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Zweiter Band. Bo bis C.
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Cäsar

geglichen des dem Senate und den Patriziern verhaßten Marios wieder aufzurich-ten. Durch einen seiner Verwandten, L. Julius Cäsar , dem er zum Consulate ver-half, ließ er viele Anhänger der Sylla theils verbannen, theils zum Tode verurthei-len. An der Verschwörung des Catilina hatte er gewiß insgeheim Antheil; er ver-theidigte die gefangenen Mitverschworenen und wußte gegen Caio, der ihm heftigwidersprach, einen Tumult zu erregen, durch welchen derselbe mit Lebensgefahr dieRednerbühne zu verlassen genöthigt ward. Dennoch siegte Cato, und C. verlor aufeinige Zeit die Prätur. Bald aber ward er vom Volke zum Pontifex maximuS er-wählt und ging als Statthalter in das jenseitige Spanien . Da seine Gläubiger ihnnicht fortlassen wollten, verbürgte sich CrassuS für seine ungeheure Schuldenlast von830 Talenten. Auf der Reise nach Spanien sagte er bei dem Anblick eines elendenDorfes das bekannte Wort, welches so ganz sein nach der höchsten Gewalt streben-des Gemüth enthüllt: daß er lieber hier der Erste als in Rom der Zweite seinwolle. In Spanien machte er verschiedene Eroberungen und kehrte mit so vielemGelde nach Rom zurück, daß er seine Schulden bezahlen konnte. Um setzt das Con-sulat zu erlangen, schien es ihm Vortheilhaft, den Pompejus und CrassuS , derenFeindschaft den röm. Staat in 2 Parteien theilte, zu versöhnen. Dies gelangihm, und alle Drei beschlossen, die höchste Gewalt unter sich zu theilen. Dies wardas erste Triumvirat in der römischen Geschichte (60 v. Chr.). So ward C.zugleich mit M. Calpurnius Bibulus Consul, bestätigte als solcher des Pompejus Einrichtungen, und setzte, gegen den Willen des SenatS und seines Collegen, einGesetz wegen AuStheilung gewisser Ländereien an arme Bürger durch. Dieser Siegverschaffte ihm das höchste Ansehen beim Volke; mit Pompejus verband er sichnoch inniger, indem er seine Tochter Julia an ihn verheirathete, und den Ritter-stand machte er sich dadurch geneigt, daß er ihm ein Drittel der Abgaben erließ.Vergebens erhoben die Häupter der Patrioten, Cicero und Cato, ihre Stimme ge-gen die Triumvire; sie zogen dadurch nur die Rache derselben auf sich. Als dasJahr d-s ConsulatS verflossen war, erhielt C. die «Statthalterschaft in Gallien auf5 Jahre nebst dem Commando von 4 Legionen. Nachdem er die gelehrte Calpur-nia, Tochter des einen der neuen Consirln, Calpurnius Piso , geheirathet hatte,ging er nach Gallien , zwang die daselbst eingedrungenen Helvetier zur Rückkehr inihr Vaterland, besiegte dann den Ariovist, der an der Spitze deutscher Stämme sichin dem Lande der Äduer niederlassen wollte, und die Belgier. Binnen 9 Jahrenunterwarf er ganz Gallien, ging 2 Mal (55 und 53) über den Rhein und setzte 2Mal nach Britannien über, schlug die tapfern Bewohner dieses Landes in mehrenSchlachten und zwang sie, Geiseln auszuliefern. Der Senat hatte nämlich seineStatthalterschaft in Gallien wieder auf 5 Jahre bestätigt, während PompejusSpanien, und CrassuS Syrien, Ägypten und Macedonien auf 5 Jahre zu verwal-ten bekamen. Aber der Tod des CrassuS, welcher gegen die Parther blieb, löste dasTriumvirat auf, sowie nach dem um dieselbe Zeit erfolgten Tode der Julia dieFreundschaft zwischen Pompejus und Cäsar erkaltete. Pompejus's Macht und An-sehen wuchsen indeß immer mehr; aber auch C. suchte seinen Anhang in der Haupt-stadt durch ungeheure Bestechungen zu vermehren; er machte Gallien zur römischenProvinz und verwaltete seine Eroberungen mit Weisheit und Güte. Pompejus beförderte dagegen C.'S Feinte zum Consulate und bewirkte einen SenatSbeschluß,nach welchem C. seine Truppen entlassen und seine Statthalterschaft niederlegensollte. Dieser erklärte sich bereit zu gehorchen, wenn Pompejus ei» Gleiches thunwürde. Hierauf verfügte der Senat, daß C. seine Würde und sein Commando bin-nen einer bestimmten Zeit niederlegen oder für einen Feind des Vaterlandes erklärtwerden stlle, und ernannte Pompejus zum Dberfeldherrn der republikanischen Heere.Jetzt federte C. seine Soldaten aus die Ehre ihres Feldherrn zu vertheidigen, gingüber den Rubicon (49 v. Chr.) und nahm Italien ohne Schwertschlag in Besitz,