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Caronaden
Carraeci (Familie)
von sie Gebrauch machte, und Struensee arbeitete dahin, die königl. Gewalt in seineund der Königin Hände zu bringen. Weil des Königs Beschlüsse von seiner Um-gebung abhingen, so sonderten sie ihn von aller Gesellschaft ab, die sie nicht gewählthatten. Brandt, Struensee'ü Freund, hakte den Auftrag, Alles zu erfinde», wo-mit der junge König seine Tage angenehm vertändeln könnte, und die Regierung desStaatS gerieth dadurch in Wtruensee'S Hände. Gegen diesen Gang der Dingevereinten sich die Königin Stiefmutter und ihr Sohn, Prinz Friedrich. IhrePartei verhaftete am 17. Jan. 1772 die Königin, die Grafen Struensee undBrandt und Alle, die ihnen als Freunde angehörten. Die Königin Caroline Ma-thilde mit ihrer Tochter Louise Auguste , einer Hofdame und Amme, wurden nachder Festung Kronenburg in Verhaft gebracht, Struensee und Brandt dagegen inKetten gelegt und am Ende einer commissarischen Untersuchung als Hochverrätherverurtheilt und hingerichtet. Selbst die Königin lief anfangs Gefahr einer öffent-lichen Verurtheilung, ohne des engl.Gesandten, RitterKeith, energische Vorstellun-gen. Indeß wurde sie am 6. Apr. 1772 von der Hoscommission, die die Inqui-sition wider sie und die verhafteten Günstlinge desKonigS geführt hatte, von ihremGemahl geschieden und sollte in Aalborg ihre Tage beschließen. Doch bewirkte dieVerwendung ihres Bruders, des Königs Georg III. , daß sie in Freiheit gesetztwurde. Sie verließ Dänemark und ihre beiden Kinder und kam am 20. Oct. 1772in Celle an, lebte dort allgemein geschätzt und geliebt, und starb aus Gram undKummer an einem Brustsieber und Friese! am 10. Mai 1775, kaum 24 Jahrealt. Merkwürdig bleibt ihr Abschiedsschreiben an ihre» königl. Bruder, das man in derSchrift: „Die letzten Stunden der Königin von Dänemark ", nachlesen kann. Imfranz. Garten setzten ihr die Landstände von Celle ein Monument. Vgl. die „llemoi-res üe kulli>:»>jl<i»I,l" (Paris 1826) und die Schriften v. H ö st (s. d.). 61.
Caronaden, von Caro», ihrem Erfinder, eine Art schwerer Geschütze,die den Haubitzen ähneln, von sehr schwerem Caliber sind und volle und Hohl-kugeln, wie auch Kartätschen schießen. Sie werden meistens auf den schiffen,auf den Verdecken stehend, gebraucht, zuweilen auch in Festungen. Mau brauchtesie zuerst im amerikanischen Freiheitskriege.
C a r o t t e n, Taback in Stangen, etwa von 12—15 Zoll Länge und vonverschiedener Dicke, meistentheils kegelförmig und mit starkem Bindfaden umwun-den. Sie erhalten diese Form deßhalb, um sie so bequemer zu Schnupsta-back zerreiben zu können.
C a r p z o v, eine Familie, welche mehre berühmte Rechtsgelehrte hervor-gebracht hat. Benedictus C., geb. den 22.Oct. 1565 zu Brandenburg , ward1595 Professor der Rechte zu Will aberg, 1602 AppellationSrath zu Dresden ,ging 1618 mit Genehmigung des Kurfürsten wieder nach Wittenberg und starb da-selbst den 26. Nov.162l. Wirbesitzenvonihm ,,l)i>g>nwilnn«'8 jui ülü'.ie". Seine5 Söhne haben sich theils als Juristen, theils als Theologen ausgezeichnet. Vonallen der berübmteste ist Bene dict, geb. zu Wittenberg den 27. Mai 1595, gest.in Leipzig den 30. Aug. 1666, kurf. sachs. Geh.-Rath, Beisitzer des SchdppenstuhlS,des Appellationsgerichts und Pros. der Rechte zu Leipzig . Er war der erste praktischeJurist seiner Zeit und soll 20,000 Todesurtheile versaßt haben. Seine Hauptwerkesind: „Oi.aoliaa rciuni oriiiiliialimn" ; „I)o espilulalioiw llaenarea"; „11c-ci.-üoiien illu,<ü>l„,n 8axon»ui"; „Ilcliiiil,ones lureiiscd"; „Lroccszux jurissaxonlci"; Ke-ipmi-ia j„r. clcctor." u. s. w.
Carracci , eine berühmte Malerfamilie. Lodovico C., Sohn einesFleischers, geb. 1555 zu Bologna , schien anfangs geschickter, die Farben zu rei-ben als sie mit Einsicht zu gebrauchen. Aber die Langsamkeit, die man ihm vor-warf, war nicht die Folge eines beschränkten Geistes, sondern des Bestrebens, mehrzu leisten, als bisher geleistet worden war. Er verabscheute Alles, was man ideal