Caroline Mathilde (Königin von Dänemark)
nach einem Beschlusse des Geh.-.Raths ward ihr Beides versagt, und sie erfuhr, umgeachtet der Theilnahme der Oppositionspartei, pers.nlich die Demüthigung, als siesich am KrönungStage in die Westminsterabtei drangen wollte, zurückgewiesen zuwerten. Daraus ließ sie einen Widerspruch gegen den Beschluß des Geh.-Rathsin den öffentlichen Blättern bekanntmachen. — Bald nach der Abreise ihresGemahls nach Irland ward sie am 30. Juli, in Folge ihres heftig erschüttertenGemüthszustandes und einer dazu gekommenen Erkältung, im Drurylane-Theaterplötzlich krank. Die Entzündung der Eingeweide (lGtouis) nahm so schnell zu,daß sie gegen die Ansicht der Ärzte ihren nahen Tod voraussagte. Wie starb am1. Aug. 1821. Ihre irdische Hülle ward, dem lehren Willen gemäß, nach Braun-,schweig gebracht, wo sie in der Gruft ihrer Ahnen ruht. Jener LeichentranSport,wie die Beisetzung des Sarges, gaben erst in London, dann in Braunschweig Ver-anlassung zu manchem Unfuge, vermehr imWiderstreitegegenwillkürlicheMini-stcrialbeschlüsse als in der Achtung der Dahingeschiedenen seinen Grund hatte. Inder Geschichte der Selbständigkeit der britischen Nation gegen die Gewaltanma-ßungen des Ministeriums wird der Name dieser Königin immer genannt wer-den; der Verherrlichung des sittlichen Werths ihres Geschlechts ging ihr Le-ben unter den ungünstigsten Verhältnissen verloren. S. „Zeitgenossen", N. R.,Nr. lll. 10.
CarolineMathilde, geb. d. 22. Juli 1151, nachgeborene Tochterdes Prinzen von Wallis, Friedrich Ludwig, verm. 1166 mit dem K.Christian VII. von Dänemark, gebar am 28. Jan. 1168 den jetzt regierenden König von Däne-mark , Friedrich V I I. —Haß und Zwietracht herrschten am däu. Hofe, und sowol dieverw. Großmutter ihres Gemahls, dieKönigin Sophia Magdalena , als auch ftineStiefmutter, Juliana Maria, waren der jungen Königin abgeneigt. Der Wi-derwille der Erstem war ein gewöhnlicher Kaltsinn, der aus der Ungleichheit desAlters, des Charakters und der Lebensart bei dem Zwange des Hoflebens unterfürstlichen Personen leicht entstehen kann, und insofern der jungen Königin nichtgefährlich. Trauriger wurde für sie die erklärte Abneigung der Stiefmutter ihresGemahls. Letztere war beleidigt worden durch die Wahl des Königs, der sie sichmöglichst entgegengesetzt hatte. Mir allen Reizen der Jugend und Schönheit er-schien die junge Monarchin in Kopenhagen . Sie war leutselig und herablassendgegen Jedermann und ward vom Volke verehrt. Eine Zeitlang tröstete sich diejunge Königin über das Betragen der ältern Königinnen durch die Anhänglichkeitihres Gemahls, durch die Bewunderung des Hofes und dessen Vergnügungen.Sie wurde erst gleichgültiger gegen den Gemahl, als dessen Aufmerksamkeit ab-nahm, erbittert gegen die Stiefmutter und mißtrauisch gegen die Höflinge. Beiihrer natürlichen Lebhaftigkeit verbarg sie ihre Gesinnungen keincsweges. DerMonarch bemerkte das kaum, desto feindlicher wurde die Stiefmutter desselben ge-gen die regierende Königin gestimmt. Um die nämliche Zeit bob sich in seines Mon-archen Gunst Joh. Friedr. Struensee (s. d?. Der Konigin siel dies auf;allein derGünstling bielt sich gegen die Monarchin stets in den Schranken der Ehr-furcht. Dies verminderte allmälig ihren Widerwillen gegen ihn, und sie gewöhntesich an seinen Umgang, da er den Monarchen wenig verließ; ja, sie begegnete deineinsichtsvollen Manne mit Achtung und Gnade. 1110 impfte Snuensee demKronprinzen die Blattern ein, er und die Königin verpflegten den jungen Prinzenallein, und die Königin wollte, daß er künftig des Kronprinzen Erziehung besor-gen seile. Struensee wurde Tonferenzrarh und Vorleser des Königs und der Kö-nigin. Die Letztere beurtheilte Struensee als einen Mann, der ihr bei ihren po-litischen Planen von Nutzen sein könnte, und eröffnete ihm ihre Wünsche. Struen-see erkannte das und glaubte den König gut genug zu kennen, um ihn nach der Köni-gin Wünsch zuleiten. Der König erwies nun seiner Gemahlin ein Vertrauen, wo-