507
steht aus Pflanzenstoffen. Zu Botanybai und Port Zackson hat man eine Gat-tung Casuare entdeckt, die noch weit größer sind, und sie neuholländische genannt.
Cas uistik, derjenige Theil der ehemaligen Theologie und Moral, welchersich mit den Grundsätzen beschäftigt, nach welchen schwere GewissenSfälle (beson-ders wo eine Collision der Pflichten eintritt) entschieden werden müssen. Kant nennt sie Dialektik des Gewissens. Daher Casuist ein Moralist, welcher derglei-chen Gewissenszweisel zu lösen sucht. Berühmt sind die Casuisten unter den Jesui-ten , z. B. Escobar, Sanchez, Busembaum u.A. m., ebenso sehr durch ihrTalentimErfinden solcher Fälle, als durch die Zweideutigkeit u. Seltsamkeit ihrer Rathschläge.
Cäsur, derjenige Punkt des Metrums, Versmaßes oder Takts (s. Vers),wo ein Wortftiß, oder vielmehr ein Wortrhythmus endet. Eine rhythmische Figur,deren Ausdruck ein Wortfuß ist, tritt als solche, mithin selbständig, in das Me-trum ein, droht, sich behauptend, es zu unterbrechen, wird aber durch die organi-sche Gewalt des fortschreitenden Metrums beherrscht (Ausdruck des herrschendenTaktes oder Versmaßes). Es gibt sich also hier ein beseitigter Widerstreit, eineBewegung und Gegenbewegung kund zwischen Rhythmus und Metrum, Wort-fuß und Zeitfuß, oder rhythmischer und metrischer Periode. (S. Rhythmus.)Nun kann aber die Cäsar entweder auf das Ende oder in die Mitte einer metri-schen Reihe oder eines Taktes fallen. Im ersten Falle heißt sie lyrisch, im zweitendeclamatorisch. Hieraus ergeben sich folgende Regeln für die Cäsur: Da Wort-füße die Bestandtheile derselben sind, so dürfen diese in der declamatorischen nichtgleichen Schritt mit den Versfüßen halten, welches die Cäsur gewissermaßen auf-höbe und den Vers matt und lahm machte, z. B.
Morgen j rothe > golöne ! frühe ! unsre I Lieder s schallen s dir,sondern die Wortfüße müssen mannigfaltig wechselnd sich im Gebiete des herrschen-den Taktes bewegen. Ferner dürfen keine schwächlichen, matten Wortfüße gewähltwerden, wie der schon den Alten verhaßte und im Hexameter 2 Mal verpönte Am-phibrachys (v — o). Dann dürfen nicht gleiche Wortfüße hinter einander gleicheVersfüße füllen, z. B.
Schattenreiche, grauenvolle, grabesdunkle Mitternacht
vielmehr hebtContrast des Dersaccents und der Dersarsis den Vers sehr. Endlichmüssen auch größere Wortformen gehörig vertheilt gebraucht werden, wobei freilichdie Klippe der leicht parodisch werdenden ungeheuern Formen sorgfältig zu vermei-den ist. Übrigens ist Cäsur nicht Schluß einer metrischen Reihe, sondern einerrhythmischen und metrischen zugleich, und keine Cäsur macht eine Sylbe lang, diees nicht schon rhythmisch ist. Lyrische und unbewegliche Cäsur hat der Vers:
— ^ — » u j — — "!I —"" — " ^ I — —
Lieder tonen, es rauscht der Berge! I rebendekränzete Waldung
bewegliche:
Hell glänzen die Meereswellen I froh tanzend im Mondlicht
an den mit ss bezeichneten Stellen. Declamatorische Cäsuren sind:
" " — „ -- i — U --
Jetzt, holdselige,! giltcS Geduld l und beharrliche Kühnheitan den mit I bezeichneten Stellen. — Beide Arten von Cäsuren zu unterschei-den, hat Apel die lyrische den Abschnitt, die declamatorische denEinschnitt genannt.Eine Untersuchung über die Zulässigkeit oder Unzulässigkeit mancher Cäsuren imernsten Hexameter gehört nicht hierher.
Casus , in der Grammatik, die verschiedenen Beugungen, welche ein No-men Nennwort) oder Pronomen (Fürwort) durch Umwandlung seiner Endsylbeerleidet, um dadurch auszudrücken, in welchem Verhältnisse es gedacht wird. Dadiese Verhältnisse selbst sich auf keine bestimmte Zahl beschränken lassen, auch viele