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dringendere Vorstellungen von Seiten des Grafen der Stadt manche Erleichterungverschaffen können. Aber Napoleons Staatsdiener »rächten die amtliche Conrrolegegen Diejenigen, die über oder neben ihnen standen, nur in den allerdringeudstenFällen geltend; während der Belagerung selbst hörte außer der Militaircorrespon-denz jede andre Verbindung mit der pariser Centralverwaltung auf. Kurz vor An-fang der Belagerung wurde die Bank von Davoust weggenommen, und C. ließauö dem Silber der Bank Doppelmarkstücke mit ältern Stempeln prägen, diekleiner als die gewöhnlichen waren; man nannte sie daher Chabans. Graf C.hatte wirklich die Absicht, den Inhabern einen Ersaß in pariser Bankactien,welche die Regierung besaß, zu verschaffen. Diese erlaubte sich aber damals fastgleiche Gewaltthätigkeiten in Frankreich selbst, wie der Militairgouverneur inHamburg. Der Graf starb im März 1814 in Hamburg am Hospitalfieber, daser sich aus Kummer über manches Widerwärtige, absichtlich, wie enselbst erklärte,zuzog. Er besaß gelehrte Kenntnisse und im Umgänge Gutmüthigkeü. Nachseinem Tode wurden die Requisitionen des Militairgouverneurs an Ärmcebedürf-nissen noch drückender.
Chabanon (N. de), Mitgl. der franz. Akademie, geb. aufSt.Domingo1730 und gest. in Paris den 10. Juli 1792. Was ihm an Genie fehlen mochte,wußte er durch Fleiß zu ersetzen. Er übersetzte den Pindar und den Theokrit(1771 fg.). Seine besten Schriften sind die, in welchen er sein durch Gelehrsam-keit und Geist unterstütztes Talent für die Art kritischer Analyse hat entwickeln kön-nen, die keinen hohen Flug nimmt, die aber, auf Wissen, Kenntnisse und Ge-schmack gegründet, in ihrem Kreise sehr nützlich wirkt und angenehm unterhält.Wir rechnen dahin s. „visaours sur pinckaia et >a pnesie Irrig,n.-" (1769)und „Obsei v»tions sur I.r musigue" (1779 u. 1785, 2 Bde., sein bestes Werk).Seine Tragödien, Lustspiele, akademische Lobreden haben Verständlichkeit, Zier-lichkeit, Eleganz, aber Kälte.
Chabert (Joseph Bernhard, Marquis von), ein als Nautiker, Astronomund Geograph ausgezeichneter Seemann, geb. den 28. Febr. 1724 zu Toulon ,trat 1741 in Seedienste, ging 1746 mit einem franz. Geschwader nach Acadien und überzeugte sich hier von der Mangelhaftigkeit der bisherigen Seecharten vonAmerika. Daher studirte er nach seiner Rückkehr in Paris Astronomie und leitetezuerst die franz. Secosficiere aus das Studium einer Wissenschaft, von dem ihreEhre und oft ihre Erhaltung so sehr abhängt. Im Kriege bis 1748 erwarb er sichdas Ludwigskreuz. Nach dem Frieden übergab er den Plan zu einer wissenschaft-lichen Beobachtungüreise in den nordamerikanischen Gewässern, der 1750 ausge-führt wurde. Siehest astronom. hydrographisches Werk: sur K-,s ro-
tes lle I'4.merbsuo septent, ioiikilc" (1753, 4.). 1758 ward er Mitglied derAkademie und entwarf den Plan zu Charten des mittelländischen Meeres, dessenAusführung er 1764 begann; auch ward er Inspector des Depots der Marine,wo der berühmte M chain unter ihm arbeitete und mehre Jahre mit Reductionund Berechnung der unzähligen Beobachtungen zubrachte, die C. als Grundlageeines neuen Atlasses des mittelländischen Meeres angestellt hatte. — Der ame-rikanische Krieg störte dies Unternehmen und rief den tapfern C. auf seinenPosten, wo er sich so auszeichnete, daß er 1781 das Commando eines Geschwa-ders erhielt. Die Revolution trieb ihn nach England, wo ihn Maskelyne freund-schaftlich aufnahm. 1800 verlor er, in Folge vieler Anstrengungen, sein Gesicht,kehrte 1802 nach Paris zurück und erhielt von Bonaparte eine Pension. 1804ward er Mitglied der Längencommisfion, der er 1805 die Charte von Griechenland mit der Küstenbeschreibung überreichte. Seine Blindheit hinderte ihn nicht, fort-während der Wissenschaft und. den Versammlungen des Instituts durch sein reichesGedächtniß zu nützen. Lalande weiß seine Genauigkeit im Beobachten, seine Kennt-