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Tannin
Carnot
tung. Ihm dankt Preußen, unter vielen andern nützlichen Veranstaltungen, be-sonders die Einrichtungen der ritterschastlichen Creditsysteme, die Vorbereitung desAllgem. Landrechts, vor Allem aber die Verbesserung der Gerichtsverfassung inihrem ganzen Umfange, und des Civilprocesses. (S. Landrecht.) Nach50jährigen ruhmvollen Diensten zog sich C. auf sein Gut Nützen bei Glogau zurück und starb daselbst d. 23. Mai 1801.
Carmin, das mit einem erdigen oder metallischen Oxyd verbundene rothePigment der Cochenille oder der Lackschildlaus. Sie nimmt am liebsten ihren SitzaufCaciuSpflanzen. Da die Schönheit dieser theuern Farbe nicht allein in Folgedes angewandten Verfahrens, sondern auch des quantitativen Verhältnisses derZuthaten sehr modificirt wird, so hat man über die Bereitung des künstlichen Car-mins höchst abweichende Vorschriften. Diejenigen Fabriken, welche den bestenCarmin bereiten, verhehlen ihre Methode als ein Fabrikgeheimniß; Neuspanienhat die beste natürliche Cochenille.
Carmontelle, sranz. Dichter, bekannt durch s. „?roverl,c5 «Ir.nn.ili-gues" (10 Bde), geb. den 25. August 1711 zu Paris , starb daselbst d. 26. Dec.1806. Er war Vorleser und Ordonnateur der Füteö bei dem Herzoge von Or-leans gewesen. Die Grundlage dieser kleinen Stücke ist im Ganze» sehr locker,und man darf weder einen künstlichen Knoten noch eine gehörige Entwickelungdarin suchen, Nicht« als eine Folge dramatischer Scenen. Sie sind jedoch äußerstbrauchbar für Gesellschaftstheater, und manche dramatische Dichter haben sie alseine reiche Fundgrube vielfachchenutzt. Die Fruchtbarkeit C.'S war ebenso außer-ordentlich als seine Leichtigkeit. Man behauptet, er babe außer seinen gedrucktenWerken und Theaterarbciten Handschriften zu mehr als 100 Bänden hinterlassen.Er besaß auch das Talent zu malen. Fast alle berühmte Personen seiner Zeit hater abgebildet; auch malte er eine Art Transparents, die 100 und mehr Fuß langwaren, und wie sie sich nach und nach abrollten, eine Folge von Scenen zeigten.
Carmoslren oder Carmusiren, umkränzen, von dem schwed. Karm,Rand, einen grbßern Edelstein mit kleinern einfassen.
Carnation, die Nachahmung des menschlichen Fleisches nach seiner ver-schiedenen Beschaffenheit durch Farben in der Malerei. ;S. Nacktes.)
Carneval, Fasching. (S. Fastnacht.) Berühmt sind in Italien dasCar-neval zu Venedig und das zu Rom . Das erstere fängt nach Weihnachten an; dieLustbarkeiten sind Schauspiele, Redouten, die Vergnügungen des MarcuSplatzes,und bisweilen, bei Besuchen großer Fürsten, noch eine Regatta oder ein Wett-rennen in Böten. Nach diesem gab es in Venedig noch ein zweites Carneval, dievenetianische Messe, welche auch das HimmelfahrkS- und Bucentaurcnfest hieß,weil es gewöhnlich am Himmelfahrtstage anfing und weil man die Feier der Ver-mählung des Doge mit dem adriatischen Meere damit verbunden hatte. Es dauerte14 Tage; jedoch durften keine Charaktermasken, sondern bloß venetianische Do-minos getragen werden. Das Carneval zu Rom (m. s. Göthe's treffliche Be-schreibung) dauert nur 8 Tage und besteht vorzüglich in Maskeraden undWettrennen.
Carnies, s. Säule.
Carnot (Lazare Nicolas Marguerite), geb. zu Nolay in Burgund d. I Z.Mai1753 aus einer niedern Hürgerfamilie, der Sohn eines Advocaten, zeigte von Kind-heit an ein seltenes Talent für Mathematik und militairische Wissenschaften, wardin dem Geniecorps angestellt und stieg unter Begünstigung des Prinzen von Condü.Nachher gab er mathematische Versuche heraus, die seine Aufnahme in mebre ge-lehrte Gesellschaften bewirkten; seine Lobrede aufDauban wurde von der Akademiezu Dijon gekrönt. Zu Anfange derRevolution war er Iugenieurhauptmann. Erwurde (1791) zum Abgeordneten bei der gesetzgebenden Versammlung ernannt,