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Zweiter Band. Bo bis C.
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Candidat

Canga ArguelleS

vom Apostel der Dcukschen, Bonifaciu«, gegründet wurde, auf einer waldigenAnhöhe zwischen den Dörfern Altenberg und Calterftld, mi gokhaifchen Antheil desthüringer Waldgebirges (etwa 3Stunden von der Hauptstadt), waren vor wenigenJahren nur unbedeutende Spuren der Grundmauer des Gebäudes sichtbar, dasmehr als 10 Jahrh, lang der Gottesverehrung vieler Geschlechter gewidmet gc-Wesen war. Im überwachsenden Walde drohten auch diese sich zu verlieren. Damachte ein frommer, nickt reicher Einwohner von Altenberg , Nie. Drückncr, inseinem Testamente eine Stiftung, um einen Denkstein an die heilige Stolle zusehen. Ein Oberbeamter faßte den Gedanken auf und lud zu Beiträgen für einstattliche! es Denkmal ein. Nickt unbedeutende kainen zusammen, und der Herzogvon Gotha , August, der das Unternehmen großmüthig unterstützt hatte, entschieddafür, dem Denkstein die Form eines Leuchters zu geben. Die echt biblische Alle-gorie der Leuchte vereinigt sich hier auf das glücklichste mit den Erinnerungen , zudenen die so bedeutsam gewählte Form den Kenner des Alterthums aufregt. Am1. iLept. 18H ward das 30 Fuß hohe Denkmal, das unter dem Namen des thü-ringischen Eandelabers zu jener Zeit vielfältig beschrieben und abgebildet worden ist,auf eine höchst würdige Weise von Geistlichen aus allen drei vereinigten christlichenConfessionen in Gegenwart des gokhaischcn Hofes und vieler Tausende von Zu-schauern feierlich eingeweiht. Eö ist aus secberger Sandstein, nach einer Zeich-nung des Hofbaumcisters Pönsch in Gotha , errichtet. 19.

Candidat , ein Weißgekleideter, weil bei den Römern Diejenigen, die sichum ein Amt bewarben, in glänzend weißer Kleidung erschienen. Außerdem trugendie <'.i,u>liüuil der Römer keine Tunica oder Unterkleid, entweder zum Zeichen derDemuth, oder um ihre auf der Brust empfangenen Wunden vorzeigen zu können.— In der protestantischen Kirche heißt Candidat ein Theolog, welcher seineStudien auf der Universität beendet und durch eine Prüfung die Befugniß zupredigen und die Anwartschaft auf eine Pfarre erhalten hat.

Ca » dide, der Name eines berühmten und in der franz. Literatur Epochemachenden Romans von Voltaire , in welchem er das System des Optimismus(s. d.) mit aller Geistesgewandtheit, die ihm zu Gebote stand, pcrsistirt, aber auchnur blendender Leichtigkeit eines oberfiächlichen Raisonneurü gegen die positive Re-ligion ankämpft. Voltaire zeigt sich hier unübertroffen in der Kunst, die ernstestenGegenstände mit frivolem Witz zu behandeln, indem er zugleich den Leser durch denReiz seiner Darstellung besticht. Einzelne Schilderungen dieses Romans, wie diedes Carnevals von Venedig , sind ausgezeichnet; das Ganze kann schon der her-vorleuchtenden Absicht wegen schwerlich als poetisches Werk betrachtet werden.

Candirte Sachen heißen mit geläutertem und abgeklärtem Zuckerüberzogene Früchte, Blüthen, Gewürze, Wurzeln u. s. w. In Italien und dem süd-liche» Frankreich sind sie ein Gegenstand des größer» Handels und der Ausfuhr.In Genua sind z. B. die daselbst candirte» Citronate, kleinen grünen Pomeranzenu. s. w. berühmt. In Frankreich liefern Montpellier , Tours und Nancy die schön-sten candirte» Früchte. — Candis ist der bekannte Zucker in großen Krystallen,welcher in scharfkantige Stücken bricht. Man läßt, um ihn zu erhalten, denZuckersaft in Gefäßen an Zwirnsfäden krystallisiern. An diesen Fäden bildensich die größten Krystalle, die kleinern schießen an den Seiten und an dem Bo-den der Gefäße an.

Canga-Arguelle s (Don Jose), ein geb. Asturier, Finanzminister desKönigs von Spanien von 1820 bis zum März 1821, zeichnete sich bei den Cortesvon 1812, als Abgeordneter von Valencia , durch seine Talente ebenso sehr aus alsdurch seinen Eifer für die constitutionnellen Grundsätze. Als Finanzminister legte er denCortes eine Ibersicht aller Staats - und Kirchengüter in Spanien vor, woraus sich er-gab, daß die letzter» um ein Drittel die erster« übersteigen. AlsKönigFerdinand1814