Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Canova

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und derSaum ihresGürtels, sind vergoldet. C. liebt die Verschiedenheit des Stoffsund strebt oft danach, mit dem Marmor zu malen. Er wiederholte diese und die vorigeStatue. Jetzt wollte er s. Talent im Tragischen versuchen, und bildete den rasendenHercules, der den LichaS inö Meer schleudert. Die Gruppe ist kolossal, und der Her-cules noch etwas größer als der farnesische, macht aber einen widrigen Eindruck, wel-cher beweist, daß dieseGattung nicht zum Beruf unsers Künstlers gehört. Weit ge-lungener ist s. Darstellung der beiden Faustkämpfer, Krcugas und Tamezenos. Einestehende Gruppe des Amor und dcrPsyche, welche auch öfter wiederholt ist, wurdeC.'s Triumph. Die Psyche mit dem Schmetterling ist hier mit einem Amor zur rei-zendsten Gruppe verbunden. Ein Palamedes wurde spänr vonC. in Marmor aus-geführt, ward aber im Winker 1805 durch eine Überschwemmung umgestürzt undzertrümmert. 1796 u. 1797 verfertigte C. dasModell zu dmi berühmten, oft be-schriebenen Grabmale der verst. Erzherzogin Christin« von Östreich, Gemahlin desHerzogs Albert v. Sachsen.Teschen , welches 1805 von dem Künstler selbst in derAngustinerkirche zu Wien aufgestellt wurde. Die Erfindung desselben ist neu; zumersten Mal wagte eL hier der große Künstler, die Bahn des Herkömmlichen zu ver-lassen. 1797 bildete C. das kolossale Modell zu einer Statue des Königs von Nea-pel , einer seiner schönsten Arbeiten. Bei dem Ausbruche der Revolution war er ingroßer Gefahr, dem bildersiürnienden Iacobinismus zu erliegen: doch die lieblichenPsychen, Heben und Amors sänftigten die rohe Dolkswuth; sie allein schützten da-mals ihres Meisters Werkstatt, und der königliche Koloß verbarg sich in einem derHintern Studiensäle. Diese «Ltatue, die 15 Palmen Höhe hat, wurde 1803 in Mar-mor ausgeführt. Während der Revolution 1798 u. 1799 begleitete C. den SenatorPrinzen Rezzonico aus einer Reise durch Deutschland . Nach s. Rückkehr hielt er sicheinige Zeit im Benetianischen auf und malte für die Kirche s. Geburtsorts Possagnoein Altarblatt, auf welchem der todte Christ, dieMarien, NikodemuS und Joseph,und oben Gott Vater in einer Glorie, abgebildet sind. Dann Verse» tigte er in Rom s. PerseuS mit dem Haupte der Medusa, der während der Zeit, wo der Apollo vornBelvedere aus Italien entführt war, auf dessen Platz und Fußgestell stand. DieseStatue erhöhte und verbreitete C.'S Ruhm mehr als alle vorhergehende Werke.Doch ist PerseuS ohne Einheit und bestimmten Charakter, eine Nachahmung de«Apollo ohne tiefere Bedeutung. Aber von ungemeiner Schönheit sind alle einzelneTheile desselben, in de» Formen sowol als in der meisterhaften zarten Bearbeitung.Dieser magische Reiz der Vollendung in dem blendend reinen Stoff fesselt Augenund Sinne und läßt die strengen Kunstformen oft vergessen. Weit weniger gelungenist der in gleicher Größe gearbeitete VI .115 paciler. 1802 wurde C. von PiuS VII .zum Oberaufseher aller römischen Kunflsachcn und aller Kunstunternehmungen imganzen Kirchenstaate ernannt und zum Ritter des goldenen Sporns erhoben. Indems. I. wurde er vonBonaparte nach Paris berufen, um daö Modell m einer ko-lossalen Bildsäule desselben zu machen. Im Anfange 1803sah man dasModell derBüste und später auch das der kolossalen Statue des Kaisers in der Werkstatt desKünstlers. Es ist unmöglich, ein Portrait charaktervoller aufzufassen und es zu-gleich reiner im antiken Heldensinn zu idcalisiren. Es gibt in dieß r Art nichts Ge-lungeneres als diese Büste; die Figur der Statue ist bei weitem nicht so trefflich.Georg N . hak sie seit der Zeit dem Herzog v. Wellington geschenkt. Die Statue derMadame Lätitia Donaparte erstand 1819 in Paris der Herzog v. Devorshire für36,000 Franken. Spätere Werke des fleißigen Künstlers sind: Washington, ko-lossal, als Imperator sitzend, wie er an sein Volk schreibt (vor dem Palasie desCon-gresses in Washington aufgestellt); die Grabmäler des CardinalS v. Pork undPiuS VII.; die Büsten PiuS VII. und Franz II. ; eine Nachbildung der medicei-schen Venus; eine dem Bade entstiegene Venus; eine Portraitstakue, halb nacktauf dem Ruhebett liegend; ein Monument für den verst. Kupferstecher Volpako;Evnversations-Lexicvn. Bd. II. 28