158 Cardinal Cardinaltugenden
1545 in s. „ li-., bekannt. Es erhob sich ein heftiger streit darüber, der
jetzt nicht mehr mit S icherheir entschieden werden kann. Die Ehre, der Erfindungsenien Namen zu geben, blieb Demjenigen, der sie zuerst bekanntmachte, und nochjetzt nennt man sie die Formel Eardano'S. Man glaubt einstnmmg, daß C. einigeneue Falle erfand, die in Tartalea's Regel nicht begriffen sein mochten, daß er dieVervielfältigung der Wurzeln der hoher» Gleichungen und endlich das Dasein ne-gativer Wurzeln, deren Gebrauch er jedoch nicht kannte, auffand. C.'s Lebenward vielfach beunruhigt, nicht nur durch die Angriffe seiner Feinde, sondern auchdurch seine eignen Ausschweifungen, die man aus dem Bilde kennen lernt, welcheser selbst in dem Werke „>>«-, im >>xg>, n>" wol allzu grell geschildert hat. Er warein leidenschaftlicher Spieler. Die Freimüthigkeit darin geht so weit, daß Diejeni-gen, die ihn nm Nachsicht beurtheilt haben, genöthigt gewesen sind, anzunehmen,daß er Anfalle von Tollheit gehabt habe. Er starb d. 21. Sept. 1518, wie Einigesagen, eines freiwilligen Hungertodes, nm sein vorhergesagteS Sterbejahr nicht zuüberleben. Leine in classischem Latein geschriebene Lobrede aufNero (1'.,,,',>n>i n n>>,n >nii>) ist sehr selten. Seme sämmil. Werke, mehr als 50, sind zu Lyon 1003in 10 Fol.-Btn. gesammelt erschienen.
Cardinal , ein Geistlicher m der kathol. Kirche, der das Recht hat, beider Papstwahl mitzustimmen. Die Cardinäle folgen dem Range nach unmittel-bar auf den Papst, behaupten fürstlichen Rang und fuhren seit 1031 den TitelEminenz. Der Ursprung derCardinalSwürde ist inDunkel gehüllt. DenNamenleitet man von mu>li n,>l i,>' (vorzüglich, vornehm) ab, womit unter den: Kaiser Theo-dosiuS auch die höchsten Cwilposten im Ltaate bezeichnet wurden. Bis zum 11.Jahrh. war der Titel Cardinal allen Geistlichen, die als wirkliche Priester bei irgendeiner Kirche angestellt waren, gemein. Von dieser Zeit an aber bildeten sich diemächtiger gewordenen Päpste ein Collegium, einen geheimen Rath von Geistlichenhöher» Ranges, denen bald der CardinalStitel vorzugsweise verblieb, und die 1100unter Alexander l l l. auch das ausschließliche Recht der Papsiwahl erhielten. Inno-cenz IV. (v. 1213—51) gab ihnen den Rang vor den Bischöfen und den rothenHiit, und Bonifa; VI l l., den Fürstenmantel. Sie bilden mit dem Papste das hei-lige Collegium und haben drei Rangordnungen: Diakonei:, Presbyter und Bi-schöfe. Ihre Zahl ward 1520 von LixtuS V. auf 10 festgesetzt. Die Wahlder Cardinäle hängt allein von: Papst ab. Die Namen Derer, welche erdazu bestimmt, läßt er in den: Consistorium mit der Formel „Ir-Ux-s Imln-lüG"lIhr sollt zu Brudern erhalten :c.) vorlesen. Den Gewählten wird ihre Wahl mitÜbersendung des rothen CardinalshutS bekanntgemacht. Ihre Kleidung besteht ineinem Chorrock mit kurzen: Purpurmantel und in einem Käppchen, über welchemsie einen Hut mit seidenen herabhängenden Schnüren, an deren Enden Quasten sind,tragen. Die Farbe ist entweder roth oder violet. — Cardinal wird auch ein ausweißemWein, bltternPomeranzen und Zucker bereiteres Getränk genannt.
C a r d i n a l t u g e n d e n oderPrincipaltugen^enf-Ltammtugendcn) wer-den in der Moral die Tugenden genannt, welchen alle übrigen untergeordnetsind, oder welche alle übrigen in sich enthalten. Die Eintheilung der Tugend,welche der Annahme dieser Cardinaltugenden zum Grunde liegt, hat ihren Ursprungin der alten griechischen Philosophie, und zwar findet sich hier dieselbe Vierzahl,wie bei den natürlichen Elementen, wieder. Bei Plato heißen diese Haupttugen-den: Weisheit (oder Klugheit), Mäßigkeit, Männlichkeit (oder Tapferkeit) undGerechtigkeit oder Rcchkschaffcnheit. Die drei ersten scheinen sich auf die Pflichtendes Menschen gegen sich selbst, und zwar auf die dreifache Eintheilung der Seelein die vernünftige, unvernünftige (Sitz der sinnlichen Triebe) und in die beideverbindende, oder den Sitz der Affecten, besonders des Zorns, zu beziehen. DieGerechtigkeit aber bezieht sich entweder auf die Pflichten gegen Andre (Gott und