Carbunkel
Cardano
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Menge andrer Gesellschaften gebildet: die europäischen Patrioten; die Entschlos-senen (ckecG), an deren Spitze ein berüchtigter Räuber, Tiro Annichiarico (gewese-ner Geistlicher), stand, welchen 1811 General Church gefangen nehmen und hin-richten ließ. Mit ihm wurde seine aus wenig Mitgliedern bestehende Bande aus-gerottet. Über den Zweck und die Verfassung derCarbonari zur Zeit der Napoleoni-schen Herrschaft s. man „Hermes", XIX. Seit der Unterdrückung der neapoli-tanischen Revolution, 1821, wurden die Carbonari in ganz Italien fürHochver-rälher erklärt und als solche nach den Gesetzen bestraft. 37.
Carbunkel, auch Karfunkel, s. Rubin . Der Carbunkel des Augesist eine kleine brennende dunkelrothe Geschwulst im Weißen des Auges oder aus derHornhaut, welche in eine Brandkruste übergeht und Blindheit, Brand des ganzenAugapfels und oft den Tod selbst zur Folge hat ibnneuln^ <>n»li).
Carcasse, ein Kopfzeug, eigentlich das dazu erfoderliche Gerippe vonDraht; auch eine Brandkugel. <S. Bra n d gescb oß.) Endlich das Gerippe emesSchiffs, wenn es noch ohne Wände, Verdecke, Masten :c. auf dem Stapel liegt.
Cardano (Geronimo), HieronymuS Cardanus . Dieser berühmte Den-ker, Arzt und Mathematiker, geb. den 24.Sept. 1501 zu Pavia , wardvoml.I.an in dem Hause s. Vaters, der als Arzt und RechtSgelehrter in Mailand wegenseiner Gelehrsamkeit lind Rechtlichkeit berühmt war, mit Sorgfalt auferzogen.Zwanzig Jahre alt, ging er nach Pavia , um seine Studien zu vollenden, und schon2 I. darauf erklärte er den EuklideS. 1525 wurde er zu Padua l>. Später warder Lehrer der Mathematik zu Mailand, dann der Medicin. Er kehrte nach Pavia ,dann wieder nach Mailand zurück, lehrte von 1562 —10 zu Bologna , und da ersich hier Streitigkeiten zugezogen, begab er sich nach Rom . Hier ward er in das nie-dicinische Collegium aufgenommen und erhielt eine Pension vom Papste. Die Ein-ladungen des Königs von Dänemark nahm er in Rücksicht aus das Klima und dieReligion des Landes nicht an. Der letztere Grund seiner Weigerung scheint sonderbar,da er der Irreligion angeklagt ward; aber die Biographen sind in Ansehung seinerwahren Religionsmeinungen nicht einig. Sie führen widersprechende Steilen an,die nicht befremden dürfen von einem Manne, der sich in kabbalistischen Träumereienund Paradoxien verlor, der einen I)>x->»c>u ü,,n',>ü>> zu haben vorgab, von dem erWarnungen erhielte :c. Durch alles Dieses reizte er die Theologen gegen sich,welche seine Rechtzläubigkeit angriffen; man setzte ihn sogar unter die Zahl derAtheisten, gewiß mit Unrecht. Nach unserer Meinung war C.abergläubig und hegteHirngespinnste, die mit den herrschenden Meinungen nicht übereinstimmten. Erglaubte so fest an die Astrologie, daß er mehre Male das Horoskop seines Lebens zogund die Falschheit seiner Vorau -sagungen nicht der Unsicherheit der Kunst, sondernseiner Unwissenheit zuschrieb. Seine 2 Schriften: „Ue s»l>t>l'>u,w" und „Ue re-rni» vuriel.-iie", enthalten das Ganze seiner Physik, seiner Metaphysik und seinernaturhistorischen Kenntnisse, und können als interessanter Beweis gelten, wie selt-sam Weisheit und Narrheit sich mischen können. C. schrieb auch über die Medicinund stellte unter vielem Wust manchen glücklichen Gedanken auf. Sein Ruf alsArzt war so groß, daß der Primas von Schottland , der seit 10 Jahren krank warund die Ärzte des Königs von Frankreich und des Kaisers umsonst zu Rathe gezogenhatte, ihn zu sich berief. Und wirklich stellte C. die Gesundheit dieses Prälaten her.Hat er indeß Ansprüche auf die Dankbarkeit der Gelehrten, so ist es in der Mathe-matik. Die Algebra, welche seit ihrer Entstehung nur in Italien bearbeitet wor-den war, reizte den Wetteifer der Mathematiker, die ihre Entdeckungen sorgfältiggeheimhielten, um sich bei ihren öffentlichen Wettstreiten damit den Rang abzu-gewinnen. C. erfuhr, wie gesagt wird, daß Tartalea die Auflösung der Gleichun-gen des 3. Grades gefunden habe, entlockte ihm deren Mittheilung durch List undunter dem Versprechen der Verschwiegenheit, machte diese Methode aber dennoch