Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Caracalla

Capriccio

Bei den Römern hieß sie Capreä. August tauschte sie von den Neapolitanern ein undließ sie tu einem Orte des Vergnügens und der Erholung einrichten, ohne jedoch Ge-brauch davon tu machen. TiberinS aber brachte die letzte» 1 Jahre seines Lebens inschändlicher Zügellosigkeit hier zu. Die Ruinen seines Palastes sind noch vorhanden.

Capriccio, Caprice nennt man auch eine Art von Tonstück, in wel-chem der Componist, was die Ausführung und Folge seiner Gedanken anlangt, sichmehr einer Laune, die aber genial sein soll, als der strengen Ordnung und Formeiner bestimmten Gattung überlaßt, wie darin besonders K. M. v. Weber MehreSgeleistet hat. Diese frciereForm läßt sich zweckmäßig bei Übungsstücken anwenden,in welchen die seltsamsten und schwierigsten Figuren, wenn sie nur dem Instru-mente oder der Natur der Stimme überhaupt nicht zuwider sind, vorkommen kön-ne». Aus Originalität und Phantasie macht ein solches Tonstück schon durch seineBenennung Anspruch.

Caprification, s. Feigen.

C a p u a, befest. Stadt in Terra di Lavoro in Neapel, am Volturno , mit ei-nem Erzbischof, einer Kriegsschule und 1300 Einw., eine Stunde von dem altenCapua, aus besten Trümmern sie zum Theil im 9. Jahrh, aufgeführt wurde. Dasalte Capua, eine der schönsten und angenehmsten Städte in Italien , war so be-trächtlich, daß man es mit Roni und Carthago verglich. Hannibal nahm daselbstnach der Schlacht bei Cannä seinen Aufenthalt und versprach ihr, sie zur Haupt-stadt von Italien zu erheben; sie verband sich daher mit ihm wider die Römer,welche sie aber nach 5 Jahren eroberten. Die Vandalen verwüsteten sie; NarseS stellte sie wieder her; allein sie wurde durch die Longobarden abermals zerstört.Man sieht noch Reste alter Gebäude daselbst.

C a p u c i n e r, s. Franciscaner.

Caput-Mortu » m (Todtenkops), ein technischer Ausdruck in der Chemiefür den Rückstand in der Retorte, welche man bei trockenen Destillationen erhält,weil er bei Fortsetzung derselben keine flüchtigen Substanzen mehr gewährt.

Caracall a(AntoninusBassianuS), derältesteSohn des Kaisers LwvcruS,geb. 188 zu Lyon , wurde, 13 I. alt, von seinem Vater zum Reichsgehülfen ernannt;gleichwol trachtete er demselben nach dem Leben. SeveruS starb 211. Ihm solgre C.gemeinschaftlich mit Geta. Beide Brüder haßten sich seit ihrer Kindheit. Nach einemFeldzuge gegen die Caledonier schloffen sie einen unrühmlichen Frieden. Dann woll-ten sie das Reich unter sich theilen; allein ihre Mutter Julia und die Großen desReichs widersetzten sich diesem Plane. Nun dachte C. darauf, sich seines Brudersdurch Meuchelmord zu entledigen. Nach einigen mißlungenen Versuchen heuchelteer das Verlangen, sich zu versöhnen, und bat seine Mutter, ihm eine Zusammenkunftin ihrem Zimmer mit seinem Bruder zu verschaffen. Gera erschien und ward (212)von mehren dazu bestellten Centurionen in den Armen seiner Mutter durchbohrt.Reiche Geschenke vermochten die Prärorianer, C. als alleinigen Kaiser auszurufenund Geta für einen Feind des Staars zu erklären. Der Tvrann ließ Geta's Kinderund Alle, die irgend eineGemeinschafr mit ihm gehabt, umbringen. (S. Papinia-nus.) Dio gibt die Zahl der Schlachtopfer auf20,000 an. Aber auch viele vonden Mördern seines Bruders ließ er hinrichten und ihn selbst unter die Götter ver-setzen. Sylla war sein Vorbild; er ließ das Grab desselben wiederherstellen. Gleichdiesem Dicrator bereicherte er die Soldaten mit unbegrenzter Freigebigkeit, wozu ihmendlose Erpressungen und Räubereien die Mittel gaben. Grausam wie Caligula undNero, aber thörichter als Beide, betrachtete er den Senat und das Volk mit glei-chem Haß und gleicher Verachtung. Aus Habsucht gab er allen freien Männerndes Reichs das römische Bürgerrecht und nahm zuerst Ägypter in den Senat auf.Alexander, den er in äußern Dingen nachahmte, und Achilles waren die Gegen-stände seiner Verehrung. Er begab sich nach Ilium, um das Grab des Homeri-