Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Chagrin Chalcedon (Kirchenversammlung) 549

niffc, seinen Arbeitsfleiß, seine Beharrlichkeit und seinen Muth in Beseitigungaller Hindernisse nicht genug zu rühmen. Ein Brustfieber raffte ihn den 2.Dec. 1805 dahin.

Chagrin, s. Schagrin.

Chaillot, ein hinter den Tuilepien liegendes Dorf, das jetzt mit zuParis gerechnet wird. Prächtige Landhäuser und Gärten mit herrlichen Aus-,sichten auf die Seine und umliegende Gegend zieren dasselbe. Am äußersten Endedes O.uai Billy, der berühmten Brücke von Zena (gegenwärtig Brücke der Mi-litairschule genannt) gegenüber, befindet sich der vyn Napoleon mit ungeheuermAufwande unternommene, aber unvollendet gebliebene Palast des Königs vonRom. Die Ruinen desselben geben, wenn man von Versailles kommt, einen wi-derlichen Anblick und bilden mir der schönen Architektur der Militairschule, diegerade gegenüber liegt, einen widrigen Contrast. Zn der Pfarrkirche findet manein Grabmal des tapfern holsteinischen Edelmanns, Grafen ZostäsRantzau, Mar-schalls von Frankreich , der hier 1650 beerdigt wurde. Die Nonnen des Ordenstle 8!>iiiie-äln,ie <!<.- I-> Visitation hatten hier ein berühmtes Kloster, wohin oftverfolgte irdische Größe sich zurückzog. Hier starben die Königin Henriette vonFrankreich, König Heinrichs I V. Tochter, Gemahlin des britischen Königs Karl I. 1669, und ihre Nichte, die Prinzessin Louise von Pfalzbaiern, die mit den übri-gen Nonnen bisweilen auf den nahen Wiesen Heu machte,

Chaise (Pire de la), s. La Chaise.

Chalcedon , jetzt ein Dorf, Kademki, eine unter der röm.Herrschaft blü-hende Stadt in Bithynien an der nordwestl. Landspitze Kleinasiens, Konstantinopel gegenüber, unweit des jetzigen Scutari . Hier hielt im Herbst 451 der oström. KaiserMarcian die vierte allgemeine Kirchenversammlung, um den Monophysiten diedurch das Übergewicht des alepandrinischen Patriarchen Dioskuros, auf der sogen.Räubersynode zu Ephesus , 449 erzwungene Herrschaft über den kirchlichen Lehrbe-griff wieder zu entreißen, und eine Formel über den Glauben an Christum festsetzenzu lassen, welche, von den Nestorianischen und monophysitischcn Lehren gleich weitentfernt, alle Parteien der rechtgläubigen Christen befriedigen sollte. Seine Com-missarien führten den Vorsitz, und gleich nach ihnen die Legaten des römischen Bi-schofs Leo I. , der zwar den Glauben auch ohne Concilium zu bestimmen versucht,es aber doch beschickt hatte, um feinen Einfluß darauf zu behaupten und für denvon Dioskuros gegen ihn verhängten Bann Rache zu nehmen. Die Kirchenver-sammlung, die aus 600 fast bloß orientalischen Bischöfen bestand, setzte den Dios-kuros ab und nahm nach heftigen Debatten, nächst den Glaubensbekenntnissen derallgemeinen Kirchenversammlungen zu Nicäa und Kcnstantinopel und zwei dieNestorianische Lehre verdammenden Synodalschreiben des ehemaligen PatriarchenCyrillos von Alepandrien, aufBetrieb der römischen Legaten auch den Zuhält einesgegen EutycheS , den Urheber des Monophysitismus gerichteten Schreibens Leo'san den ehemaligen Patriarchen Flavian zu Konstantinopel in ihre Glaubensformelauf, Diese erklärt die Mutter Jesu für die Gottesgebärerin und bestimmt gegendie Monophysiten den Glauben an einen Christus, der in 2 Naturen ohneVermischung und ohne Verwandlung, ohne Trennung und ohne Absonderungerkannt wird, fodaß durch die Vereinigung beider Naturen zu einer Person undSubstanz ihr Unterschied nicht aufgehoben, sondern das Eigenthümliche einer jedenNatur erbalterf worden sei. Außer dieser Glaubensformel gab die Kirchenver-sammlung noch 30 Kirchengesetze (dlsuonos) gegen Mißbräuche des Klerus, unterdenen Kau. 28 dem Patriarchen zu Konstantinopel gleiche Rechte und Vorzügemit dem römischen und diesem nur den Vorrang einräumte, wobei es auch, trotzdes Widerspruchs der römischen Legaten, blieb. Blutige Empörungen in Palästinaund Ägypten waren die nächste Folge der chalcedonischcn Beschlüsse gegen Dios -