Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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414 Campanien Campbell

philosophirt in seinen Gedichten, die« aber mit so viel wahrhaft poetischer Kraft,daß unter seinen jetzt seltenen Schriften die erwähnte „Sc-rlm", aus der Herder inseiner „Adrastea" anziehende Proben g geben hat, vorzügliche Beachtung ver-dient. 31.

Campanien , genannt leü x, der alte Name einer Landschaft

Italiens von 40 lllM., im jetzigen Königreich Neapel , welche theils durch die Merk-würdigkeiten der Natur, wohin das Vorgebirge Misenum , dcrDesuv, diephlegräi-schen Felder, der VolkurnuS und derLlvernuSsee gehörten, theils durch eine ungemeineFruchtbarkeit einen besondern Reiz für die vornehmen Römer hatte, sodaß sie die herr-lichsten Landhäuser, Zeugen ihrer Verschwendungssucht, daselbst erbauten. Lmter-num, Cumä, Puteoli. Neapel, Herculanum, Pompeji , Capreä, Salernum, endlichCapna, dieHauptst. Campaniens, sind Namen, an welche die wichtigsten Erinnerun-gen geknüpft sind. Die appische und lateinische Straße führten in das Innere dieserLandschaft,welche einen reizenden,verführerischen Aufenthaltdarbot. Auch jetzt noch istCampama oder Terra di Lavoro die schönste und fruchtbarste Gegentvonganz Zralien.

Campbell (Thomas), geb. 1117 zu Glasgow in Schottland , bildeteseine Anlage» so schnell aus, daß er schon in seinem 12. Jahre die UniversitätGlasgow beziehen konnte, und bald darauf in einem akademischen Wettstreit übereinen viel ältern Mitbewerber den Preis davontrug. Er übte schon damals seinenpoetischen Styl durch Übersetzungen aus den griechischen Dichtern, die ihm ebenfallsmanche akademische Prämien erwarben. Wenige Dichter können sich einer soumfassenden und gründlichen gelehrten Bildung rühmen wie Campbell; außer derclassischen Literatur machte er auch die Philosophie zu seinem Studium, und inder Geschichte seines Vaterlandes, die er mit Ansichten der Ministerialpartei stu-dirte, hat er sich durch seine 1808 erschienenen,,Annalen von Großbritannien seitder Thronbesteigung Georgs l l l. bis zum Frieden von Amiens ", als scharfsinnigenForscher bekannigemacht. Von Glasgow aus besuchte er die Gebirge von Argyle-shire. Nach einem kurzen Aufenthalte in dieser Gegend begab er sich nachEdin-burg und schloß sich dem Kreise der dortigen Dichter und Lireratoren an. Schonin seinem 21. I. vollendete er hier das Lehrgedicht: ,sl'l>e z>l<n>5»ree «l'bope", dasseinen Dichterruhm in England begründete. Die dichterische Trauer über Polens Zerstückelung ergriff den nun verblichenen Kosciusko dergestalt, daß er Tkränenvergoß, als er diese Stelle der „I'l<-.-,snre,G zum ersten Male las. 1800 besuchte C.den Continent und hielt sich gegen ein Jahr in Deutschland auf, wo er die Bekannt-schaft der ausgezeichnetsten Dichter und Gelehrten eifrigst suchte, und unter Andernauch bei Klopstock einen Tag verlebte, von dem er noch jetzt nicht ohne Entzückensprechen kann. Von Hamburg ausging C. zum ersienMale nachLondon, wo er biszu seiner Verheiraihung 1803 blieb. Seitdem hat er sich in Sydenham niedergelas-sen, wo er noch wohnensoll. 1809 erschien sei» Gedicht „llerirnii os>Vvu»>0,>-",das ihm die Stelle eines Professors der Dichtkunst an dem königl. Institut verschaffte.1828 war er Lord Rector von Glasgow . — Vor allen lebenden englischen Dich-tern ist C. durch die Correclheit. Gediegenheit und Glätte seiner Arbeiten aus-gezeichnet, und keiner übt strenger, als er, die Feile der Kritik an seinen eig-nen Arbeiten. Daher ist auch so wenig von ihm erschienen. Das Ebenmaß undder gleichförmig vertheilte Schimmer und Schatten sind jedoch nicht geeignet, sei-nen Werken die enthusiastische Aufnahme zu verschaffen, welche die genialen, wennauch regelloser» Composilionen eines Byron und der Dichter der „I,.>'<c->e>>m>l"in England erfahren haben. Indessen fehlt es der Campbell'schen Poesie keines-wegs an Lebenskraft, Phantasie und Gefühl, und im Erhabenen und Patheti-schen können wir ihn den größten englischen Mustern an die Seite stellen. Ta-delnswerth möchte an ihm ei» übertriebenes Streben nach classischer Präcision sein,die nicht selten Dunkelheiten erzeugt. Sein Gedicht„Oortruckom >^uu,inz;"