Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Casanova (Johann Jakob dc Seingalt)

voyen über Grenoble undAvignon nach Marseille, Tonlon, Nizza, Genua, Livorno ,Pisa und Florenz . Das Verhältniß, in welches C. zu Suwaroff tritt, gehört zu denMerkwürdigkeiten des Aufenthalts am letzten, Drt. Llus Toscana verwiesen, wendeter sich abermals nach Rom und Neapel . Bald aber vertauscht er diesen Aufenthaltmit der Rückkehr über Florenz, Bologna, Parma und Turin »ach Paris . Leit die-ser Zeit lebt C. in stetem Wechsel, bald in Paris, bald im südlichen Deutschland , inder Schweiz und Dberitalien, kehrte mehre Male nach Paris zurück, tus er in Lon-don ein glänzendes Leben beginnt. Aber dies nimmt einen trüben AuSgang. Nunwird das nördliche Deutschland und der Norden von Europa das Theater derLebensschicksale unsers Helden. In Berlin bahnt ihm die Bekanntschaft mit demGrafen Schwerin den Weg, sich dem König Friedrich >l. vorstellen zu lassen.Er soll Gouverneur bei der Cadettenanstalt werde»: allein dies bestimmt ihn, Ber-lin sogleich zu verlassen. Seine vorzüglichste Bekanntschaft daselbst war Calsia-bigi, durch den die Lotterie im preuß. Staate eingeführt worden war. Nun reister über Riga nach Petersburg , und der Reisende theilt interessante Details mit,zu deren Aufzeichnung ihm der Aufenthalt in Riga, Petersburg und Moskau denAnlas; gibt. Er hat Gelegenheit gehabt, sich mehre Male mit der Kaiserin Katha-rina über Regierungsgegenstände zu unterhalten. Später begibt er sich nach War-schau, wo er das dem Publikum in der „Urania " für 1822 zuerst bekanntgewor-dene Duell mit Branicki hat. Die Aussicht, in Polen ein Glück zu machen,wird dadurch vereitelt; C. geht jetzt nach Dresden und von dort über Prag nachWie». Doch hier wird ihm der Aufenthalt bald untersagt, und er reist nun nachMünchen, Augsburg, Ludwigsburg und Aachen ; von dort geht er nach Spaa undabermals nach Paris . Aber eine lutiro >Ie ,-»<:>><> nöthigt ihn, dasselbe schleu-nigst zu verlassen; Madrid wird das Ziel seiner Reise. Höchst anziehend sinddie Portraits, die er namentlich von den bedeutendsten Männern in Madrid ent-wirft; auch von Madrid verjagen ihn Unbesonnenheiten. Er reist von Barcelona ab nach Montpellier und kommt nach Aix in der Provence . Hier macht er die Be-kanntschaft mit dem Marguis d'Argcns und mit Cagliostro ; dann wendet er sichnach Rom und Neapel . Einige Liebesabenteuer versüßen ihm nochmals den Aufent-halt i» jenen beiden »Ltädten, bis er die Reise nach Venedig antreten kann. Zuder Aussobnung mit der Regierung seines Vaterlandes scheint ein Werk den Grundgelegt zu haben, welches er zur Widerlegung des Buches von Amelot de la Houssaieüber die Verfassung Venedigs geschrieben hatte. C. behauptet, seitdem der Re-publik auf manche Weise Nutzen gestiftet zu haben, ja es wird von Personen,die mit seinen Verhältnissen genauer bekannt waren, behauptet, daß er im Soldeder Republik für geheime Dienste gestanden habe. Nach einem nicht langen Aufent-halte in Venedig geht er abermals nach Paris , und mit der Erzählung von denersten Zeiten seines dortigen Aufenthalts hört dasManuscript seiner Memoiren auf.Man weif; aber aus Nachrichten, die der Prinz Charles de Ligne mitgetheilt hat,so ziemlich den weiter» Gang von C.'S Leben. Dieser außerordentliche Mannwußte überall sich geltendzumachen, aber nirgends vermochte er ein dauerndesVerhältniß zu knüpfen. Eines Tages speiste er bei dem Gesandten Venedigs zu Pa-ris in der Gesellschaft des Grafen von Waldstcin aus Duz- in Böhmen . DasGespräch kommt auf Kabbala und alchemistische Gegenstände, in denen C. zuHause war. Graf Waldstein ist verwundert, ihn in Dingen bewandert zu finden,die nur wenigen Auserwählten zugänglich sind, und macht C., den er zum erstenMale sieht, augenblicklich den Vorschlag, ibn nach seinem Schlosse in Böhmen zubegleiten, um dort gemeinschaftlich zu laboriren. Der Vorschlag war als eineArt von letztem Mittel höchst erwünscht; so kam C. »acb Dur, wo er die Aufsichtüber des Grafen Bibliothek übernahm, sich ganz den Wissenschaften widmete undseine Tage zu Wien im Juni 1803 beschloß. — C.'S Schriften zeugen ebenfalls