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Carrier
Carrey
kung, 1601 starb. Für die von ihm und seinem Vetter in Bologna gestiftete Aka-demie hat er eine Abhandlung über die Perspective und Architektur abgefaßt, die erselbst erläuterte. Als Kupferstecher verdient er großes Lob; als ein geschickter Zeich-ner hat er nicht selten die fehlerhaften Umrisse in seinen Originalen verbessert. Unterseinen Kupferstichen sind viele obscdne, die selten geworden sind. — AnnibaleC-, des vorigen Bruder, geb. 1560 zu Bologna , arbeitete anfangs in dem Hand-werke seines Vaters, der ein Schneider war. Auf seines Vetters Lodovico Rathlernte er zeichnen, und bald machte er solche Fortschritte, daß Lodovico ihn in seinerWerkstatt behalten wollte, während er seinen Bruder unter Fontana siudiren ließ.Annibale verfertigte anfangs mehre sorgfältige Copien nach Correggio, Titian ,Paul Veronese , malte wie sie viele kleine Gemälde und arbeitete sodann auchan großen Werken. In der von den C.'S gemeinschaftlich gestifteten Akademie truger die Regeln der Anordnung und Dertheilung der Figuren vor. Man hält ihn füreinen der größten Nachahmer Correggio's . Er machte sich zuerst durch seinen heil.Rochus, welcher Almosen vertheilt, bekannt, der gegenwärtig in Dresden ist. Balddarauf ward er nach Rom berufen. Er suchte hier einen Augenblick Rafael unddie Antike nachzuahmen, leistete aber nicht ganz Verzicht auf Correggio's Styl.Man trug ihm aus, die Galerie des Farneseschen Palastes zw nialen. Die ganzeArbeit athmet eine antike Zierlichkeit und die volle Anmuth Rafael's. Man be-merkt hier unter verschiedenen Nachahmungen Tibaldi S, der zu Bologna gegen1550 mit Nicolo dell' Abbate malte, einen Theil des StylS von Michel Angela,zuweilen gemildert, und das Edelste und Trefflichste der Nenetianer und Lombar-den. Pvussin urtheilte, daß seit Rafael nicht besser componu t worden. Berühmtist auch sein Genius des Ruhms (in Dresden). Zwar gibt es in Bologna Lieb-haber, welche Lodovico dcm Annibale vorziehen; das Ausland aber erkennt ihn fürden größten unter den Carracci an. Vielleicht hatte Agostmo mehr Erfindung, undLodovico mehr Talent zum Lehren; aber Annibale hatte einen erhabenen Geist, undseine Manier ist beredter und edler. Er starb aus Kummer über den Undank desCakdinalS Farnese, der seine 20jährige Arbeit mit 500 Goldthalern bezahlt hatte,1609, und ward an RafaelS Seite in der Kirche des Pantheons zu Rom be-erdigt. — Francesco C., ein Bruder Agostinos und Annibals, ist völlig un-bedeutend; wichtiger ist Antonio C., ein natürlicher Sohn Agostinos, 1583zu Venedig geboren. Seine Gemälde sind selten und nicht ohne Verdienst. Erstarb zu Rom 1678. Zahlreich sind die Schüler der Carracci . Unter dieselbengehört auch Domcnichino.
Carrey, s. 6 o -I »avv tI> e Xin
Carrier (Jean Baptiste), geb. 1756 zu Volai bei Aurillac in Ober-Au-vcrgne, Procurator zur Zeit der Revolution, trat 1792 in den Nationalconvent,trug zur Errichtung des Revolutionstribunals am 10. März 1793 bei und ent-wickelte den rasendsten Verfolgungseifer. Er stimmte für Ludwigs XVI. Tod,foderte am 6. April 1793 die Arretirung des Herzogs von Orleans und wirktemächtig zur Revolution vom 31. Mai mit. Am 8. Oct. 1793 kam er nach Nan-tes mit dem Auftrage, dem Bürgerkriege durch schnellere, allgemeinere und kräf-tigere Mittel der Vernichtung und Rache entgegenzuarbeiten, als bisher geschehenwar. Die Gefängnisse waren bereits angefüllt; die Niederlage der Dendeer beiSavenay vermehrte noch die Zahl der Gefangenen. Täglich wurde eine Mengeübereilt Verurtheilter hingerichtet; aber C. fand dieses Verfahren zu langsam. Erschlug daher vor, die Gefangenen in Masse und angerichtet zu vernichten. 94 Prie-ster ließ er unter dem Verwände, sie zu tranSportiren, in ein Fahrzeug bringen,dessen Boden sich öffnen ließ; so wurden sie in der Nacht ersäuft, und dies^ wieder-holte man täglich. Dann wurden jeden Abend die dem Tode geweihten Wchlacht-opfer jedes Alters und jedes Geschlechts auf Barken gebracht. Man band sie zwei