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Cazotte
terthuins und der Ausübung der Künste. Malerei, Bildhauerei, Musik und beson-ders Kupferstecherei fesselten wcchfelsweife seine Thätigkeit. Hauptsächlich arbeiteteer an einem großen Werke über die ägyptischen, griechischen, etruskischen, römischenund gallischen Alterthümer, das eine Menge Kupfer enthält, welche die Antikenseiner kostbaren und seltenen Sammlung darstellen, die er dem Könige vermacht hat.1731 nahm ihn die Malerakademie und 1742 die Akademie der Inschriften zumMitgliede auf. C. theilte seine Arbeiten zwischen beide und stiftete für jede einenPreis. Bei seinen guten chemischen Kenntnissen war er der Erste, welcher sich mitder Untersuchung derjenigen Mittel beschäftigte, welche von den Alten bei derenkau-siischen Malerei angewendet wurden; wenigstens leitete er die Aufmerksamkeit aufdiesen Theil der Kunst. Unermüdlich in feinen Forschungen, bereicherte er das Ge-biet der Wissenschaften mit unzähligen andern nützlichen Aufschlüssen über die Art,die Malerei dem Marmor einzuverleiben, über den Papyrus, die Lava, das Grab desMausolus , das drehbare Theater des Curio, die Kunst, das Kupfer zu härten, aller-lei Zierrachen aus buntem Glase zu verfertigen, über die Mittel, vermöge welcherdie Ägypter ungeheure Lasten fortbewegten, über die Mumien; über die enkausti-sche und Wachsmalerei schrieb er ein besonderes Memoire. Diese und andre Ge-genstände handelt er in ungefähr 45 Abhandlungen ab, womit er die Sammlungender Akademie der Inschriften bereichert hat. Wenn man auch nicht leugnen kann,daß C. die alten Schriftsteller oft mißverstand, so sind doch seine Verdienste um denmateriellen Theil der Künste und des Alterthums unleugbar sehr groß. Was ihmzuweilen an Gründlichkeit abgeht, hat er durch Bestimmtheit und Deutlichkeit er-seht. Dieser thätige Mann starb zu Paris den 5. Sept. 1765. Strenge Redlich-keit, seltene Einfachheit, vielleicht zuweilen einiger Despotismus in seinen Mei-nungen, waren die Grundlagen seines Charakters. Junge Künstler fanden an ihmeinen großmüthigen Beschützer. Man hat von ihm zahlreiche Schriften, sowol Ro-mane und Sammlungen leichten scherzhafte» Inhalts, als auch antiquarisch-.archäo-logische, z. B. „IlGuvil >I'»»tignilÜ5 rgvptieoims" (Paris 1752 — 67, 7 Bde.).Auch war C. ein fleißiger und geschickter Kupferstecher; als solcher hat er u. a. eineFolge von 200 Bl. nach den schönsten Zeichnungen des königl. Cabineks geliefert;eine Sammlung von Köpfen nach Rubens lind van Dyk; eine andre von Charak-terköpfen und verschiedenen Caricaturen, nach Leonardo da Vinci ; viele Blätternach Lucas von Leyden, Albrecht Dürer und A- u. s. w. — Seine Mutter, eineNichte der Frau v. Maintenon, ebenfalls eine sehr geistreiche Frau, hat sich durchein kleines anziehendes Werkchen: „blos Souvenirs", bekanntgemacht.
Cazotte (Jacques), ein durch Leichtigkeit und Gewandtheit des SkylS be-kannter Schriftsteller, geb. 1720 zu Dijon, studirte bei den Jesuiten und ging1747 als Controleur nach Martinique . 1759 trug er durch seine Thätigkeit dazubei, den Angriff der Engländer auf das Fort St.-Pierre zu vereiteln. Aber seine ge-schwächte Gesundheit nöthigte ihn, nach Frankreich zurückzukehren, wo er seinenBruder beerbte und hierauf als Generalcommissair der Marine seinen Abschiednahm. Er hatte dem Pater Lavalette, Superior derMission der Jesuiten , alle seineBesitzungen auf Martinique abgetreten und dafür Wechselbriefe auf den Orden er-halten. welche dieser, bei dem schlechten Zustande der Angelegenheiten Lavalette'S,zu bezahlen sich weigerte. C. verlor dadurch 50,000 Thaler. Er mußte gegen seinenehemaligen Lehrer vor Gericht auftreten, und dieser Proceß ist gewissermaßen alsdie O.uelle aller derer zu betrachten, welche später gegen die Jesuiten ausbrachen.C.'S Heiterkeit und Offenheit, seine lebhafte, anziehende Unterhaltung, und dasTalent, sich Denen anzupassen, mit welchen er zusammen war, erwarben ihm all-gemeine Liebe. Er glänzte in der Gesellschaft und unter den schönen Geistern.Schon 1763 gab er sein in Prosa abgefaßtes Rittergedicht „Olivier" heraus, 1771—72 schrieb er seinen „Olaftle amouieu»" und den „l-vrci Impromptu" und spa-