Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Cato von Utioa

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steuern und die alten reinen Sitten zurückführen. Mit furchtbarer Strenge ver-waltete er dies?lmt, und wiewol feine Maßregeln ihm Widerspruch und Widersa-cher erregten, so erhielt er doch den größten Beifall; und als er sein Amt niedergelegthakte, ward beschlossen, ihm eine Statue mit einer ehrenvollen Inschrift zu errichten.

Er schien der Ehre wenig zu achten, und antwortete, als ihm früher Jemand seineVerwunderung ausdrückte, daß ihm noch keine Statue errichtet wor den: „Ich willlieber, daß man frage, warum dem Cato keine Bildsäule bewilligt, als warumihm eine bewilligt worden?" Dennoch fehlte ihm jenes Selbstgefühl nicht, dasdein großen Verdienst wohl ansteht. „Ist er den» ein Cato?" pflegte er zu fra-gen. wenn er eines Andern Versehen entschuldigen wollte. C.'S politisches Lebenwar ein langer Kamps. Er klagte unaufhörlich und mit Erbitterung an und wardebenso angeklagt, aber jedes Mal losgesprochen. Sein letztes ^taatSgeschäft wareine Gesandtschaft nach Carthago, um den Streik zwischen den Carlhagmensernund dem König Masinissa zu schlichten. Man betrachtet diese Reife als die Ursacheder Zerstörung Carihago's; denn C. war über die Art, wie diese NebenbuhlerinRoms ihre Verluste wieder ersetzt hatte, so erstaunt, daß er seitdem jede Rede mitden bekannten Worten schloß: „bructo'oa aoiuico. (lurllingiin-iii e»e ,

<>an," (Übrigens bin ich der Meinung, Carthago müsse zerstört werden). Er starbein Jahr nach seiner Rückkehr (147 v. Chr.) 85, nach Andern 90 I. alt. C., derso haushälterisch mit den Staatseinkünften war, betrachtete den Reichthum nichtgleichgültig. Bis zur Härte war er streng gegen seineSklaven. Den Ackerbau suchteer auf alle Weise zu vervollkommnen und kannte alle Hülfsmittel desselben genau.In seinem Alter war er auf seinem Landgute gern fröhlich mit Freunden und über-ließ sich den Freuden der Tafel. Darauf beziehen sich die Verse des Horäz:

sssrrstui- et pr-isoi (lstonis

Lseps meeo csluisie virtus.

Er war 2 Mal vcrheirathet und hatte mit jeder Gattin einen Sohn. Als Gatteund Vater war er gleich musterhaft. Er verfaßte eine Menge von Schrifen, vondenen die einzige „>lo ic i urliou" sich erhalten hat. Zu bedauern ist am meisten derVerlust s. Reden, deren Cicero mit dem größten Lobe erwähnt, und s. OrigiUp-gesch. Italiens bis zum Schlüsse des zweiten punischcn Krieges, welche die alten Ge-schichtschreiber vielfältig anführen. Vgl. Plutarch, und Cicero's „lüslv mH.,«. <Wseneotule".

Cato (Marcus Porcius), zum Unterschiede von dem Censor, dessen Urenkeler war, von Ulica, dem Orte seines Todes, genannt, geb. 93 vor Chr., ward nachdem Absterben seiner Ältern in dem Hause seines Oheims, LiviusDrusus, auferzo-gen. Er zeigte früh Ernst und Tiefe des Gemüths, Reise des Urtheils und Festigkeitdes Charakters. Mcn erzählt, daß er in seinem 14. Jahre, als er in des SyllaHause die Häupter mehrer auf Befehl desselben Ermordeten erblickt, von seinemLehrer ein Schwert gcfodert habe, um den Tyrannen zu durchbohren und sein Va-terland aus der Knechtschaft zu befreien. Mit seinem Bruder von mütterlicher Seite,Cäpio, lebte er von Jugend auf in der zärtlichsten Einkracht. C. ward zum Prie-ster Apollo'ü ernannt. Er trat in Verbindung mit dem Stoiker Antipater vonTyrus und blieb sein ganzes Leben hindurch den Grundsätzen der Sloa getreu.Zum ersten Mal trat er öffentlich auf gegen die Volkstribunen, welche eine vomCensor Cato erbaute Basilika, die ihnen hinderlich war, niederreißen lassen wollten.Er zeigte schon damals jene kraftvolle Beredtsamkeit, durch welche er sich später sofurchtbar machte, und gewann den Proceß. Seinen ersten Feldzug machte er ge-gen Spartakus, als gemeiner Freiwilliger, und zeichnete sich dabei so aus, daß derPrätor Gellius ihm einen Ehrenpreis zuerkannte, den er jedoch ablehnte. Sodannward er els Kriegstribun nach Macedonien gesandt. Als die Zeit seines Amtes ver-flossen war, reiste er nach Asien und brachte den Stoiker Athenodor mit sich nach ,Cvnvirsations - Lericom Vd. II- 85