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Zweiter Band. Bo bis C.
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506 Castriota Casuar

Beispiele der Art; bei den Indiern verurtheilt das Gesetz die Ehebrecherin erst zurCastration und dann zum Tode. Bei uns berechtigt allein unmittelbare und lebens-gefährliche Beschädigung der Theile selbst zu einer Operation, die von so wichtigenFolgen für die menschliche Gesellschaft ist. Unter den Übeln, welche sonst die Re-ligionsschwärmerei erzeugte, hat auch die Tastration eine große Rolle gespielt.Die Kaiser Konstantin und Iustinian waren gezwungen, sich mit ihrer ganzenMacht dem religiösen Wahnwitze zu widersetzen, und nur dadurch, daß sie diese Ver-stümmelung dem Menschenmorde gleicheshten, waren sie im Stande, davon ab-zuhalten. Die Valerianer, eine Religionssekte, denen das Beispiel des Origenesdie Sinne verwirrt hatte, hielten diese Verstümmelung ihrer selbst nicht nur füreine Pflicht, welche die Religion ihnen auferlegte, sondern sie glaubten auch, anallen Denjenigen, die ihnen in die Hände fielen, in Gutem oder in Bösem dieselbePflicht ausüben zu müssen. In Italien war die Castration der Knaben, um sie zuSopranfmgern zu machen, ehemals sehr häufig, weßhalb die Benennung Castrat mit Sopransänger gleichbedeutend ward. Clemens XlV. verbot diesen Mißbrauch,der aber doch noch lange nachher fortdauerte und in gewissen Städten nicht nurgeduldet, sondern selbst so schamlos ausgeübt ward, daß öffentl. Anschlagzettel dieskund thaten. In der neuern Zeit sind nachdrücklichere Gesetze dagegen gegeben worden.— Castriren heißt bei den Thieren im Allgemeinen verschneiden, schneiden, einSchwein schneiden; dann auch bei den Pferden, Wallachen; bei den Hähnen, kap-pen oder kapaunen rc.; bei Büchern, gewisse Stellen beim Abdruck hinweglassen.

Castriota, s. Skanderbeg .

Castrum Doloris (Trauerbühne), nicht gleichbedeutend mit Katafalk.Dieser das (Trauergerüst) ist bloß die stufenartige Erhöhung des Sarges eines zufeiernden erhabenen Todten mit der denselben umgebenden Kerzenerleuchtung undden dazu gehörigen Verzierungen, Wappen, Inschriften rc., welche sich in einerKirche, ohne daß diese übrigens eine Veränderung zu erleiden braucht, oder in einerPrivatwohnung befinden kann. Das Castrum Doloris aber ist der ganze Raum,worin ein Katafalk sich befindet, nebst allem Zubehör. Wenn eine fürstliche oderandre vornehme Person, deren Familie dem Verewigten diese Ehre gewähren will,gestorben ist, wird der Sarkophag (der gewöhnlich leer ist, weil eine so lange Auf-bewahrung der Leichen selten möglich ist) des Verstorbenen auf einer stufenmäßigen,schwarz bedeckten Erhöhung (dem eigentlichen Katafalk) zur Schau ausgestellt. Dieden Rang des Todten andeutenden Zeichen sind auf den Sarg gelegt (wie etwa De-gen, Epauletts rc. eines Officiers), oder einzeln auf 4 bis k den Sarg umgebendenTabouretü befindlich (die Reichs- oder fürstlichen Insignien), wenn es ein regie-rendes Haupt oder zur Herrscherfamilie gehörig gewesen. Hohe Armleuchter um-geben den Sarg, Ein Thronhimmel bedeckt ihn, an dessen Pfeilern 4 Marschällestehen. Der im Dienste des »erst. Fürsten dessen Person zunächst gestandene Of-ficier oder Officiant steht zur Linken am Kopfende des Sarges, mit der rechnn Handdenselben berührend, zum Zeichen der auch über das Grab hinreichenden Anhäng-lichkeit. Das Zimmer ist schwarz ausgeschlagen, mit silbernen Gehängen, passen-den Sinnbildern '.c. ernst und edel verziert und mit zahlreichen Kerzen erleuchtet. Einsolches geschlossenes Zimmer, oder die Kirche oder Capelle, wenn sie dazu eingerichtetworden, heißt eigentlich Castrum Doloris . Die Franzosen nennen es ObnpoIIv ->r-clen to, welcher Ausdruck wohl Von6 Ii<i mbre ,i rrler, te (s. d.) zu unterscheiden ist.

Casuar, nach dem Strauße der größte Vogel; er mißt vom Schnabel biszu den Klauen bis Fuß. Die Flügel des Casuars sind noch kleiner als die desStraußes und zum Fliegen ganz unbrauchbar. Statt der Schwungfedern hat eran jedem 4 bis K kahle Schäfte, die den Stacheln eines Stachelschweins gleichen.Sein Lauf ist so schnell, daß ihn die flüchtigsten Jagdhunde nicht einholen können.Er bewohnt Ostindien, besonders Java und die Moluckcn. Seine Nahrung be-