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Zweiter Band. Bo bis C.
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Ceracchi Ceremonie! der europ. Machte

Ceracchi (Joseph), geb. in Rom , war durch die Werke seines Meißelsberühmt, als die Revolution in seiner Vaterstadt ihn bewog, die Kunst mit derPolitck zu vertauschen. Er gehörte l'lOd zu den feurigsten Anhängern der neuenRepublik. Als er nach der Herstellung der päpstlichen Herrschaft Rom verlastsen mußte, ging er nach Paris , wo der erste Consul seine Büste bei ihm bestellte.Ceracchi aber ließ sich mit den jungen franz. Künstlern, die er in Rom gekannthatte, und deren streng republikanische Meinungen mit seinen Ansichten überein-stimmten, in eine Verschwörung gegen Bonaparke ein, in welchem er nur den Un-terdrücker seines Landes sah. Er wurde am 10. Oct. 1800 mit Arena, Damervilleund Topino Lebrun in der Oper verhaftet. Als er vor dem Gerichte stand, schiendie Nothwendigkeit, sich vertheidigen zu müssen, ihn zu empören, und er antwor-tete nur einsylbig. Er wurde mit seinen Mitschuldigen zum Tode verurtheilt undging d. 31, Jan. 1801 mit großer Standhaftigkeit zum Blutgerüste. Die Kunstverlor in dem Schüler und beinahe schon Nebenbuhler Canova'S sehr viel.

Ce rberus, ein dreiköpfiger, schlangenhaariger Hund, den Typhon, jenerschrecklichste der himmelstürmenden Riesen, mit der Echidna gezeugt hatte. Vorseinem Bellen zitterte die Hölle, und wenn er sich von seinen hundert Ketten, anwelchen er lag, losgerissen, konnten ihn selbst die Furien nicht bändigen. Er be-wachte den Eingang des Tartarus oder des Todtenreichs und schmeichelte den Her-antretenden; wer aber wieder zurückwollte, den ergriff und verschlang er. NurHercules bändigte ihn.

Cerealien, von Ceres, der Göttin des Feldes und der Feldfrüchte, die Er-zeugnisse des Feldbaues, auch die der Ceres (s. d.) oder Demeter geweihten Feste.

Cerebralsystem, derjenige Theil des gesammten Nervensystems imthierischen Körper, welcher das Gehirn und die von demselben ausgehenden oder indasselbe sich versenkenden Nerven begreift. Es gehören also alle die Nerven, welchezu den Sinneswerkzeugen gehen, dazu. (Dgl. Nerven.) Man rechnete zwarsonst auch das Rückenmark und die von demselben abgehenden Nerven dazu, weildie willkürliche Bewegung von dem Gehirn aus durch das Rückenmark angeregtund geleitet wird, allein zweckmäßiger trennt man beide von einander und nenntdie der Bewegung zuständige Nervenpartie Vertebralsystem (s.d.).

Ceremoniel der europäischen Mächte. Ceremonie! ist überhauptder Inbegriff gewisser zu beobachtender Gebräuche. Eigentlich hat kein Staatein Vorrecht oder einen Vorrang vor den übrigen; da aber schwächere Schuß undFreundschaft der mächtigern suchen, so entsteht dadurch ein Vorrang des einen vordem andern. Dies hat Veranlassung gegeben, daß nach und nach Würden, Rangund Ehrenbezeigungen der Staaten, ihrer Regenten und Stellvertreter bestimmtworden sind, wodurch sich (imGegensatz des innern Staatsceremoniels) ein Dölker-ceremoniel gebildet hat, auf dessen Beobachtung oftmals weil mehr gesehen wurdeals auf Erfüllung der heiligsten Verträge. Hierzu gehört: 1) Titel des Regenten.Zufall bestimmte den Kaiser- und Königstitel als die höchsten, pnd diese gaben,abgesehen von der Macht des Fürsten , Vorzüge. Seit Karl dem Großen galtendie römischen Kaiser als Oberherren der Christenheit und behaupteten den höchstenRang, ja gar Abhängigkeit der Könige von sich. Um ihre Unabhängigkeit zu be-weisen, nannten daher mehre Könige schon im Mittelalter ihre Krone ebenfallseinekaiserliche, England z. B. in allen Staatsacten noch jetzt imzmrisl <:r<nv„. DieKömge von Frankreich erhielten von den Türken und Afrikanern förmlich den Titel;bünpmeur <Iv Je weiter herab, desto weniger gestanden die Könige dem

Kaisertitel für sich allein Vorzüge vor dem königlichen zu. 2) 'Anerkennung diesesTitels und Ranges. Ehedem maßten sich Papst und Kaiser das Recht an, dieseWürden zu vergeben; nachher ward der Grundsatz geltend, daß jedes Volk sei-nem Regenten beliebig einen Titel geben könne, dessen Anerkennung von andern