Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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492 Cafes(Eman. Aug.Dieud., Grafv.Las) Caschemere

Cafes (Emanuel August Dieudonne, Graf v. Las), s. Las Cafes.

Casaubon (Isaak de) sgewöhnl. Casaubonu«), geb. den 18. Febr. 1559zu Genf aus einer Familie derDauphinü, ward von s. Valer, einem Geistlichen, sogut unterrichtet, daß er im 9.I. fertig lateinisch sprach. Im 19.1. bezog er die Uni-versität zu Genf , wo er Jurisprudenz, Theologie und orientalische Sprachen studirteund 1582 feinen Lehrer PortuS auf dem Lehrstuhle der griech. Sprachen ersetzte. Erwurde hier Schwiegersohn des H. Elienne (StephanuS) und gab jedes Jahr griech.und latein. Schriftsteller mit kritischen Comment, und Übersetz, heraus. 1596 nahmer einen Lehrstuhl der griech. Sprache und der schönen Wissenschaften zu Montpellier an, wo er jedoch nur 2 Jahre blieb. Heinrich I V. berief ihn nach Paris . Seine Re-ligion, um derentwillen sein Vater schon geflüchtet war, die Eifersucht derandern Pro-fessoren und vielleicht sein etwas unnachgiebiger Charakter verursachten ihm Unan-nehmlichkeiten, für welche er durch die Stelle eines königl. Bibliothekars entschädigtwurde. Nach Heinrichs I V. Tode folgte er dem ChcvalierWotton,außerordenkl. Ge-sandten Jakobs l., nach England, war- daselbst mit Auszeichnung ausgenommen,erhielt zwei Pfründen und eine ansehnliche Pension, und starb zu London den I.Iuli1614. Er wurde in der Westminsterabtei beerdigt. C. war ein toleranter Theolog,ein Gelehrtervom ersten Range, ein guter Übersetzer u. treffl.Kritiker. AlsKritiker hater den Diogenes Lai-rtiuS, Aristoteles, Theophrast, Sueton, PersiuS , Polybiuü, Theo-krit, Strabo,DionysiuSvon Halikarnaß,AthenäuS , Pliniuö denIüngern u.A. bear-beitet u. erläutert; fast alle Zweige der Alterthumswissenschaft verdanken ihm frucht-bare Forschungen. Seine gründlicheUnters-chung „lle ,«>t) ilen 6isea>irin>> >,»Lsi etUc>,ii!>iio, un> «utvi-i" verdient ein ausgezeichnetes Lob. Geringern Werth habenseine theologischen Arbeiten. — Meric C., des Vorigen Sohn, geb. zu Genf den14. Aug. 1599, hat sich ebenfalls durch Gelehrsamkeit berühmt gemacht. Er warseinem Vater nach England gefolgt und wurde I). der Theologie zu Oxford . Er be-kleidete nach und nach mehre geistliche Ämter, als die Revolution, welche Karl I. aufdas Blutgerüst führte, ihn seiner Einkünfte beraubte. Dennoch nahm er den An-trag Cromwell'S, die Geschichte seiner Zeit zu schreiben, ebenso wenig als die Ein-ladung der Königin Christine, nach Schweden zu kommen, an. Nach der Rückkehrder Stuart'S ward er für seine Treue durch Wiedereinsetzung in seine Ämter belohnt,welche ihm bis an seine» Tod, den 14. Juli 1671, blieben. Seine Gelehrsamkeitwar mannigfach, aber an Gründlichkeit stand er seinem Vater nach. Auch er hat,außer theologischen Werken, Anmerk. zu mehren Classikern geliefert, z. B. Terenz ,Epiktet, Florus, PolybiuS u. a.

Caschemere (Kaschmir ) s816 H>M., 2 Mill. E.) in Hindostan, jetzteine Provinz des Afghanenstaates Kabul in Asien , ist eins der berühmtesten Hoch-thäler, welches von den Riesengebirgen Asiens , demHimalaya und Hindu-Kuscheingeschlossen und von dem Behat oder Tschelam (vormals Hydaspes) durchströmtwird. Von 3 Seiten führen nur 1 Pässe in dies Land; von O. her setzt der hoheHimalaya eine unübersteigliche Schneeniauer vor. Die Pracht und Erhabenheitdes Kranzes von Schneegebirgen, die Lieblichkeit und der Reichthum der zu ihnenaufsteigenden Hügel und Voralpen kann von keinem Augenzeugen reizend genugausgemalt werden. Die hohe Lage des Thales und die dasselbe umgebenden Schnee-gebirge machen das Klima mehr kalt als warm, doch überhaupt gemäßigt und mild.Dieses an romantischen Gegenden so reiche, von vielen Flüssen und Bächen bewäs-serte Land ist mit einem Überflüsse von herrlichen Erzeugnissen gesegnet; daher nen-nen es die Asiaten das Paradies von Indien , den Blumengarten und den Gartendes ewigen Frühlings. Die Berge sind voll Wald - und Alpenweiden, am Fußeliegen Getreidefelder, längs den Gewässern ist Reisbau. An den Vorhügeln ziehensich reiche Obstwälder hin. Maulbcerbäume werden wegen der Seidenzucht inMenge gezogen; um sie schlingen sich die Reben, aus deren Trauben man einen