Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Cattun

Catullus

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verdrängten die Tencterer und Usipeter, und Cäsar konnt» nichts gegen sie ausrich-ten. DrusuS, welcher anfangs durch den Angriff der Cherusker sich die Catten zuFreunden gemach« hatte, ward, als er Festungen in ihrem Lande anlegte, ihr Feind;er schlug sie, ohne sie zu besiegen. Durch ihre Einfälle in die decumatifchen Felderund durch Schwächung der Cherusker wurden die Catten groß und mächtig, da dievorher mit jene» im Bunde gestandenen Völker sich nun mit ihnen vereinigten. Zuder darauffolgenden Periode kriegten sie wahrscheinlich mit Trojan, unter MareAurcl fielen sie in Germanien und Rhäkien ein, wurden späterhin von DidiuSIulianus geschlagen, und kommen zuletzt 392 in Verbindung mit den Frankenunter dem Könige Markomer in der Geschichte vor. Von da an verschwindet derName Catten, bis im 8. Jahrh, die Hassi oder Hessi auftreten, welche mit denCatten einerlei Volk ausgemacht haben sollen. Nach deni Berichte Cäfar's wardas Land der Catten in 100 Gaue eingetheilt; jeder von diesen mußte jährt. 1000Mann ins Feld-stellen, welche fürs nächste Jahr mit den Zurückgebliebenen, dieunterdessen das Feld bestellen mußte», wechselten. Ihre Nahrung war Milch,Käse und Wildpret; ihre Kleidung machten sie sich aus Thierfellen. EinEigenthum hatte eigentlich Niemand, sondern die Fürsten , welche aber nichtsouverän, waren und Landtage halten mußten, theilten jährlich die Acker undFelder unter die Familien aus. (Vgl. Germanien.)

Cattun, auch Cotton , ein baumwollenes Zeuch, das zur Bekleidung derFrauen und zu vielfachen häuslichen Zwecken verwendet wird. Es wurde ursprüng-lich uns bloß aus Ostindien durch die Holländer, Engländer, Dänen u. s. w. zu-geführt, jetzt wird der größte Theil des unermeßlichen Bedarfs von den Völkerndes Festlandes selbst verfertigt. Die Franzosen und die Schweizer zeichnen sichdarin durch die feinste Waare aus. Ihnen folgen die Engländer, diesen dieSachsen , von denen vorzüglich die chenmitzer Fabrikanten große Partien auf diedeutschen Messen bringen. Außer der innern Güte und Feinheit des Stoffskommt vorzüglich die Schönheit der Muster und die Dauerhaftigkeit der Farbenbei den bedruckten Cattunen in Betracht. Auch hier findet wieder dieselbe Stufenleiterstatt, die oben in der Güte angegeben ist. Von einzelnen Städten in Deutschland zeichnen sich noch Hamburg, Augsburg und Berlin durch die Lieferung sehr schö-ner Waare aus. (Vgl. Becker, Oberkampf, Widmen.)

Catullus (Cajus Valerius), ein berühmter römischer Dichter, geb. 88v. Chr. zu Verona (nach A. zu Eirmium, einer kleinen Stadt auf einer Halbinseldes Sees Benacus sLago di Gardasj von angesehenen und reichen Altern, kam jungnach Rom , wo er durch die Anmuth seines Geistes bald alle Diejenigen anzog,welche jene» glänzenden Zeitraum zu verherrlichen begannen. Er war der Freunddes Cicero, PlancuS, Cinna und Cornelius NepoS , dem er in der Folge die Samm-lung seiner Gedichte widmete. Diese Sammlung ist nichkvon großem Unifang, abersie zeigt, was C. in mehren Gattungen der Dichtkunst hätte leisten können, wenner anhaltende Studien den Vergnügungen und Reisen vorgezogen hätte. Wahr-scheinlich ist ei» Theil seiner Poesien gar nicht auf uns gekommen. Über den Werthderjenigen, welche wir besitzen, ist bei den Alten wie bei den Neuern nur Ein Ur-theil gewesen. Tibull und Ovid machen ihm Lobsprüche, und Martial räumt imEpigramm ihm allein den Vorrang vor sich ein. In der tändelnden Gattung wieim Epigramme, wenn er es auf seine gehörigen Grenzen beschränkt, ist er Muster.Auch den heroischen Vers gebrauchte er mit Glück; berühmt ist seine schöne Episodevon der Ariadne , die den Sänger der Dido begeistert z» haben scheint. Er warunter den Römern der Erste, der sich niit Erfolg in der lyrischen Poesie nach griech.Mustern versuchte; die 4 uns noch von ihm übrigen Oden lassen den Verlust derandern lebhaft bedauern. Ein Vorwurf aber, der mehre Gedichte C.'s trifft, istdie Unsittlichkcit und Unzüchtigkeit. Die gewöhnliche Meinung ist, daß er öl I