Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Campcchcholz Camper

Bemühungen um die Reinigung und Bereicherung der deutschen Sprache oftdie Gestalt des sonderbare» angenommen baden , so hat er doch auch hierin sichein bleibendes Verdienst erworben. Seine Schriften für die Jugend hat er u. d.T.: „Sämmtliche Kinder-und Iugendschrifren von Joachim Heinrich Campe "(Braunschweig 1806—9, 12., 30 Btchn., mit Kpfrn.; N. A. 1829) herauSgeg.Unter diese» ist „Robinson der Jüngere" in alle europäische Sprachen von Cadip bisPetersburg , sogar in die neugriechische überseht worden. Fast ebenso verbreitetund vielfach übersetzt ist sein „Theophron, oder der erfahrene Rathgeber für dienn;erfahrene Jugend". Ein ausgezeichnetes Verdienst um unsere spräche erwarbsich T. durch sein „Wdrterbuch der deutschen Sprache" (Braunschw. 1807 —11,5 Bde., 1.), und das damit nothwendig verbundene „Verdeutschungswörterbuch"(1 Bd., 1., 1801 u. 1813), welches er von Theod. Bernd ausarbeiten ließ.C. befand sich 1789 in Paris und wurde damals ein feuriger Lobredner der fran-zösischen Revolution. Seine aus Paris geschriebenen Briefe erschienen zuerst im„Braunschweigifchen Journale" und 'erregten viele Aufmerksamkeit. Sie kamen1790 gesammelt heraus. C. wurde dieser Briefe wegen häufig mit Ernst undSpott angegriffen, und in der That sind sie sehr freimüthig und kühn, mitDe-redtsamkeit und Warme geschrieben, enthalten aber freilich auch Übertreibungen, diesich bei einem sonst so ruhigen Denker, wie C., nur mit dem damaligen fastallgemeinen Enthusiasmus für die Revolution erklären lassen.

Campecheholz. dasHolzeinesBaumes, der an der Nordküste desmeri-canischen Meerbusens in Amerika wächst, und das zum Violetfärben, seit einigerZeit auch gegen die Ruhr, gebraucht wird.

Camper (Peter), geb. zu Leyden am 11. Mai 1722, ,gest. im Haag den7. Apr. 1789, war einer der gelehrtesten und scharfsinnigsten Ärzte und Anato-men des 18. sjabrh. Seine Verdienste um Anatomie, Chirurgie, Entbindungs-kunst und gerichtliche Arzneiwissenschaft sind bekannt; aber auch für die Kenntnißdes Schönen hat er nicht. Unbedeutendes geleistet. Er zeichnete ungemem fertigmit der Feder, malte in Dl, bossirte, und verstand den Bildhauermeißel zu füh-ren. Der genau und scharf beobachtende Anatom mußte nothwendig Einflußauf den Mann haben, den Neigung und Talent zur Beschäftigung mit der schönenKunst hinzog; welchen Gewinn aber durftesich vornehmlich die Theorie der bilden-den Kunst von der Vereinigung dieser beiden Beschäftigungen in einem solchenManne versprechen! Schon die Aufstellung seiner Gesichtülime (s. Angesicht) istnicht unwichtig. Seine Abhandlung von den Sprachwerkzeugen derAffen, worin erdarlhat, daß dem menschenähnlichsten Affen die Rede durch einige Seitensäcke,»reiche die Natur an seine Luftröhre hing, Lleichsam absichtlich versagt sei, besei-tigte die meisten der bis dahinüber menschliche Bestimmung gehegten, nicht un-erheblichen Zweifel. Man sieht schon aus jener Aufstellung der Gesichtslinie, daßC. auf Schönheit der Formen ein vorzügliches Augenmerk müsse gerichtet haben.Merkwürdig ist hierüber eine Abhandlung von ihm, die er in der Zeichnen-schule zu Amsterdam 1790 vorlas. Bedeutend für die Theorie der bildendenKunst ist auch seine Schrift über Verbindung der Anatomie mit den zeichnen-den Künsten, welche in der englischen Übersetzung von Ccgan, durch dessen Zu-sätze und Veränderungen, noch sehr gewonnen hat. Sie enthält eine Ilntcrsuchungüber die natürliche Verschiedenheit der Gesichter bei Personen aus verschiedenen Län-dern und Lebensperioden, über die Schönheit in der alten Schnitzbildnerei, nebsteiner neuen Methode, Köpfe, natürliche Gestalten und Bildnisse einzelner Personenrichtig zu skizzlren. C. schrieb in 1 Sprachen und erhielt bei verschiedenenAkademien 10 Mal den Preis. Er hatte zu Leyden studirt, ging dann auf Rei-sen und erhielt zu Genf den Ruf als Professor der Philosophie, Medicin lind Chi-rurgie in Fianekcr. Nach einigen fahren lehrte er dieselben Wissenschaften zu