Casa Casanova (Johann Jakob de Seingalt) 485
Er war einer der HauptredacteurSdeg,chloniI>Iv reeieev". Auch war er ein geschick-ter Mechaniker. Er stellte 1786 die erste Webmaschine auf und erhielt öfter Preisefür seine Erfindungen. Seit 30 I. beschäftigte er sich mit der Bewegung der Wa-gen und Schiffe durch Dämpfe; man sagt, er habe seinen Plan eines Dampfschiffeseinem amerikan. Ingenieur mitgetheilt, und dieser dann ihn ausgeführt.
Casa (Giovanni della), italienischer Dichter und Redner, aus einer edelnund alten Familie von Mugello bei Florenz , geb. daselbjk d. 28. Juni 1503, stndirtezu Bologna, Padua, Rom , und trat als Geistlicher in die Dienste der beiden Car-dinäle Aleffandro Farnese, von denen der erste 1534 unter dem Namen Paul III. Papst wurde. C. ward 15 !1 apostolischerCommiffair zu Florenz und Mitglied derdortigen Akademie, 1544 Erzbischof von Benevent , und in demselben Jahre päpstl.Nuntius zu Venedig . Er gab bei mehren Gelegenheiten Beweise von seinem Red-nertalent und von seiner Geschicklichkeit in Leitung von Geschäften. Paul IV. machte ihn zum geheimen StaatSsecretair. C. durfte hoffen Cardinal zu werden,als er am Podagra starb, zu Rom d. 14. Nov. 1556. Sein berühmtestes Werkist: „trnliltcu, ovvero (>«' oontunn", dem ein andres: „Ocgli nktlrj cxxiiuuuitr» ssti .iixicl ,-iujieiioii o iulorior," (eine von ihm verfertigte Übersetzung seinerlatein. Abhandl.: „Ho oktioHg inter zxili-iiticurs ot lenniiuo; ,ix>icn.>i") alsSupplement dient. Die beste und vollständigste Auög. seiner stimmt!. Werkeerschien zu Venedig 1752 in 3Bdn., 4.
Casanova (Franz), Schlachtenmaler, geb. zu London 1727, kam frühmit seinen Altern nach Venedig , wo er sich der Malerkunst widmete. Im 25. I.ging er nach Paris , wo der große Zeichner Parrocel ihm manchen gehaltvollen Rathgab. Indem er nach Courtois, van der Meulen und Parrocel selbst malte, wandteer seinen Fleiß auf das Colorit und die so schwer wiederzugebenden Wirkungen desLichts. Von Dieterich, dem dresdner Künstler, geleitet, widmete ersieh der Schlach-tenmalerei ; ein großes Bild dieser Gattung verschaffte ihm eine Stelle bei der Aka-demie zu Dresden . Es war von einer lebendigen und kühnen Ausführung, zeigtegroße Massen, geistreiche Anordnung, und verrieth Kenntniß von den Wirkungendes LichtS . Dies schöne Werk verschaffte ihm von allen Seiten Bestellungen. Diewichtigsten waren diejenigen, welche er für den Prinzen Condä malte. Das Feuerdes CcloritS und der Ausführung ist unübertrefflich. Auf Begehren der KaiserinKatharina malte er (in Wien ) die Siege dieser Fürstin über die Türken, welche siehernach in ihrem Pallast aufstellte. Stets mit seiner Kunst beschäftigt, starb er zuBrühl unweit Wien 1805. — Sein Bruder Johann, gleichfalls Maler, geb.1750 zu London, starb d. 10. Dec. 1798 zu Dresden , wo er alsProf. und Directoran der Kunstakademie tüchtige Schüler gezogen hat. Auch schätzt man s. „Abhandl.über alte Kunstdenkmäler" (itak. und auch deutsch , Leipz. 1771).
Casanova (Johann Jakob dc Seingalt), des Vorigen ältester Bruder,geb. zu Venedig 1725, bekannt durch seine Memoiren als ein origineller, lebenskräf-tiger und lebensfroher Mann, der fast in allen Lagen wie unter asten Ständen und inallen Hauptstädten Europas eine anziehende Rolle gespielt hat. Nicht weniger anzie-hend hat C. selbst seine bunten Abenteuer in den erst nach seinem Tode auszugsweiseübersetzten (9 Bde., Lpz. 1822—26), vor kurzem auch im franz. Originale (das 600Foliobogen stark vom HerauSg. des C.-L. gekauft wurde, zu Lpz. 1826) erscheinen-den „Memoiren" geschildert. Sein Vater, Cajetan Johann Jakob, der aus demspan. Geschlechte der Palafop abstammen soll, war, aus Neigung zu einer Tänzerin,Schauspieler geworden, verband sich aber nachher mit der Tochter cines Schuhma-chers, fanosi, die dem Stand ihres Mannes folgte. Jakob C„ ihr ältester Sohn,empstnz in Padua seinen ersten Ünrerricht und machte schnelle Fortschritte in der la-tcin. Sprache, sowie in andern Gegenständen des Wissens; seine frühe und heftigeLeidenschaftlichkeit aber verwickelte ihn schon hier in manche Abenteuer, die jedoch s.