Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Centner Centralbewegung S3L

von den Personen erlitt, denen ihre Erziehung anvertraut war, aufs Alißerste ge-bracht, entfloh sie, um nach London zu gehen. Unterwegs begegnete ihr ei» jungerMensch, Namens Hammond, der damals in Cambridge studirke. Angezogen vonSusannen« Jugend und Schönheit, schlug er ihr vor, ihm in Mannskleidern nachCambridge zu folgen. Bald aber schickte er sie mit Empfehlungen nach London , wosie 2 Mal auf kurze Zeit verheirathet war. Durch Noth gerieth sie auf den Gedan«ken, von ihrem Dichtertaleme Vortheil zu ziehen; auch betrat sie die Bühne. Dannheirathete sie M. Centlivre, Mundkoch der Königin. Ihre Lustspiele, von denen,,'l'bv hns^-hochv" (welches Jünger in dem Lustsp.: „Er mengt sich in Alles",bearbeitet hat) und bol,l stinke kor a «nie" ungemeinen Beifall fanden, undsich, wie „l'be -vorickc-r! a nom-in keez» a secrcl!" und „Onn>e,I«r", bis jetztauf dem Theater erhalten haben, zeichnen sich weder durch Zierlichkeit der Schreib-art noch durch Wahrheit der Charaktere aus, und beleidigen häufig das Gefühlfür Schicklichkeit und Sitte; aber sie besitzen Lebhaftigkeit, Heiterkeit und Erfin-dung in der Intrigue. Sie war von Natur geistreich, sanft, gewandt und un.»errichtet. Mit Steele, Rowe, Farguhar, Budgell stand sie in freundschaftlicherVerbindung; aber durch ein Gedicht gegen die Übersetzung des Homer hatte siesich Pope's Feindschaft zugezogen, der sie in der „Dunciade" auf eine ungerechteArt charakterisirt. Sie starb zu London den 1. Dec. 1723.

Centner, gemeiniglich von 100 oder 110 bis 112 Pfund Gewicht.Del den so verschiedenen Gewichten in Deutschland ist der Centner ebenso un-gleich als die Pftmde. Der franz. metrische Centner hat 100,000 GrammenGewicht gleich 100 Kilogrammen.

Cento (latein.), ursprünglich ein aus verschiedenartigen Stücken zusam-mengeflicktes Zeuch (daher nach Lessing'S Bemerkung die Kleidung des Harleguinunter dem Namen äliwi ce»tu>.-ulur schon bei Apulejus vorkommt), hat man be-zeichnend auf solche Gedichte übergetragen, welche aus Erinnerungen an andre ge-bildet worden sind. Im strengsten Winne aber verstand man sonst unter CentonenMachwerke, die aus Stellen verschiedener Dichter mit Einschiebung einzelner eignerVerse zusammengeflickt waren. Man suchte darin eine eigne Kunst, fremde undsogar heterogene Stellen zu einem Ganzen zusammenzusetzen, und so gab es schonfrüh Virgilianische Centonen (Lontoiw, Virgiliani): Flickgedichte, in welchen diemeisten Verse dem Virgil zugehörlen, z. B. ein Hochzeitgedicht des Ausonius ; so-wie Flickgedichte mit Homerischen Versen ausstafstrt (Homcrocentonen).

Centra lamerika, oder die Republik Guatemala , s. Mittelamerika.

Centralbewegung. Ein in Bewegung gesetzter Körper, der von irgendeiner Kraft während seiner Bewegung beständig nach einem außer der Richtung ge-legenen festen Punkte getrieben wird, muß einen krummlinigenWeg um diesen Punktbeschreiben. Ein an einem Faden herumgeschlungener Stein bewegt sich darum imKreise, weil er durch dieKraftderHand in allenSkellenseinesWeges gegen denMit-telpunkt gezogen wird. DerMond rollt darum imKreise um die Erde, weil er durchdie Schwerkraft gegen dieselbe in allen Punkten seiner Bahn von der geraden Rich-tung, die seine Bewegung außerdem nehme» würde, abgelenkt und gegen den Mittel-punkt (die Erde) dieser seiner beinahe kreisförmigen Bahn gezogen wird. I» diesenund ähnlichen Fällen nennt man den Punkt, nach welchem der bewegteKörper un-aufhörlich getrieben wird, den Mittelpunkt der Kräfte; die Kraft selbst, welche ihntreibt, die Centripetalkraft ; diejenige, mit welcher sich der Körper vom Mittelpunktezu entfernen sucht, die Centrifugal - oder Schwungkraft, und die Bewegung selbst dieCentralbewegung.— AllePlaneten unsers Sonnensystem«, ingleichen alle Mondenund Nebenplaneten desselben, bewegen sich, jene um die Sonne, diese um ihre Haupt-planeten, nach den Gesetzen der Centralbewegung. (Vgl. Centrakk rüste) —DieiiähereBetrachtung der Centralbewegung ist Gegenstand derHimritelsmechanik,