Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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412 Caro

Carolina Maria (Königin von Neapel )

In-nilon primitive" und einen Band Gedichte heraus. S. C.'s Leben in den„Zeitgenossen", N. R„ XVI.

Caro (Annibale), einer der berühmtesten ital. Schriftsteller des 16. Jahrh.,geb. 1601 zu Citta-Nova in der Mark Ancoua, war Lehrer der Kinder LodovicoGaddi'S, eines reichen Florentiners, nachher dessen Secretair, und erhielt durch ihnansehnliche Pfründen. Nach Gaddi'S Tode, 1513, trat er mit demselben Titel indie Dienste von Pietro Lodovico Farnese, welchen 15-15 sein Vater, Papst Paul > II.,zum Herzoge von Parma und Piacenza erhob. Die Gunst dieser Familie ver-schaffte C. bald die Mittel, seiner Liebhaberei für Antiken und Münzen Genügezu leisten. Er brachte eine bedeutende Luunmlung zusammen. Die toscanischeSprache war sein Hauptstudium, und der Ruf seiner reinen und zierlichen Schreib-art in Versen und in Prosa verbreitete sich durch ganz Italien . Der Herzog über-trug ihm mehre Botschaften an Kaiser Karl V. ; doch ging C. damit um, einenDienst zu verlasset!, den ihm die Launen und Laster des Fürsten verleideten, als die-ser zu Piacenza ermordet ward. Er selbst war in Gefahr, flüchtete nach Parma und ward von dem neuen Herzoge, Ottavio Farnese , mit Freundschaft ausgenom-men. Die beiden Cardinäle Ranuccio und Alessandro, Brüder Ottavios, ernann-ten ihn nach einander zu ihrem Secretair, und in des Letzter» Diensten stand er von1548 bis a» seine» Tod 1566. Schon alt und seit lange vom Podagra gequält,verlief, er Parma und begab sich nach Rom , das er nur in der schönen Jahreszeitmit Frascati vertauschte. Seme Übersetzung der „Aueide" in reimlosen Versen istvortrefflich. Nach seinem Tode erschien von ihm außer der „klneiüe" eure Über-setzung des LongliS und der Rhetorik des Aristoteles, ferner „Ulme" und „lottere".Wie seine Gedichte sich durch Eleganz auszeichnen, so sind seine Briefe Mu-ster einer schönen italienischen Prosa.

Carolina, s. Halsgerichtsordnung.

C a r o l i n a M a r i a, Gemahlin K.Ferdinands 1. beider Sicilien , T. Kai-serFranzl. und Maria Theresias, geb. den 13.Aug. 1152, ebenso liebenswürdigals geistvoll, nur zu ihrem Unglück ohne festen Charakter. Dem VermählungS-tractate zufolge snüe die junge Königin nach der Geburt eines männlichen Thron-erben im Staatsrathe Sitz nehmen. Ihre Neigung, persönlich müzuregieren,wartete aber nicht so lange, sondern schon vorher entfernte sie den alten MinisterTanucci, der des Königs Vertrauen und die Zuneigung der Neapolitaner besessenhatte, und erhob zum Principalminister den aus Frankreich gebürtige» Acton(s. d.), der die Finanzen des StaatS durch Verschwendungen zerrüttete und wegendes Vorzugs, den er den Ausländern bei Besetzung der Hof- und Staatsämterverlieh, wegen der Einführung eines StaaksinquisitionSsystemS wider Jedermann,der gegen den Günstling oder seine Verwaltung zu reden oder zu handeln sich er-kühnte, und wegen andrer Schwächen, wenn nicht Vergehen, den Haß aller Ständesich zuzog. Hatte die Königin diesem Manne dafür grenzenloses Zutrauen geschenkt,daß er ihr und der Dynastie höchst ergeben war, so erbitterte dies die Nation gegendie Monarchin, die ihren Einfluß aus ihren Gemahl in Maßregeln der Strenge wi-der Alle geltend machte, die beschuldigt wurden, dem franz. Jakobüüsmus anzuhän-gen, in der That aber nur verdächtig waren, dem herrschenden Minister und seinerVerwaltung entgegenzuarbeiten; den» das neapol. Volk kannte damals nicht ein-mal das jakobinische Revolutionssvstem, glaubte sich aber unter Acron's Verwal-tung bei steten Verhaftungen, Dienstenksetzungen, Verurtheilungen und beständigvermehrten Auflagen sehr übel zu befinden. Nur die Monarchin und den Mini-ster erschreckte die stille Gahrung der unterdrückten VolkSilimme nicht, die nocb lau-ter unter dem Reichsadel als in den andern Ständen sich aussprach. Verhaftun-gen, Verbannungen, Hinrichtungen sollte» den Oppositionsgeist in der Nationdämpfen, und fachten ihn nur immer mehr an. Der Präsident der ^icherheitö-