Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Cattaneo

Culten

drücken und Bildern, Wiederholungen und eine gewisse Einsöi-migkeit der Versegetadelt; aber wie viel schöne Eigenschaften wiegen diese Mangel auf! Reinheitdes Ausdrucks, Klarheit desStylS, eine blühende und fruchtbare Phantasie, eineMoral, die leicht und anspruchslos Geist und Herz gewinnt. Und doch war dieserDichter, der so lange Zeit allgemein gelesen und bewundert wurde, in Vergessen-heit gesunken, aus welcher er erst gegen das Ende des vorigen Jahrh, durch Bilder-dyck und Feith erweckt worden ist, die seine Werke neu herausgegeben haben. Diesebestehen aus Sinnbildern und Allegorien nach dem damalige» Zeitgeschmäcke, ausGedichten über die verschiedenen Alter und L.bensverhältnissc, aus Fabeln, Nie-dern, Idyllen u. s. w. Er starb auf seinem Landgute zu Zorgvliet, 1660, in ei-nem Alter von 83 Zähren.

Cattaneo (Gaetano), Archäolog, Director der k. k. Münzsammlung inderBrerazu Mailand, war in frühern Zähren Maler, weshalb er sich mehreZahrein Rom aufhielt, wo ihn ein großes Gemälde, das späterhin in Mailand ausge-stellt ward und Beifall fand, der Schwur der Sieben vor Theben, veranlaßte, sichmit den Alterthumswissenschaften, zunächst für seinen Zweck, vertraut zu machen.Vorzüglich zog ihn die Münzwissenschaft an. Unter der Regierung des Vicekö-nigs Eugen wurde er bei der Münzsammlung der Brera angestellt. Eben da-mals wurde jene Sammlung mit kaiserlicher Liberalität unterstützt und beträcht-lich vermehrt. Eine Übersicht der Sammlung, die dem genauen Katalog voraus-gehen sollte, gab E. 1813. („6at.il. populär., urb. et reguiu. guoruin uiiiui !><I-rvrvantur i>, Klus. regio ollio. monei. !Uc«Iio>.") Wie weit dieser selbst vorge-rückt sei, erklärte er in der Vorrede zu des Gr. Castiglioni „älouete culiebc ilelKlüse« I. u. >!> Klilano" (Mail. 1820). Doch die echte Münzwissenschaft greiftzu sehr in alle Zweige der Kunstlehre der Antiken, der Hermeneutik und Kritik allerDenkmäler ein, als daß C. sich diesen hätte entziehe» können. Mehre einzeln er-schienene Abhandlungen geben davon den Beleg. Seine „läpiej.-xle. r»oi>n-iiienlu uiilico eli bronro elul blus. iu>r. unZicrese" (Mailand 1819) undseine „Osserv. ropr.i nn krauiiu. rinlicn <Ii brnur« r<>p;ueseulanle Vcueie"(Mail. 1819) können als Maßstab seiner Leistungen in diesem Fache gelten. Ge-genwärtig ist C. mit einer Kunstgeschichte der Lombardei beschäftigt.

Cattaro, Stadt in Dalmatien mit starken Mauern und einem Berg-schlosse, an dem von ihr benannten Meerbusen (boc-üic ili L.ilwro). Sie ist vonhohen Bergen umgeben, sodaß sie im Winter die Sonne nur wenige Stundensieht. Die Einwohner der Stadt und des Gebiets sind theils katholische, theilsgriechische Christen. C. unterwarfsich 1420, aus Furcht vor den Türken, frei-willig der Republik Venedig . Längs des engen und gekrümmten Busens von C.liegen mehre wohlbewohnte Orte, welche sich, wie §. selbst, von der Seefahrt,einigem Handel und der Fischerei nähren. 1814 nahm es Östreich wieder in Besitz.Jetzt gehört es zum dalmatischen Kreise Cattaro . Die Stadt hat 2500 Einw.und der Kreis von T. auf 14 s)M. in 142 Orlsch. 30,000 Einw. Diese wich-tige Festung hat großen Werth, theils wegen des schönen Hafens, theils wegen desEinflusses auf den Handel und die Politik des unabhängigen Gebiets der Mon-tenegriner, die ihre Grenze bis an den See von Scutari und die Gemeinde vonZenta ausgedehnt haben. (Vergl. Dalmatien .)

Catten, eins des berühmtesten und tapfersten deutschen Völker, waren inRücksicht ihrer innern Verfassung den Römern wenig bekannt. Sie hallen dasLand, das heutzutage Hessen, Fulda, Hanau , Zsenburg und ein beträchtüchesStück von Franken bis an die Saale umfaßt, dann den größten Theil der nassaui-schen Länder, den östlichen Theil von Westfalen inne, und reichten bis an den Rhein und Main. Mit den Hermunduren und Cheruskern führten sie blutige Kriege.Au Cäsiir's Zeiten wohnten sie läirgs der Lahn und waren dem Rheine nahe; sie