Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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518
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518 Cauchois-Lemaire Causalität

v. Ehr. in einem Alter v. 30 Z. gestorben sei. Scaliger dagegen behauptet, doch ohnegehörigen Beweis, daß er 71 I. alt geworden. Die Ausgaben s. Werke von Volpi(Padua 1737) und Döring (Leipz. 1788 — 00, 2 Bde.) verdienen eine ehrenvolleErwähnung. Außerdem in den meisten Ausg. von Tibull und Properz. Die vorzüg-lichsten Poesien E.'S, zu denen das Gedicht an den Sperling der Lesbia und die rei-zende Nänie bei dem Tode desselben gehören, sind von Ramler übersetzt worden.

Eauchois-Lemaire (Louis Augustin Francois), ein geistvoller sranz.polit. Schriftsteller, durch die Geschichte seiner politischen Verfolgungen auch inDeutschland nicht unbekannt. Er ist in Paris den 28. Aug. 1789 geboren, wo ergründliche Studien machte und sich der Erziehung widmete. Nach der Restaurationgab er ein Journal, den „Gelben Zwerg" („><->>» j-iu,«-") heraus, das zwar imconstitutionnellen Sinn abgefaßt war, zugleich aber auch so viel Schärfe enthielt,baß es 1815 nach der zweiten Restauration unterdrückt wurde. Er mußte Paris verlassen, ging nach Brüssel , gab hierden„dlain j-,»,»-relü-riü" heraus und taufte,als diese Zeitschrift auch hier aufhören mußte, sie auf den Titel des „Vr->i libür.il"um, unter welchem sie vieler Processe und Anfechtungen ungeachtet noch jetzt, jedochunter stets wechselnder Redaction, fortbesteht. E. wurde der belgischen Regierungvon, sranz. Ministerium so verdächtig gemacht, daß er mit noch 19 andern franz.Flüchtlingen Befehl erhielt, das Königreich zu verlassen und sich nach Hamburg zubegeben. Er ward durch Gendarmen über die Grenze gebracht, entwich aber nachdem Haag, wurde hier gastfrei aufgenommen und den Augen der ihn verfolgendenPolizei entzogen. Hier verfaßte er ein sehr energisches Memoire an die General-staaten, in welchem er seine Verfolgungen als eine Verletzung des Völkerrechts dar-stellte, Dasselbe veranlaßte in den belgischen Kammern die lebhaftesten Discussio-nen, wobei sich Hogendorp und Dotrenge auszeichneten, wurde jedoch am Endeverworfen. Unter Decazes'ü Ministerium kehrte C. nach Paris zurück, wo er seit-dem an mehren liberalen Journalen ein fleißiger Mitarbeiter ist.

C a u d i n i sch e P ä sse, s. Avellino .

Eausalitäk (Ursachlichkeit). Die neuere Philosophie versteht unter derCausalitär nicht, wie die Scholastiker, die Wirksamkeit einer wirkenden Ursache,sondern das Verhältniß der Ursache zur Wirkung. Als reiner Verstandesbegriffbetrachtet, gehört die Eausalität unter die Kategorie der Relation. Ursache aberist der Grund der Wirklichkeit eines Andern, welches als eine actuelle Folge, Wir-kung genannt wird. Die Eausalität besteht daher darin, daß, wenn das Eine alswirklich gefetzt ist, auch das Andre, als durch dasselbe nothwendig, gesetzt wird.Die kritische Philosophie behauptet, daß dieser Begriff nicht aus Erfahrung, son-dern aus der ursprünglichen Thätigkeit des Geistes selbst stammt. Alles, was ge-schieht, setzt eine Ursache voraus, lautet der Satz des Grundes oder der Eausalität,dessen Beweis am kürzesten so dargelegt wird. Wenn eine Erfahrungserkenntnißmöglich sein soll, so müssen nicht bloß Eindrücke aus unsere Sinne erfolgen, son-dern wir müssen die Wahrnehmungen auch verknüpfen. Die Verknüpfung ge-schieht durch einen Schluß, der eine allgemeine objective Regel voraussetzt. Znder Erkenntniß von Gegenständen sollen die Vorstellungen nicht bloß subjectiv (inder Einbildung) verbunden, sondern es soll bestimmt werden, wie die Objecte selbstverknüpft sind. Nun ist aber Dasjenige im Objecte, was das Erkenntnißvermögenzur Verknüpfung nothwendig bestimmt, die allgemeine Regel oder der objectiveGrund der Verknüpfung. Es ist aber durch den Verstand nur Eine Art möglich,wie verschiedene wirkliche Dinge als verknüpft vorgestellt werden können, und dieseist, daß sie im Verhältnisse von Ursache und Wirkung gedacht werden. Folglichmuß dieses Verhältniß in den Objecten auch wirklich gegründet sein, und Alles,was geschieht, muß eine Ursache haben, oder es muß vor jeder Erscheinung eineandre vorhergehen, welche sie möglich macht. So nimmt Kant nur eine zeitliche