Cantubile
Cantate
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anstalt, geb. am4.?lug.1661 zu Lindenberg, studirte zu Frankfurt a. d. O., durch-reiste 1681 Holland, England, Italien und Deutschland , kani 1688 nach Denknzurück, wurde Kammerjunker des Kurfürsten von Brandenburg und diente als Frei-williger in den Niederlanden. Eine gefährliche Krankheit nöthigte ihn, den Kriegs-dienst zu verlassen. Er begab sich nach Halle, wo er in vertrauten Umgang mitSpener trat und sein Leben einer frommen Thätigkeit widmete. Der Wunsch, seinereligiösen Gesinnungen unter der armem Classe zu verbreiten, führte ihn auf denGedanken, die Bibel mit stehenden Lettern zu drucken. Er eröffnete eine Unter-zeichnung und legte Hand aus Werk. So entstand jene berühmte Bibelanstalt, vonder bei den Fran ke'schen Stiftungen die Rede ist. C. hat auch eine „Har-monie der vier Evangelien" (Halle 1118) und das „Leben SpenerS" geschrieben.Er starb zu Halle den 19. Aug. 1119 und hinterließ dem Waisenhause seine Bücher-sammlung und einen Theil seines Vermögens.
Cantabile (sangbar) bezeichnet im Allgemeinen 1) das Faßliche und Zu-sammenhängende, Leichte und Fließende der Melodie, wodurch sie sangbarer wird;2) die sanftem oder melodieusen Stellen eines Tonstücks, im Gegensatze der mehrbewegten, rauschenden, oder der Passagen; 3) einen Satz von langsamer Bewe-gung , dessen Melodie in hohem Grade sangbar ist. <>>I.
Cantate (vom ual. uauwre), einLäingstück mit Instrumentalbegleitung,in welchem Betrachtungen und Gefühle über einen Gegenstand in verschiedenenabwechselnden Sätzen der musikalischen Darstellung angemessen entwickelt werden.Auch wird das zum Grunde liegende Gedicht Cantate genannt. Gegenstände sind:anziehende Naturscenen, welche Empfindungen erwecken, z.B. Jahreszeiten, odereine anziehende Sage oder Geschichte aus deni menschlichen Leben. Eine Cantatekann daher erzählend, belehrend, betrachtend oder rein lyrisch sein, weswegen derTonsetzer sich aller verschiedenen Arten Gesangstücke (Recitative, Arien, Duetten,Terzetten, Chöre -c.) in derselben bedienen kann. Diejenigen, welche einen geist-lichen Stoff haben, werden geistliche Cantaten genannt, die andern heißen welt-liche. Da die Cantate keine eigentliche Handlung in sich faßt, wie das Drama,auch wenn sie dialogische Form hat, sondern mehr Betrachtung über einen gewissenGegenstand ist, so folgt daraus, daß sie von keinem allzu großen Umfange sein müsse.(S. v. Mosel über den Umfang der Cantate » und Oratorien ic. im „LeipzigerKunstblatt", 4. Heft.) Der Dichter soll daher nicht Alles, was sich über seinenGegenstand sagen läßt, sondern nur Das, was im Stande ist, Herz und Verstandzu rühren, darzustellen suchen, wobei das Einfache natürlich dem Verwickelten vor-gezogen werden muß. Auch ist es nicht immer nothwendig, verschiedene Personenin derselbe» als redend einzuführen; oft wird der beabsichtigte Endzweck vollkom-mener erreicht, wenn die Cantate ohne eigentliche Namen und Personen dargestelltwird, ja durch allegorische Personen wird der Zweck oft ganz verfehlt, und die Dar-stellung frostig. Überhaupt hat derDichter sich bei der Cantate so viel als möglichaller moralischen Anmerkungen, Lehren u. dgl. zu enthalten, da sie überall dieWirkung stören, indem sie der Lebhaftigkeit der Empfindungen Einhalt thun undden, Tonsetzer nicht genug Gelegenheit geben, sich kräftig und individuell auszu-drücken. Findet der Dichter übrigens nöthig, dem Zuhörer historische Ereignissedarzustellen, so ist ihm anzurathe», daß er dies nicht durch nackte bloße Erzählungenthue. Über die Poesie der Cantaten s. Krause, „Von der musikal. Poesie". Diegrößer» geistlichen Cantaten werden, besonders wenn sie die Leidensgeschichte Jesuvorstellen, Oratorien genannt. Bei letzter» hat der Tonsetzer alle diejenigenRegeln zu beobachten, welche wir im Art. Kirchenmusik aufstellen. Als Dich-ter der Cantaten und Oratorien sind Ramler, Gerstenberg, Niemeyer, Iacobi,Bürde, van Swieten, Meißner („Lob der Musik"), als Tomponisten Händel ,Rolle, Wolf, Schuster, Ios. Haydn („Schöpfung ", „Jahreszeiten"), B. A.
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