi n. Eampan, verheirathete und sie zu ihrer ersten Kam-merfrau ernannte. Mad. E. gab ihrer Beschützerin Beweise von Treue und An-hänglichkeit und wollte ihr nach dem 10. Aug. 1792 in den Tempel folgen, wasaber Pethion nicht gestattete. Nach Robespierre's Sturz errichtete Mad. E. eineErziehungsanstalt für Mädchen zu St.-Germain, die bald einen ausgebreitetenRuf erhielt. Daher ernannte Napoleon sie zur Vorsteherin der von ihm gegrün-deten Anstalt für Töchter der Ofstciere der- Ehrenlegion zu Ecouen, welche sie ein-richtete und 7 Jahre lang verwaltete. Nach der Restauration bob Ludwig XVlII.diese Anstalt auf. Mad. C. verlor ihre Stelle. Ihr einziger Lohn starb 1821an den Folgen erlittener Mißhandlungen, weil er ein Verwandter des MarschallsNeu war. Mad. C. starb zu Mantcs 1k. Mai 1822. Don ihren „Memoirenüber das Privatleben der Königin Maria Antoinette , nebst Erinnerungen an dieZeiten Ludwigs XIV., XV. u. XV!.", 4 Bde. (inS Deutsche übersetzt 1824), er-schien (Paris 1823) die 5. Aufl. Sie enthalten zum Verständniß der stanz. Re-volution anzu'hende Beiträge. Auch ihr „.l>,n,->,:>! -inooüotig»«:" (Paris 1824)ist reich an pikanten Zügen von Napoleon, Alexander >. u. A.

Eampanella (Tbomas), ein als Philosoph berühmter Dominieaner-mönch, geb. d. 5. Sept. 1568 zu Stilo in Talabrien, in seinem Orden zu Neapel und Tosenza, wo er mit des TilestuS Lehre und mit den Lchwächen der scholastischen Philosophie bekannt wurde, wissenschaftlich gebildet, machte sich zuerst durch kühneBestreitung der damals allein geltenden'Aristotelischen Philosopbie, und dann durchdas Bestreben, eine neue Reform aller Wissenschaften durch Philosophie zu bewir-ken, bekannt. Seine Schriften gegen die Aristoteliker („ V,l (I,.>,m>ren> poninnn,Ie ^ontilixno non Ii-Iiixunlo", Paris 1593, 4., und „l'bilouxplxa -anGInix<Ienx„>sli->w", Neapel 1591, 4.) und seine Überlegenheit als gelehrter Streiterzogen ihm viel Haß zu, was ihn bewog, sich seit 1592 abwechselnd in Rom, Flo-renz, Venedig und andern Städten Italiens aufzuhalten, bis er 1598 in seineVaterstadt zurückkehrte. Aber schon 1599 ließ ibn die spanische Regierung nebstandern Mißvergnügten verhaften. Man beschuldigte ihn, er habe Eroron und