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Campe
beschreibt die Zerstörung der Colonie Wyoming inPennsylvanien durch die vereinteKriegSwulh der Wilden und Europäer ; darin verwebt sich die Geschichte zweierLiebenden, von denen die Heldin Gertruds den KriegStod stirbt. Der Charakterdieses Gedichts ist zarte Rührung und seelenvolles Mitgefühl für die Leiden derMenschheit. Auch als Literarhistoriker, Kritiker und Anthologe hat sich C. umdie engl. Poesie verdientgemacht durch seine „8z>cun>u.-,>s ol tüc l-ritisl> poei^witlelüo^rupliiuA iiiiü criliuul lioliecn !>iul un <>u enizlizli zincli>" (Lond.,7 Bde.), deren ersten Bd. der Versuch über die engl. Dichtkunst einnimmt. 29.
Campe (Joachim Heinrich), aus einer durch Mißheirath gestifteten Ne-benlinie des altadeligen, im Fürsienth. Braunschweig-Wolfenbüttel ansässigen Ge-schlechts der v. Campe, geb. 1716 zu Deensen (gewöhnlich Deersen gespr.) imDraunschweigischen, erhielt seine frühere Bildung auf der Schule zu Holzminden und studirte dann zu Helmstädt und Halle Theologie. 1773 ward er Feldpredigerbei dem Regimente deü Punzen von Preußen zu Potsdam , aber sein Herz, dasdurch den Anblick des menschlichen Elends nef erschüttert wurde, lenkte seine Nei-gung auf die Erziehung hin, mit der Hoffnung, durch eine bessere Bildung jugend-licher Seelen die Hauptguelle des menschlichen Elends zu verstopfen. 1777 wurdeer fürstlich anhalt-deffauischer Edueationsrath und nach Basedow'g AbgängeVorsteher des Philamhropins zu Dessau . Er zog sich jedoch von diesem Postenbald zurück und legte eine PrivaterziehungSanstalt zu Hainburg an, die er wegenseiner geschwächten Gesundheit und abnehmenden Geistesmunterkeit 1783 demProfessor Trapp überließ und in Wittow bei Hamburg privatistrte. 1787 warder herzogt, braunschweigischer Schulraih und Eigenthümer einer bis dahin mitdem großen Waisenhaus« zu Draunschweig verbunden gewesenen Buchhandlung,die unter der Firma der braunschweigischen Schulbuchhandlung bekannt ist undvorzüglich durch den Verlag seiner eignen Schriften sich zu einer der angesehenstenin Deutschland emporschwang. Späterhin übergab er dieselbe dem BuchhändlerVieweg aus Berlin , dem Gemahl seiner einzigen Tochter, der eine Buchtruckereiund Schriftgießerei, auch eine Spielkartenfabrik damit verbunden hat, und dessenOfficin jetzt in jeder Hinsicht eine der berühmtesten in Deutschland ist. 1805 wurdeer Dechant des Stifts Lü.-Cyriaci, bei dem er vorher KanonicuS gewesen war,und 1809 ertheilte ihm die theologische Facultät zu Helmstädt das Diplomeines l>. der GotteSgelahriheit. Tiefgreifender Kummer über die Leiden seinesVaterlandes und dadurch beförderte Altersschwäche hatten seinen Geist gelähmt;die letzten Jahre seines gemeinnützigen Lebens brachte er geschästslos in dem en-gern Kreise der Seinigen meist in seinem Garten bei Braunschweig zu, und starbam 22. L)ct. 1818 in einem Alter von 72 I. In seinen philosophischen und pä-dagogischen Werken erscheint C. stets als ein Mann von dem menschenfreundlich-sten Herzen und dem edelsten Gemeinsinne; aus allen leuchten edle, patriotischeZwecke hervor. Besserung der Sitten und Bereicherung des Geistes, eine Um-wandlung unsers gesummten Erziehungswesens und die daraus folgende bessereBtldung jugendlicher Seelen waren das Ziel seines aufgeklärten und thätigenStrebenS. Seine Verdienste um das Erziehungkwcsen sind niit dem lautestenBeifall anerkannt worden, wiewol seine voreiligen Urtheile über das classische Al-terthum, sein Parkeinehmen für den Philanthropismus und die damit zusammen-hängende übcrpraktische Richtung zu tadeln sind. Seine Erziehungsschriften sinddie gelesensten und geschätztesten. Sein Styl ist rein und fließend, frei von denKünsten der Schule, lebhaft, sanft. In der vertraulichen und rührenden Schreib-art ist er Muster. Vorzüglich besaß er eine seltene Gabe, sich zu dem Fassungs-vermögen der Jugend, die er unterrichten will, herabzulassen. Als Philosophweiß er sehr gut von trockenen speculativen Betrachtungen zu faßlicher Moral, vomweisen Ernste zu den leichten Spielen der Jugend überzugehen. Obschon seine