Campetti Campo Chiaro 417
Amsterdam, dann zu Groningen . Hierauf privatisirte er zuFraneker, erhielt seit1787 Sitz im StaatSrath und zog deßhalb nach dem Haag, wo er starb. Zn derPeterskirche zu Lepden sieht sein einfaches Denkmal aus Marmor.
C a ni p e t t i, s. Wünschelruk he.
C a m p h e r, ein eigenthümlicher, den ätherischen Älen und Harzen ver-wandter näherer Bestandtheil eitler großen Anzahl von Wurzeln, Rinden, Blü-then und Blättern und überhaupt der meisten lipvenförmigen Blumen, welche ihnbei der Destillation zugleich mit dem ätherischen Äl liefern. Zn größerer Menge»st er in dem in Japan wachsenden Baume (bau, n-i (a>m>>I,ni.i) vorhanden, dessengesammte Theile in China und Japan in einer Blase mit Wasser destülirt werden,wobei sich der rohe Campher in kleinen Körnern im thönernen Helme, der mitStroh versehen ist, sublimirt. Mit einigem Zusatz von Kalk wird er hernach inEuropa durch Sublimation gereinigt und gelangt in Form conver-concaver Ku-chen in den Handel. —'Aus dem D,,,,,-- der auf Sumatra , Ma-
lacca und Borneo , also gerade unter der Linie wächst, quillt freiwillig der Cam-pher von BarroS; er ist zwischen dem Holze und der Rinde völlig ausgebildet, deraber bisher kein Ausfuhrartikel »ach Europa ist. Die Wurzeln des Zimmtbaums(I.UII, u,<i t'.iniiainomum), auch ein Gewächs der heißesten Tropen, liefern eben-falls Caniphcr. Der gereinigte Campher ist weiß, durchsichtig, krystallffirt inNadeln von durchdringendem, eigenthümlichem Gerüche, von brennendem, hinter-her Kälte verursachendem Geschmack. Er ist etwas zähe und verflüchtigt sich nachund nach an der Luft, ist auflöslich in Alkohol, Äther, ätherischen und fetten Älen,und wird durch Wasser daraus gefallet. Concenlrirte Schwefelsäure löst ihn inder Kälte »»zersetzt auf. Mit Schwefel und Phosphor geht er Verbindung ein.Bei 300 Grad F. fließt er gleich dem Äl und sublimirt sich unverändert. SeineBestandtheile sind Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff, ohne ausgemittelteSVerhältniß dieser Stoffe zu einander. Die Sublimation mit Kalk erhöht den Ge-ruch und Geschmack.
Campistron (Jean Galberi de), dramat. Dichter und Zeitgenosse vonRacine, geb. zu Toulouse 1656, gest. ebend. 1723; seine Trauerspiele fanden beiihrem Erscheinen außerordentlichen Beifall, der sich aber nicht erhalten hat, sodaßauch nur zwei Stücke von ihm, die Tragödie „AndronicuS", welche die Geschichte desD. Carlos unter andern! Namen darstellt, und das Lustspiel „bv ssloux.läxlilmxü"in der Sammlung des „Tlx-Ütie s, e.üx clex nuluurx >I>- secoixl oi'üiu" aufge-nommen sind. Laharpe sagt von C.: ,',Man hat die Verständigkeit seiner Planegepriesen; das sind sie auch, aber nicht minder ebenso schwach angelegt als schlechtausgeführt".
Campo Chiaro (Herzog v.), neapolitanischer Diplomat. 1805 dienteer in der königl. Garde als Capital» der Liparioten, einer Art von reitenden Jä-gern. Er blieb in Neapel , als sich der König bei Annäherung der Franzose» mu sei-ner Familie nach Sicilien flüchtete. Seine liberalen Gesinnungen führten ihn imnächsten Jahre in den Staalsrath Josephs, der ihn bald nachher zum Ministerdes königl. Hauses ernannte. Auch Murat bewies ihm, als Joseph zum Königvon Spanien ernannt war, großes Vertrauen, indem er ihm die Direcnon derPolizei zutheilte. Von jetzt an wurde er zu den wichtigsten diplomatischen Missio-nen gekraucht. Hierzu gehörte insbesondere die am wiener Congreß. Der Wan-kelmuts des Königs selbst vereitelte aber alle mit großer Geschicküchkeit eingeleiteteUnterhandlungen des Herzogs. Nach der Revolution von Neapel 1820 wurde erzum Minister der auswärtigen Angelegenheiten ernannt. Seme Bemühungenauf diesem schwierige» Posten wurden nicht nnt Erfolg gekrönt, und nach der Ab-reise des Königs zum laibacher Congrcsse wurde er wegen eines Circulars, das erEviiverialioiis - Lexicou. Bd. ll. 27