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Zweiter Band. Bo bis C.
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Cellainare

Cellini

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und andern Lebensbedürfnissen versorgt. Der Sitz des Gouverneurs ist im FortRotterdam, in dessen Nähe der große, von Holländern, Chinesen und DiacassarenbewohnteFlecken und Handelsplatz Vlaardingen liegt, an der Stelle, rvo sonst Ma-cassar stand, die ehemalige Residenz dieses südwestlichen Strichs. Die von denHolländern besessenen nordöstlichen Besitzungen bilden kein eignes Gouvernement,sondern stehen unter der Regierung der Insel Ternate.

Cellamare (Antonio Giudice, Herzog von Giovenazzo, Fürst v.), geb. zuNeapel 1657 und am Hofe Karls II. von Spanien erzogen, machte mehre Feld;züge und unter Spaniens Fahnen den größten Theil des span. Erbfolgekriegesmit, bis er 1707 in die Gefangenschaft der Kaiserlichen fiel, die ihn bis 1712 inMailand hielten. Nach s. Auswechselung kehrte er nach Spanien zurück, wardzum CabinelSniinister und 1715 zum außerordentl. Gesandten am sranz. Hofeernannt. Hier ward er das Hauptwerkzeug der Absichten Alberoni's und dieSeele einer Verschwörung gegen den Regenten, Philipp von OrleanS, um diesenbei einen« Feste zu verhaften, die Reichsstände zu berufen und Philipp V. zum Re-genten zu erklären, der als Herr Spaniens und Frankreichs übermächtig gewesenwäre. C. erwartete noch die Befehle s. Hofes, als der Plan entdeckt und aus sei-nen aufgefangenen Briefen die sämmtlichen Theilnehmer an der Verschwörung er-kannt wurden. Er ward verhaftet und unter Bedeckung nach der spanischen Grenzeabgeführt. Der madrider Hof ernannte ihn zum Generalcapitain von Altcastilien;als solcher starb er 1733 zu Sevilla .

Cellarius (Christoph), einer der gelehrtesten Philologen des 17. Jahrh.,geb. den 22. Nov. 1638 zu Schmalkalden , wo sein Vater Superintendent war.Schon seine Vorfahren hatten ihren ursprünglichen NamenKellner in Cellarius ver-wandelt. Nachdem er auf mehren deutschen Universitäten studirt hatte, übernahmer, 30 I. alt, ein Lehramt zu Weißenfels. 1673 ward er zu Weimar , später zuZeitz und Merseburg Rector der dortigen Schulen, endlich Professor der Beredtsam-keit und Geschichte zu Halle, wo er den 4. Juni 1707 starb. Er hatte eine Mengealter Autoren mit gelehrten Anmerkungen und sehr genauen Registern herausgeg.,als die Briefe des Cicero, des PliniuS, den Cornelius Nepos , CurtiuS, Eutrop,Septus RufuS, Vcllejus Paterculus, in die 12 alten Panegyristen, MinuciusFelip,Siliüs Jtalicus rc. Seine eignen Werke beziehen sich auf alte Geschichte und Geo-graphie, römische Alterthümer und lateinische Sprache rc. Seine „kvlitia vrbirgab schwarz neu heraus (Leipz. 1773, 2 Bde., 4.).

Cellini (Benvenuto), Bildhauer und Goldschmied, geb. zu Florenz 1500,woselbst er den 25. Febr. 1570 starb. Besonders zeichnete er sich m letzterer Kunstaus, daher auch gegenwärtig s. Arbeiten, die überhaupt selten geworden sind, zu un-geheuern Preisen bezahlt werden. Don kühnem, biederm und geradsinnigem, dabeiaber streitsüchtigem, keine Abhängigkeit, keine Beeinträchtigung duldendem Charak-ter, verwickelte er sich oft in Händel , die er häufig seine Gegner mit dem Leben be-zahlen ließ, gerieth selbst in große Gefahren, ward gefangen gesetzt und rettete sichnur durch Kühnheit und die mächtigen Beschützer, welche s. Geschicklichkeit ihm.erworben halte. Als der Connetable von Bomben vor Rom rückte, verband sichC. mit einigen Freunden zun« Widerstand, und in s. Selbstbiographie rühmt er sichsogar, diesen Feldherrn durch einen Büchsenschuß geiödtet zu haben. Nach derEinnahme derSladt zog er sich in die Engelsburg zurück und bediente hier 5 StückGeschütz. Nach s. Angabe war er es ebenfalls, der mit einem dieser Geschütze denPrinzen von Dranien lödtete. Unter Paul III. klagten seine Feinde ihn fälschlichan, einen Theil der Juwelen der päpstlichen Krone, die er zur Zeit der Gefahr hauezerbrechen und einschmelzen müssen, entwendet zu haben; und obgleich er sich recht-fertigte, ward er aus dem Gefängnisse doch nur auf Verwendung Franz l. befreit,der ihn auf einer frühern Reise nach Frankreich liebgewonnen hatte und jetzt zu