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die kolossale Gruppe des Theseuü, der den Centauren erlegt, welche die frühernWerke im Heldencharakter weit übertrifft; Alfieri'S Grabmal, für die GräfinStolberg in Floren; und daselbst aufgestellt, woran man die weinende Italia, eineKolossalstatue in Marmor, besonders bewundert; die aus dem Bade steigendenCharitinnen; das Grabmal der Gräfin S.-Croce, ein großes Basrelief in Mar-mor; eine Venus; eine Tämerin, mit fast durchsichtigem Gewand; diePortrait-üatue der Gemahlin Lueian BonaparteS, mit der Lvra im Arm. eine große, schönbekleidete Marmorstatue; ein kolossaler Hektor; ein ruhender PariS ; eine Dtuse,über Lebensgröße; ein Modell zu einenr kolossalen Ajax, und das Modell einer sitzen-den, mit reichem Gewand umgebenen Statue der Erzherzogin Marie Louise von Ost-reich. Nach Napoleons Sturze (1815) foderte C., im Auftrage des Papstes, dieaus Rom entführten Kunstwerke zurück, ging dann nach London und kam 1818nachRom, woPiuSVH., durch Eintragung seines Namens in das goldene BuchdesCapitolS und ein ihm eingehändigtes Sendschreiben, ihn für „hochverdient umdie Stadt Rom" erklärte und ihn zum Marchese von Ischia mit 3000 ^cudi jähr-lichen Einkommens ernannte. C. starb den 13. Oct. 1822 zu Venedig . Hier wardihm 1827 aus Beiträgen von ganz Europa und aus Amerika ein Marmordenkmalin der Kirche de' Frati errichtet.
In der Art, wie C. den Marmor behandelt, ist ein besonderes Streben sicht-bar, den Reiz des weichsten Schmelzes hervorzubringen. Nicht zufrieden, der Ober-fläche des Marmors durch Feile und Bimsstein die zarteste Bestimmtheit und einenmilden, matten Glanz gegeben zu haben, hat er eine inS Gelbliche spielende Beizeerfunden, die aus Ofenruß zubereitet ist, und welche er nach der letzten, glänzendenPolitur aufträgt, um das blendende Weiß des Marmors zu brechen und demselbendas Weiche, Mürbe des Elfenbeins oder Wachses zu geben. Dies Verblasen? istfür Kunstliebhaber anziehender als für echte Kenner. C. pflegte die Modelle seinerErfindungen zuerst klem in Wachs zu verfertigen, dann in Thon von derselbenGröße, die das Werk haben sollte; das Übertragen des in Gvps abgeformten Mo-dells auf den Marmor, sowie das Aushauen des Bildes aus dem Groben, überließer geschickten Arbeitern bis auf den Punkt, wo er selbst wieder die vollendende Handanlegte. Als Künstler durfte man C. wol am treffendsten mit MengS vergleichen.Beide waren Erwecker ihrer Kunst aus derOhnmacht, worein sie durch verdorbenenGeschmack gesunken war; Beide wurden von gleichem Streben beseelt; nur ist dasTalent des ital. Bildhauers ergiebiger, geschmeidiger und fühlender. Als Menschwar C.achtungS- und liebenswcrth. Er war rastlos thätig, offen, mild, gefälligund gütig gegen Jedermann, er kannte weder Künstlerstolz noch Mißgunst, seinSelbstgefühl war höchst bescheiden, ungeachtet seines über ganz Europa verbreitetenRuhms; er war nicht allein Völlig uneigennützig, sondern auch von der edelstenWohlthätigkeit beseelt; er unterstützte alle jungen Kunsttalente kräftig und setzte.Preise aus, um die Künstler aufzumuntern; kurz, sein sittlicher Charakter war sotrefflich, daß selbst unter seinen vielen Neidern über seine» Werth als Mensch nurEine Stimme ist. Seine letzte Arbeit war eine große Gruppe, deren Hauptfigurdie Religion als Siegerin darstellt; sie soll als Denkmal der neuesten Zeitereignissein Rom aufgestellt werden, auf Kosten einer in England dazu gemachten Unterzeich-nung. C. war auch lieblicher Maler, aber, seltsam genug, mehr Colorist als stren-ger Zeichner. Über ihn s. A. W. Schlegel'S „Sendschreiben an Göthe", sowie Gd-rke'S Urtheil in der Schrift: „Winckelmann und sein Jahrhundert"; ferner C.'SLebensbeschreibung von Misfinini (4 Thle., Prato 1824), auch dievon, Grafen Cicognara (Vencd. 1823). S. C.'S Lebcnsbcschr. von Heinr. Hasein dessen „Zeitgenossen", N. R., XXI. Abbildungen seiner sammtl. Werke sindin Italien und zu Paris erschienen.
Canstein (Karl Hildebrand v.), Stifter der nach ihm benannten Bibel -