Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Caroliiie Amalie Elisabeth (Königin von England) 473

junta, Danini, mußte dem Hasse des Volks weichen, das zur Empörung reif war.Mit Recht verglich der Geschichtschreiber Cuoco Jenen mit RobeSpierre, der auchallentbalben Verrath und Verschwörung witterte. Die Kriegserklärung Neapels wider Frankreich 1198 war Folge des Glaubens der Regierung und der Königin,die öffentlich das Staatsruder führte, nur dadurch der Volksunzufriedenheit eineandre Richtung geben zu können; aber Mack'S Niederlage führte die Franzosenschnell vor die Thore der Hauptstadt, und die Dynastie mit ihren Ministern unterBedeckung der britischen Flagge nach Sicilien. Des CardinalS Ruffo Aufstandin Calabrien wider die Franzosen und die republikanische Partei in der Hauptstadtgab das Reich dem Könige 1199 wieder zurück. Ärger als einst Acton und Vanini,wüthete nun der unglücklichen Königin Freundin, die berüchtigte Lady Hamilton ,die auf die Monarchin, ihren Gemahl, englischen Gesandten am Hofe zu Neapel ,und auf den britischen Admiral Nelson nur zu viel Einfluß erlangt hatte. Die Ca-pitulation von Neapel wurde gebrochen, und eine Staatsjunta ernannt, welche,unter Spe ziale'S (s. d.) Vorsitz, die Anhänger und Beamten der interimistischenRegierung gerichtlich ächtete und strafte. Erst nach der Schlacht von Marengohörte diese Epurationsverwaltung auf. Als die Königin 1805 einer neuen Allianzwider Napoleon in Wien beigetreten war, eilten zwar 12,000 Russen dem König-reich Neapel zu Hülse; aber diese vereinte Macht hinderte doch Frankreichs Über-macht nicht, in Neapel diesseits des Faro für Napoleon « Bruder Joseph und,nach dessen Resignation, für dessen Schwager Joachim Murat ein Königreich zugründen. Nicht rasch genug ging die Wiedereroberung Neapels durch englischeHülfe nach dein Sinne der Königin ; sie entzweite sich darüber mit dem britischenOberfeldherrn, Lord Dentink in Sicilien, der sie durchaus von allem Einfluß aufdie Regierung des Staats entfernt wissen wollte und die VicariatSregierung desPrinzen von Calabrien, ihres Sohnes, sowie die sicilianische Verfassung veran-laßte. Vielleicht war dieses Mißverständniß Ursache, daß die Monarchin 1811sich über Konstantinopel nach Wien begab. Sie starb am 8. Sept. 1814 zuSchdnbrunn, ohne die Herstellung des Throns von Neapel erlebt zu haben.

Caroline Amalie Elisabeth, Georgs I V., K. von Großbritannien undHanover, Gemahlin, zweite T. des in der Schlacht bei Auerstädt rödtlich verwun-deten Herzogs Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig und der PrinzessinAuguste von England, Georg III. Schwester, ward geb. den 11. Mai 1168.Die Prinzessin C. verlebte am väterlichen Hofe eine zwangvolle Jugend, bis sie1195 an den Prinzen von Wallis (jetzigen König von Großbritannien ) vermähltwurde. Schon im folgenden Jahre erfreute sie das königl. HauS und die britische Nation durch die Geburt einer Tochter, Charlotte Auguste (gest. als Gemahlindes Prinzen Leopold von SachsemKoburg am 6. Nov. 1816); doch war sie kaumvom Wochenbette genesen, als ihr Gemahl sich von ihr trennte, indem er erklärte:daß Neigung in Niemandes Macht siehe, und daß sie sich in Bezug auf dieselbeferner gegenseitig nicht verantwortlich sein könnten. Diese« war der Anfang desärgerlichen Streites zwischen beiden Ehegatten, welcher bis zu C.'S Tode fort-dauerte und von Seiten des Gemahls durch wiederholte Beschuldigungen dieEhre der Frau preisgab, indeß der König Georg III. und die britische Nation fort-während die verstoßene Gattin in Schutz nahmen. (Dgl. Georg IV. ). — DiePrinzessin v. Wallis lebte, vom Hofe entfernt, auf einem Landkause zu Blakheathin anständiger Einsamkeit den Künsten und Wissenschaften, der Mildthätigkeit undihren Neigungen bis 1808, wo viele für ihre Ehre sehr nachtheilige Gerüchte, nachwelchen sie mit dem Capitain Manby, mit Sir Sidney Smith u. A. in unerlaub-tem Verhältnisse stehen und Mutter eines Knaben geworden sein sollte, den Königveranlaßten, zur Untersuchung ihres Betragens eine Ministerialcommission nie-derzusetzen, an deren Spitze der Lordkanzler Grenville stand. Diese hörte eine